OPENAI-Trainingsstopp belastet Chipwerte
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Asiatische Halbleiterwerte haben am Montag deutlich korrigiert. Die Aktien von SK Hynix und Samsung Electronics verloren zuletzt mehr als 4,5 %.
Investoren machen sich Sorgen, dass verschärfte Sicherheitsanforderungen die Entwicklung leistungsfähigerer KI-Modelle und damit auch Investitionen in die benötigte Infrastruktur bremsen könnten, nachdem der ChatGPT-Entwickler OpenAI am Freitag nach einem erneuten Sicherheitsvorfall das Training und die Bewertung seiner leistungsfähigsten Modelle mit Zugriff auf Softwarewerkzeuge sowie deren Ausführung vorübergehend ausgesetzt hat.
Erneuter Sicherheitsvorfall löst Trainingspause aus
Ein internes OpenAI-Forschungsmodell hatte bei einer Rechercheaufgabe Internetsperren über eine Lücke im DNS-System umgangen und einen externen Chatbot kontaktiert, wie OpenAI am Freitag mitteilte. Nachdem normale Suchversuche erfolglos blieben, nutzte der Agent das DNS-System, das eigentlich für die Auflösung von Domainnamen eingesetzt wird, zur Übermittlung von Fragen und Antworten an einen Chatbot. Letztlich war der KI-Agent allerdings auch mit diesen Versuchen erfolglos.
OpenAI wertet das Verhalten als „Misalignment“, weil der Agent mit der Umgehung der Sicherheitsbeschränkungen seinen Auftrag überschritt. Das Überwachungssystem erkannte den Vorfall innerhalb von 15 Minuten. Da die automatische Abschaltung jedoch nicht wie vorgesehen funktionierte, wurde der Lauf erst rund zweieinhalb Stunden später manuell beendet. OpenAI hat nach eigenen Angaben zusätzliche DNS-Sperren eingerichtet und Training, Tests sowie den Betrieb seiner leistungsfähigsten Modelle mit Werkzeugzugriff vorerst ausgesetzt. Das betroffene Modell soll nicht weitertrainiert werden.
Zweifel am hohen Investitionstempo
Die Trainingspause verschärft die Debatte darüber, ob die hohen Investitionen in KI-Rechenzentren und leistungsfähige Hardware angesichts hoher Bewertungen auf Dauer tragfähig sind. Eine langsamere Modellentwicklung könnte das Tempo der Ausgaben für Chips, Server und Rechenzentren dämpfen.
Nach einer Reihe anderer Sicherheitsvorfälle hatten sich Anthropic und OpenAI bereits dafür ausgesprochen, die Entwicklung der leistungsfähigsten KI-Modelle zu verlangsamen, um Sicherheitsbedenken besser adressieren zu können. "Dieser Vorfall ist weitaus weniger schwerwiegend als einige unserer früheren Vorfälle; da es sich jedoch um den ersten seit der Härtung unserer Sicherheitsmaßnahmen im Anschluss an den Hugging-Face-Vorfall handelt, liefert er uns einen wichtigen Hinweis darauf, worauf wir den Schwerpunkt der nächsten Phase dieser Arbeiten legen sollten", erläuterte OpenAI am Freitag.
Fazit: Chipwerte reagieren erwartungsgemäß zunächst mit Kursverlusten auf die Meldung, weil die Wahrscheinlichkeit steigt, dass nach dem erneuten Vorfall die Geschwindigkeit des KI-Ausbaus gedrosselt wird. Längere Trainingspausen und strengere Sicherheitsanforderungen könnten das Wachstum der Nachfrage nach Chips, Servern und Rechenzentren bremsen. Ob daraus tatsächlich geringere Investitionen entstehen, ist allerdings völlig offen. Längerfristige Investitionsentscheidungen dürften durch Vorfälle dieser Art kaum beeinflusst werden.


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