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21:30 Uhr, 23.10.2026

Darüber spricht der Markt: Wo finden Anleger jetzt noch Schutz?

SpaceX sondiert bei Crown Castle 80.000 Standorte für ein viertes Mobilfunknetz: AT&T und T-Mobile US verlieren deutlich, Funkturmbetreiber gewinnen kräftig.

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Bedrohen SpaceX’ Mobilfunkpläne die etablierten Anbieter?

Die Sorge der Telekom-Anleger hat einen konkreten Anlass: Berichten zufolge sondiert SpaceX beim Funkturmbetreiber Crown Castle den Zugang zu mindestens 80.000 Standorten in den USA – ein Schritt, der Spekulationen über einen zahlungskräftigen vierten Großmieter mit eigenem landesweitem Netz befeuert. Wer die Bedrohung ernst nimmt, rechnet mit einem Angriff in zwei Etappen: zunächst auf dem Land, später in den Städten. Den etablierten Anbietern würde es damit zunehmend schwerfallen, ihre Marktanteile zu verteidigen. Die drei großen Netzbetreiber hatten bereits tags zuvor auf die Meldung reagiert. Heute fallen AT & T und T-Mobile US um 7,1 % beziehungsweise 6,9 %, während Verizon Communications 1,7 % verliert.

Bei AT & T steht der Abschlag im Kontrast zu soliden operativen Zahlen. Der Konzern hatte am Mittwoch für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg um 5,3 % auf 32,3 Mrd. USD gemeldet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,65 USD über dem Konsens von 0,60 USD. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie 2026 hob AT & T auf rund 2,40 USD an.

Auf der anderen Seite des möglichen Geschäfts stehen die Funkturmbetreiber. Die Käufer setzen auf zusätzliche Nachfrage nach Infrastruktur. Crown Castle kommt dabei aus einem durchwachsenen Quartal: Der Umsatz aus der Standortvermietung sank auf 966 Mio. USD nach 1,01 Mrd. USD im Vorjahr, belastet durch Kündigungen von DISH und Stornierungen von Sprint. Das AFFO je Aktie stieg dagegen von 1,12 auf 1,24 USD, die Jahresprognose wurde leicht angehoben.

Beim Herausforderer selbst überwiegt die Zuversicht. Philip Securities hat SpaceX gleich um zwei Stufen von Verkaufen auf Kaufen hochgestuft; als Kursziel werden 250 USD nach zuvor 75 USD genannt. Die Aktie legt heute 1,1 % zu. Nachdem der Umsatz zuletzt um 161 % auf 14,6 Mrd. USD gesprungen ist, sehen die Befürworter in der Verbindung von Weltraum- und Rechenzentrumskapazitäten ein großes, bislang unerschlossenes Marktpotenzial.

Die Skeptiker verweisen dagegen auf den hohen Kapitalbedarf und die niedrigen Margen im Mobilfunk. Auch für den Neuling ist die Finanzierung teuer: Die am niedrigsten eingestuften Anleihen aus einem Deal über 40 Mrd. USD sollen Berichten zufolge Renditen von bis zu 8,3 % bieten. Wie konkret die Wettbewerbsdrohung wird, hängt von den Verhandlungen mit Crown Castle über den Netzausbau ab. Erst ein Vertrag würde den Plänen eine belastbare Grundlage geben.

Bietet die defensive Sektorrotation noch Schutz vor Kursverlusten?

Die Optimisten verstehen den Ausverkauf bei KI-Werten nicht als Flucht aus Aktien, sondern als Umschichtung. Das Kapital, das aus den KI-Hyperscalern abfließe, wandere in defensive Sektoren wie Versorger, Gesundheit und Finanzwerte. Sie verweisen auf den Vortag: Während der Nasdaq 100 den größten Tagesverlust seit Monaten verbucht habe, sei der Dow Jones unverändert aus dem Handel gegangen. Der gleichgewichtete S&P 500 habe sogar im Plus geschlossen. Gesundheits- und Konsumgüterwerte führten die Rotation an und federten die Verluste im Technologiesektor ab. Diese Umschichtung dürfte nach ihrer Einschätzung auch in den kommenden Wochen anhalten.

Die Skeptiker sehen dagegen schon im heutigen Handel die Grenzen dieser Strategie. Nach ihrer Einschätzung geben breite Marktsektoren die Gewinne der vergangenen Wochen wieder ab. Steigende Ölpreise und Zinsen, geopolitische Risiken und anhaltende Zweifel an KI-Werten belasten die Stimmung. Eine Umschichtung könne Verluste unter diesen Bedingungen nur anders verteilen, nicht aber verhindern. Ein Außenseiter-Szenario geht noch weiter: Folgt die aktuelle Divergenz dem Muster der Jahre 2005 bis 2007, blieben dem Markt noch rund 50 Handelstage bis zu einem möglichen Einbruch.

Einzelne Optimisten sehen beim heute kaum veränderten Nasdaq 100 die Chance auf eine technische Gegenbewegung. Ihrer Einschätzung nach hat der Index den gleitenden Durchschnitt erreicht, der an den Tiefs von Ende März ansetzt. Voraussetzung für eine Erholung sei, dass dieses Niveau hält. Beim S&P 500 stehen die Marken bei 7.622 und 7.585 Punkten im Mittelpunkt der Diskussion. Genannt werden außerdem 7.720 und 7.710 Punkte.

Ist Modernas Kurssturz trotz positiver Krebsdaten überzogen?

Die Nachricht klingt zunächst positiv: Modernas mRNA-Krebsimpfstoff senkte in Kombination mit Mercks Keytruda bei bestimmten Melanom-Patienten das Risiko von Rückfall oder Tod um 42 %. Bei Merck & Co. hielten die Kursverluste vom Vortag an, nachdem vorab durchgesickerte Daten zu dem gemeinsam mit Moderna entwickelten Melanom-Impfstoff die Anleger enttäuscht hatten. Die Optimisten halten zudem eine Übertragung des Ansatzes auf andere Krebsarten für möglich.

Die Moderna-Aktie gibt heute um 2,2 % auf 198,26 USD nach, nachdem sie bereits am Vortag deutlich eingebrochen war. Für die Skeptiker lagen die Daten lediglich im Rahmen der Erwartungen. Die Aktie habe seit Jahresbeginn bereits rund 500 % zugelegt; die Ergebnisse hätten deshalb keinen klaren neuen Kursimpuls geliefert. Auch bei Moderna rät Citi zum Verkauf: Die positiven Melanom-Daten zu Intismeran seien wegen unreifer Überlebensdaten, ungeklärter Preisgestaltung und fehlender breiter Anwendbarkeit wenig aussagekräftig, so die Begründung der Analysten.

In der charttechnischen Diskussion wird die Unterstützung bei 180 USD gesehen. Nach oben werden Widerstände bei 250 USD und 390 USD genannt, wobei letztere Marke als Hoch aus der Pandemiezeit gilt. Ein Optionsstratege erwartet, dass die Aktie in den kommenden Wochen in einer breiten Handelsspanne verharrt, bis mehr Klarheit über die Studienergebnisse herrscht.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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