DAX: Am Aktienmarkt ist Schmalhans Küchenmeister
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Erwähnte Instrumente
DAX
Ein Highlight jagt das nächste! Ging es gestern mit der EZB-Sitzung um die künftige Ausrichtung der Geldpolitik in Europa, steht heute mit dem US-Arbeitsbericht der quasi letzte Prüfstein an, der die Währungshüter der US-Notenbank Fed noch daran hindern könnte, am 16. Dezember die Zinsen jenseits des Atlantiks zu erhöhen. Sollte der Bericht besser als erwartet ausfallen, wäre der Weg zur Zinswende in den USA so gut wie geräumt. Der Arbeitsmarkt gilt als besonders wichtiger Faktor für die Zinsentscheidung der Fed.
Am deutschen Aktienmarkt ist am Freitag nach wie vor Schmalhans Küchenmeister. Der DAX lag im Mittagshandel mit weiteren 0,60 Prozent im Minus bei 10.723 Punkten. Unter den Einzelwerten sorgten Änderungen bei der Zusammensetzung der wichtigsten deutschen Aktienindizes für Bewegung.
Chartttechnik
Der DAX ist wieder unter die 200-Tage-Linie und Abwärtstrendlinie zurückgefallen, was das Chartbild eintrübt. Als markante Unterstützung kommt nun die Marke von 10.667 Punkten in in Betracht. Auf der Oberseite stellt die Marke bei 10.789 Punkten einen möglichen Widerstand dar.
Thema des Tages
Als gestern nach der letzten Sitzung des EZB-Rates in diesem Jahr bekannt wurde, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm von September 2016 bis zum Ende März 2017 verlängert und der Einlagenzinssatz von -0,2 auf -0,3 Prozent gesenkt wird, ging der DAX kurzfristig um 3,6 Prozent oder 300 Punkte zurück und der Euro sprang zeitweise um gut drei Prozent über 1,09 US-Dollar. Offensichtlich hatten die Märkte noch mehr erwartet. Abgesehen von den genannten Parametern kündigte die EZB die Aufnahme regionaler und lokaler Staatspapiere an, ebenso eine Politik der Reinvestition von Fälligkeiten, die jedoch erst im Frühjahr 2017 relevant wird.
„Die realwirtschaftlichen Effekte des Pakets dürften sich in Grenzen halten, wobei die Maßnahmen angesichts der nicht mehr zu vernachlässigenden Risiken einer langjährigen Niedrigzinspolitik auch nicht sinnvoll sind“, kritisiert die Postbank in einem Kommentar. Der Euroraum befinde sich seit einiger Zeit in einem moderaten, aber stabilen Konjunkturaufschwung. Der Rückgang der Inflationsrate sei fast ausschließlich eine Folge sinkender Energiepreise. „Auch wenn der Beschluss weiterer Maßnahmen durch die EZB in den kommenden Monaten nicht ausgeschlossen ist, halten wir dies vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung eher für unwahrscheinlich“, schreiben die Ökonomen der Postbank.
Auch Bundesbank-Präsident und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann hält nichts davon, noch mehr billiges Geld in die Märkte zu pumpen. „Angesichts der dominanten Rolle des Energiepreisrückgangs für die Preisentwicklung im Euroraum und der bereits ergriffenen umfangreichen geldpolitischen Maßnahmen, die auch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein können, habe ich eine weitere Lockerung nicht für notwendig gehalten", erklärte Weidmann sein Nein zum EZB-Beschluss.
Aktien im Blick
Wie die Deutsche Börse am Donnerstagabend mitteilte, steigen die Papiere der Bayer-Kunststofftochter Covestro und Ströer am 21. Dezember in den MDAX auf. Ihren Platz räumen müssen dafür die Titel des LKW-Herstellers MAN und Kabel Deutschland. Covestro verteuerten sich am Freitag um 0,42 %, Ströer fielen um 2,13 %.
Aus dem Technologieindex TecDAX werden die Aktien des Maschinenbauers Manz geworfen, die daraufhin um 5,89 % absackten. Sie werden ersetzt durch die Anteilsscheine des Wafer-Herstellers Siltronic, die um 2,47 % anziehen. Vor Juni dieses Jahres war Siltronic eine 100%ige Tochter von Wacker Chemie.
Konjunktur
Die deutschen Auftragseingänge sind im Oktober um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, womit die Erwartungen übertroffen wurden. Zudem wurde der Wert für September deutlich von -1,7 auf -0,7 Prozent nach oben korrigiert.
Nach Einschätzung von UniCredit könnte die Schweizer Nationalbank SNB nach den von der EZB am Donnerstag beschlossenen Maßnahmen, nachziehen und den Einlagensatz weiter in den negativen Bereich senken.
Für das laufende Jahr erwartet die Bundesbank unverändert 1,7 Prozent Zuwachs beim deutschen Bruttoinlandsprodukt, wie aus ihrer neuesten Prognose vom Freitag hervorgeht. 2016 sollen es 1,8 Prozent sein.
Währungen
EUR/USD gibt am Freitag im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts einen Teil seiner deutlichen Vortagsgewinne nach dem geldpolitischen Entscheid der EZB wieder ab. Vom Vierwochenhoch bei 1,0981 fiel EUR/USD bislang bis 1,0857 im Tief zurück. GBP/USD gab vom Hoch bei 1,5159 bislang bis 1,5075 nach, während sich USD/JPY nach stärker als erwartet gestiegenen japanischen Nettoeinkommen und einem deutlichen Zuwachs des Verbrauchervertrauens vom Tief bei 122,26 bislang bis zuhöchst 123,03 erholte.
USD/CHF macht ebenfalls einen Teil der deutlichen Vortagsverluste wieder wett und erholte sich nach schwächer als erwartet ausgefallenen schweizerischen Verbraucherpreisen vom Vierwochentief bei 0,9869 bislang bis zuhöchst 1,0004. USD/SEK erholt sich nach einer enttäuschenden schwedischen Industrieproduktion von seinem gestrigen Fünfwochentief bei 8,4369 und erreichte bislang 8,5296 im Hoch.
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