Das sagt der neue BofA-Fondsmanager-Survey
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Die Stimmung unter den globalen Fondsmanagern hat laut der aktuellen BofA-Fondsmanager-Umfrage im Juli einen Zustand extremer Bullen-Euphorie erreicht. Getrieben von Optimismus über einen makroökonomischen „Boom“, dovishen Fed-Erwartungen und den anhaltenden KI-Investitionsrausch ist der Optimismus so hoch wie seit Februar 2026 nicht mehr. Doch genau diese einseitige Positionierung mahnt jetzt zur Vorsicht.
Das Sentiment: Extreme Gier & Ein klares Verkaufssignal
Cash-Quote deutlich rückläufig: Die Barmittelbestände der Profis sind von 4,1 % auf ein extrem niedriges Niveau von 3,6 % zurückgegangen. Laut der historischen „BofA Cash Rule“ generiert jede Quote von 4,0 % oder niedriger ein Verkaufssignal für Aktien.
Historischer Gegenwind: In den 16 Fällen seit 2002, in denen die Cash-Quote auf 3,6 % oder tiefer fiel, verloren globale Aktien in den darauffolgenden zwei Wochen im Schnitt 1,0 % (MSCI ACWI: -0,8 %), während Staatsanleihen besser abschnitten.
Bull & Bear Indikator im Extrembereich: Der hauseigene Sentiment-Indikator steht bei einem extrem bullischen Wert von 9,4. Das BofA-Strategenteam rät daher ganz klar: Aktien- und High-Beta-Engagements reduzieren!
Makro-Ausblick: Das Märchen vom „No Landing“
Keine Landung in Sicht: Rekordverdächtige 54 % der Befragten erwarten für die nächsten 12 Monate ein „No Landing“-Szenario (Wirtschaft wächst stark weiter). 39 % rechnen mit einem „Soft Landing“ und nur winzige 2 % befürchten eine harte Landung.
Inflationsangst verfliegt: Der Konsens hat sich drastisch gedreht. Netto erwarten nun wieder 4 % der Investoren eine sinkende globale Inflation – im Vormonat rechneten netto noch 45 % mit steigenden Preisen. Die Inflationserwartungen sind damit so niedrig wie seit Januar 2025 nicht mehr.
Zins- und Öl-Preisschock ade: Die Erwartung an den Ölpreis zum Jahresende fiel im Schnitt auf 71 USD/bbl (zuvor 86 USD/bbl). Entsprechend entspannt blicken die Profis auf die US-Notenbank: 83 % glauben nicht, dass die Fed vor den US-Kongresswahlen im November die Zinsen anheben wird.
Der KI-Hype: Ein „Crowded Trade“ mit Systemrisiko?
Halbleiter extrem überlaufen: Sensationelle 82 % der Fondsmanager nennen „Long Global Semiconductors“ als den mit Abstand am stärksten überlaufenen Trade der Welt (die Magnificent 7 folgen weit abgeschlagen mit nur noch 7 %).
Das größte Tail-Risk: Die Angst vor einer „KI-Blase“ ist rasant auf den ersten Platz der größten Markt-Tail-Risiken geschossen (45 %, nach 28 % im Vormonat).
Das neue Kreditrisiko: Fast die Hälfte der Befragten (48 %) sieht in den gigantischen Investitionsausgaben (Capex) der KI-Hyperscaler die wahrscheinlichste Quelle für ein systemisches Kreditereignis.
Aber niemand ist short: Trotz der Sorgen halten 48 % der Investoren KI-Aktien nicht für eine Blase und 61 % rechnen fest damit, dass kein großer Tech-Gigant seine KI-Investitionen in diesem Jahr kürzen wird.
Asset-Allocation: USA & Healthcare hui, Energie & UK pfui
USA-Übergewichtung zieht an: Die Allokation in US-Aktien kletterte auf netto 24 % Übergewichtung (OW) – der höchste Stand seit Dezember 2024.
Europa feiert Comeback: Eurozone-Aktien drehten von netto 15 % Untergewichtung im Vormonat auf nun netto 2 % Übergewichtung.
UK-Aktien werden gemieden: Die Positionierung in britischen Aktien fiel auf netto 37 % Untergewicht (UW) – die geringste Allokation seit August 2020.
Sektor-Rotationen:
Healthcare/Pharma verzeichnete massive Zuflüsse und ist nun mit netto 32 % OW der am stärksten übergewichtete Sektor.
Consumer-Sektoren (Staples & Discretionary zusammen) wurden auf ein Rekord-Untergewicht von netto 53 % UW geprügelt (tiefster Stand seit Mai 2006).
Energie-Aktien erlebten mit einem Rutsch auf netto 20 % UW den größten Allokationsabsturz seit Juni 2010.
Exklusiv-Angebot: Bernecker Aktionärsbrief + TV für stock3 Leser
