DAX: Anleger in der Zwickmühle
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Erwähnte Instrumente
DAX
Die Europäische Zentralbank hatte sich am gestrigen Donnerstag angesichts schwächerer Wachstums- und Inflationserwartungen handlungsbereit gezeigt. Während diese Aussicht auf eine mögliche Ausweitung der Liquiditäts-Spritze durch die EZB die Aktienmärkte gestern noch beflügeln konnte, verdünnisierten sich die geldpolitisch bedingten Zugewinne heute recht schnell. Der DAX baute seine Verluste nach einem bereits schwachen Start im Verlauf weiter aus und tendiert im Mittagshandel mit über zwei Prozent tiefer bei 10.100 Punkten.
Heute schauen die Anleger nach vorne und da erwartet sie am Nachmittag der US-Arbeitsmarktbericht. Sollte sich der Jobmarkt in USA robust darstellen, dann wäre eine Zinswende in den USA im September die wahrscheinliche Option. Die aktuelle Zurückhaltung der Anleger könnte auch darin begründet liegen, dass eine gewisse verfahrene Situation vorliegt. Angesichts bestehender Wachstumssorgen wären gute Arbeitsmarktdaten sicherlich ein Hoffnungszeichen. Andererseits würde die dadurch gestiegene Wahrscheinlichkeit zeitnah höherer Zinsen in den USA Aktien im Vergleich zu anderen Anlagen weniger attraktiv machen.
Charttechnik
Wenn der DAX mit einem Minus von ca. 2 Prozent auf eine gute Unterstützung aufläuft und nahezu nichts passiert, ist zumindest Vorsicht geboten. Solange der DAX nicht über 10.135 Punkte klettert, sind neue Tagestiefs einzuplanen. Ein kurzfristiger Bodenbildungsversuch wird jedoch erwartet. Die Bestätigung läge oberhalb von 10.135 Punkten vor und könnte zu Gewinnen in Richtung 10.200 Punkten führen. Für Schwung in beide Richtungen könnten zudem die US-Arbeitsmarktdaten sorgen.
Thema des Tages
Die EZB hat ihre geldpolitische Haltung gestern nicht verändert. So hat sie den Leitzins von 0,05 Prozent unverändert beibehalten und ihre Absicht wiederholt, das laufende Anleihenkaufprogramm bis mindestens September 2016 vollständig umzusetzen. Allerdings schlug Präsident Draghi einen recht "dovishen" Ton an. Unter anderem präsentierte er nach unten korrigierte Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone und die Inflation für die Jahre 2015 bis 2017. Anzumerken ist, dass die EZB im nächsten Jahr mit einer weiterhin deutlich unter 2 Prozent liegenden Inflation rechnet.
Für den Fall, dass sich neue Abwärtsrisiken einstellen, betonte Draghi den Willen, die Bereitschaft und die Fähigkeit der EZB, bei Bedarf zu handeln, wobei die Flexibilität des laufenden Anleihenkaufprogramms im Hinblick auf Umfang und Tempo hervorgehoben wurde. So wurde eine der Einschränkungen des Programms gelockert, indem der Höchstwert der Ankäufe einer einzelnen Anleihe auf 33 Prozent angehoben wurde. Bislang hatte sich die EZB auf den Ankauf von höchstens 25 Prozent einer einzelnen Anleihe beschränkt. Diese Änderung bietet die Flexibilität, das Tempo des Programms gegebenenfalls anzuziehen.
Aktien im Blick
Star im DAX ist heute die Aktie von Lufthansa (+7,28 %), die von einer positiven Studie von Merrill Lynch profitiert.
Infineon legen in einem schwachen Marktumfeld nach einer Hochstufung durch JPMorgan um 0,41 %. zu.
Der Immobilienkonzern Vonovia steigt in den DAX auf (die Aktie verliert im Trend akt.: 1,87%). Im Gegenzug muss der Chemiekonzern Lanxess seinen Platz räumen (-3,58 %). Umgesetzt werden die Änderungen zum 21. September.
Konjunktur
Die Neuaufträge in der deutschen Industrie sind im Juli saisonbereinigt um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Der Vormonatswert wurde zudem leicht auf 1,8 Prozent abwärts revidiert. Auf Jahressicht ergibt sich im Juli ein Auftragsrückgang um 0,6 Prozent.
Nach Ansicht von Bundesbank-Chef Weidmann kann eine expansive Geldpolitik alleine das Wachstum dauerhaft nicht verbessern. Dafür seien zusätzlich Strukturreformen nötig, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
Währungen
Der US-Dollar gibt am Freitag im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts gegenüber dem Euro und dem Yen nach, während er gegenüber dem Pfund ein frisches Dreimonatshoch erreicht hat. EUR/USD notierte trotz enttäuschender Daten aus der deutschen Industrie bislang bei 1,1161 im Hoch.
USD/JPY fiel nach schwachen Daten zu den Einkommen in Japan bis bislang 118,80 zurück, während GBP/USD bei 1,5211 ein frisches Dreimonatstief erreichte. USD/SEK legt zum Wochenschluss nach enttäuschenden Daten aus der schwedischen Industrie zu und notierte bislang bei 8,4384 im Hoch.
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