Donnerstag steht im Zeichen der Geldpolitik
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Leitzinsen dürften heute unverändert bleiben
Die Europäische Zentralbank dürfte die Leitzinsen heute unverändert lassen. Wichtig wird der Tonfall von Präsidentin Christine Lagarde sein. Der jüngste Anstieg der Energiepreise hat an den Märkten die Sorge verstärkt, dass der Rückgang der Inflation im Euroraum weniger geradlinig verläuft als zuletzt erhofft. Öl gilt dabei nicht nur als unmittelbarer Preistreiber, sondern auch als Signal für mögliche Zweitrundeneffekte über Produktions-, Transport- und Lohnkosten. Diese Neubewertung zeigt sich vor allem am Anleihemarkt. Steigende Renditen europäischer Staatsanleihen bedeuten, dass Investoren wieder stärker mit einer länger restriktiven Geldpolitik rechnen. Da Anleihekurse und Renditen gegenläufig verlaufen, geraten ältere Papiere mit niedrigeren Kupons unter Druck, wenn am Markt höhere Zinsen erwartet werden. Die Renditebewegung ist somit weniger Folge einer aktuellen Zinserhöhung als Ausdruck veränderter Erwartungen. Für die EZB ergibt sich ein bekanntes Dilemma. Einerseits hat die Konjunktur im Euroraum an Schwung verloren, was gegen weitere Straffung spricht. Andererseits könnte ein erneuter Energiepreisschub den Kampf gegen die Inflation verlängern und den Spielraum für spätere Zinssenkungen einengen. Wahrscheinlich wird der EZB-Rat deshalb zunächst abwarten und auf eine breitere Datenbasis bis zur September-Sitzung verweisen. Lagarde dürfte auch eine feste Forward Guidance vermeiden, aber die Inflationsrisiken etwas stärker betonen. Am Rentenmarkt scheint ein vorsichtiger, leicht strafferer Ton bereits weitgehend eingepreist. Für Privatkunden bleibt entscheidend: Steigende Renditen erhöhen zwar die Attraktivität neuer Anleihen, können aber bestehende Bestände belasten.
Zahlenreigen im Rampenlicht
Neue geopolitische Spannungen im Iran mit der Folge eines deutlich verteuerten Ölpreises haben die Anleger kaum aus der Ruhe gebracht. Die US-Börsen schlossen unverändert, in Asien verzeichneten der Nikkei-Index und der Kospi Kursgewinne von 1 % bzw. mehr als 3 %. Den stärksten Impuls lieferten die gestern nach US-Börsenschluss publizierten Bilanzen von Tesla, Texas Instruments, Alphabet und IBM. Vor allem die großen Investitionspläne von Alphabet, die der Halbleiterbranche in der Region zugutekommen dürften, sorgten für Kursphantasie. Heute gewährt SAP einen Blick in seine Bücher. Noch am 19. Februar 2025 erreichte die Aktie ihr Allzeithoch von rund 284 Euro. Am Mittwoch lag sie bei rund 132 Euro. Innerhalb der letzten knapp eineinhalb Jahre hat sich der Aktienkurs also etwas mehr als halbiert. Des Weiteren berichten Intel, Honeywell, BNP Paribas, TotalEnergies und UniCredit.
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