Ethereum droht ein Problem, das erst in 18 Monaten sichtbar wird
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Im Ethereum-Ökosystem wächst die Sorge um die langfristige Finanzierung des Core Developments. Der frühere Ethereum-Foundation-Mitarbeiter Trent VanEpps warnt vor einer schleichenden Krise, die sich in den kommenden drei bis neun Monaten bemerkbar machen könnte. Hintergrund sind sinkende Ausgaben der Ethereum Foundation sowie das Auslaufen eines wichtigen Förderprogramms für Client-Teams.
VanEpps koordinierte die Core-Entwicklung der Ethereum Foundation zwischen Mai 2021 und April 2026. In einem Beitrag auf X erklärte er, dass die institutionellen Strukturen der vergangenen zehn Jahre gefährdet seien. Besonders kritisch sieht er das Ende des sogenannten Client Incentive Program (CIP), das im April auslief.
30 Millionen US-Dollar pro Jahr notwendig
Das CIP finanzierte Client-Teams vier Jahre lang über Staking-Erträge. Eine Nachfolgelösung sei derzeit nicht in Sicht, so VanEpps. Nach seiner Einschätzung benötigt das Ethereum-Ökosystem rund 30 Millionen US-Dollar pro Jahr, um mehr als zehn Client-Teams, Forschungsgruppen und Koordinationseinheiten zuverlässig zu finanzieren.
Ohne kontinuierliche Förderung drohe der Verlust erfahrener Entwickler und Forscher. Besonders problematisch sei dabei, dass sich verlorenes Know-how nicht kurzfristig zurückholen lasse. Herausforderungen wie Skalierung oder die Vorbereitung auf mögliche Risiken durch Quantencomputer erfordern langfristige Planung und stabile Strukturen, so VanEpps auf X.
Er warnte zudem davor, die Folgen einer Unterfinanzierung zu unterschätzen. Sichtbar würden die Auswirkungen möglicherweise erst in 12 bis 18 Monaten. Dann könnten notwendige Gegenmaßnahmen deutlich teurer und schwieriger werden.
Debatte über die Rolle der Ethereum Foundation
Neben der Finanzierung stellte VanEpps auch die künftige Rolle der Ethereum Foundation zur Diskussion. Die Stiftung habe über Jahre das Ziel verfolgt, ihren Einfluss auf das Netzwerk schrittweise zu reduzieren. Dieses Prinzip habe zwar verhindert, dass die Foundation als alleinige Machtzentrale wahrgenommen werde. Offen geblieben sei jedoch die Frage, welche Aufgaben langfristig andere Institutionen übernehmen sollen.
Some of my perspective on where the @ethereumfndn is going.
First of all, this is only my own view. The board is not just me, and I have no extra special powers on the board that the other board members do not. @aerugoettinea is the one executing much of this transition. My…
— vitalik.eth (@VitalikButerin) May 24, 2026
VanEpps plädiert deshalb für neue Organisations- und Finanzierungsmodelle, die zentrale Gemeinschaftsgüter wie die Software, das Netzwerk und den ETH-Token dauerhaft absichern. Dabei verweist er auf Aussagen von Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin. Dieser hatte erklärt, dass die Foundation bereits 2022 die Ziele aus den ursprünglichen Gründungsdokumenten erfüllt habe und nicht als dauerhafter Verwalter des Netzwerks gedacht sei.
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