Nachricht
21:46 Uhr, 16.10.2026

Darüber spricht der Markt: Wie belastbar ist die KI-Bodenbildung?

Während Jensen Huang und Dan Ives den CoreWeave-Ausverkauf für übertrieben halten, bricht die Aktie zweistellig ein: Bleibt die Unterstützung bei 41 USD entscheidend.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US21873S1087Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (Nasdaq)
    VerkaufenKaufen

    Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach. 

    Mehr erfahren Nein, danke
  • ISIN: US64110L1061Kopiert
    Aktueller Kursstand:   (Nasdaq)
    VerkaufenKaufen

Ist CoreWeaves Erholung ein Wendepunkt für den KI-Handel?

Wer an eine Bodenbildung glaubt, kann sich auf gewichtige Stimmen berufen. Nvidia-Chef Jensen Huang hatte sich bereits am Vortag öffentlich hinter CoreWeave gestellt. Dan Ives bezeichnet den Ausverkauf in einem Video als übertrieben. Auch die Deutsche Bank äußerte sich positiv zu einem Kauf nach dem Kursrückgang. Als technisches Indiz führen die Optimisten die Erholung vom Vortag an: Das höhere Handelsvolumen deute darauf hin, dass Käufer zurückkehrten. Fundamental verweisen sie auf die Zahlen vom August, als CoreWeave beim Umsatz mit 2,58 Mrd. USD die Erwartungen übertroffen hatte.

Die Skeptiker verweisen dagegen auf den zweistelligen Kursverlust heute. Schon im Wochenverlauf sei die Aktie massiv verkauft worden. Dass der Markt das Papier binnen eines Tages von „Katastrophe" auf „in Ordnung" umbewertet habe, zeige eher extreme Nervosität als eine Stabilisierung. Im Mittelpunkt steht weiter die Bilanz. Die hohe Fremdfinanzierung des Ausbaus macht CoreWeave anfällig für steigende Finanzierungskosten. Anleger verfolgen deshalb die Credit Default Swaps auf das Unternehmen besonders aufmerksam.

Charttechnisch sieht ein Sprecher die Aktie in einer entscheidenden Zone. Hält sie, könnte das eine Erholungsrally auslösen; ein Bruch nach unten würde weiteres Abwärtspotenzial eröffnen. Zur Orientierung dienen die Unterstützung bei 41 USD und die Marke bei 60 USD, womit die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief notiert.

Bei Nvidia sehen die Optimisten ihre These dagegen bestätigt. Mit einem Minus von lediglich 1,6 % hält sich die Aktie heute deutlich besser als die übrigen KI-Werte. Sie verweisen auf eine einzigartige, schwer zu produzierende Technologie und auf die Zahlen vom August, als der Umsatz um 106 % auf 96,2 Mrd. USD gesprungen war. Ein Sprecher nennt den Titel als Beispiel dafür, wie sich Geduld auszahlen könne: Wer seit Oktober 2020 investiert sei, liege trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs von 36 % mit rund 1.500 % im Plus.

Auf Sektorebene wird die Bewertung als Kaufargument angeführt. Der Aufschlag des Technologiesektors gegenüber dem Gesamtmarkt sei mit 9 % historisch niedrig; während der Dotcom-Blase habe er bei 100 % gelegen. Die Hyperscaler hätten sich in der unruhigen Marktphase besser behauptet und verfügten über große Bargeldbestände. Ein Sprecher hält es für möglich, dass sich die globalen Investitionen in KI-Infrastruktur auf rund 56 Bio. USD mehr als verzwanzigfachen. Wer diese Erwartung teilt, orientiert die Tech-Gewichtung im Depot an der S&P-500-Gewichtung von knapp 30 %. Skeptische Stimmen sprechen dagegen von der schwächsten Sektorwoche seit Juni. Auch heute gibt der Sektor nach. Die Sorge vor zu hohen Investitionsausgaben bei fraglicher Kapitalrendite bleibt, zumal günstiges Kapital nicht allen Marktteilnehmern zur Verfügung steht. Wie gut der KI-Sektor diese Realitätsprüfung besteht, dürfte sich an den Ausblicken der großen Tech-Konzerne in der kommenden Berichtssaison zeigen.

Halten geopolitische Risiken Öl und Diesel auf hohem Niveau?

Die Bullen am Ölmarkt setzen vor allem auf die geopolitischen Risiken. Die Spannungen zwischen den USA und Iran gelten ihnen als Haupttreiber hoher Preise, zumal sich Iran nach eigenen Angaben auf einen Krieg mit den USA nach der Wahl vorbereitet. WTI legt heute rund 1,2 % zu und notiert um 100 USD. Der ungelöste Konflikt im Persischen Golf und die zunehmenden Angriffe auf Schiffe hielten das Risiko auch längerfristig hoch.

Noch angespannter ist die Lage bei Diesel. Der Crack-Spread liegt laut einem Kanal über 100 USD und damit auf einem historischen Höchstwert. Die Lagerbestände sind auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahrzehnten gefallen. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien könnten die Preise nach Einschätzung der Bullen weiter treiben. Die IEA will zudem rund 100 Mio. Barrel aus strategischen Reserven schneller freigeben und senkt zugleich ihre Prognose für die Ölnachfrage 2027. Hinzu kommt, dass die IEA selbst Angebotsengpässe bis ins nächste Jahr für möglich hält. Diesel verteuert sich heute um 1,7 %. Als Kursziel werden 7 USD pro Gallone genannt.

Wer an dauerhaft hohen Preisen zweifelt, setzt auf das Wetter: Ein starker El Niño könnte kalte Phasen abschwächen und den wetterbedingten Preisdruck mindern. Diese Stimmen verweisen zudem auf die Historie: Öl schwanke stark und habe über Jahrzehnte kaum Aufwärtspotenzial geboten. Eine Unterstützung sehen sie in der Spanne von 60 bis 80 USD je Barrel.

Politisch brisant bleibt der Zeitpunkt: Die Freigabe der Reserven fällt in die Zeit vor den US-Zwischenwahlen. Auf die Inflation schlägt der Preisschub erst mit Verzögerung durch, dann aber in vielen Kategorien der Verbraucherpreise.

Kann Netflix mit Peter Rice die Kundenabwanderung bremsen?

Die Optimisten setzen auf den neuen Chief Content Officer. Peter Rice bringt Erfahrung aus dem Disney-Portfolio mit und soll das Programmangebot stärken. Noch in diesem Monat übernimmt er die Verantwortung für Serien, Filme und Live-Events. Rückhalt kommt auch von Wedbush: Die Analysten haben ihr Kursziel heute auf 71 USD gesenkt, sehen aber weiterhin Aufwärtspotenzial. Hinzu kommen die soliden Zahlen für das zweite Quartal, in dem Netflix beim Gewinn je Aktie die Erwartungen übertroffen hatte.

Die Skeptiker bezweifeln, dass ein Personalwechsel allein die Wende bringt. Sie verweisen auf Angaben, wonach sich die Kundenabwanderung zwischen dem zweiten und dem dritten Quartal verdoppelt habe. Dazu kommt der Abbau von rund 6 % der Belegschaft, der der Personalie um einen Tag vorausgegangen war. Auch den Personalwechsel an der Spitze des Content-Bereichs führen sie als Belastungsfaktor an. Laut einem Sprecher hat die Aktie binnen eines Jahres rund 40 % verloren. Heute gibt sie um weitere 2,9 % nach. Vor den Quartalszahlen am 20. Oktober bestätigt ein Analysehaus seine neutrale Einstufung mit einem Kursziel von 75 USD, während sich Netflix selbst auf Kurs für die Jahresprognose sieht.

Ob Rice den Trend drehen kann, lässt sich frühestens mit den Quartalszahlen am 20. Oktober beurteilen, wenn die Abwanderungszahlen die Wirkung seines Programmangebots erkennen lassen.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche