Darüber spricht der Markt: Wie breit ist die Erholung wirklich?
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Ist die Rotation aus Tech schon ein Signal für mehr Marktbreite?
Wer an eine breitere Erholung glaubt, verweist auf die Umschichtung der vergangenen Wochen: Anleger setzten zunehmend auf Qualitätsaktien. Das sei ein gesundes Zeichen, weil Kapital nicht mehr nur in die großen Tech-Werte fließe, sondern auch in den zyklischen Konsum und die Finanzwerte. Bei den Finanzwerten hätten zuletzt Visa und Mastercard die stärksten Zuwächse verzeichnet. Für den zyklischen Konsum, der tags zuvor kräftig zugelegt habe, spricht demnach auch die fallende Rendite zehnjähriger Anleihen. Sollte sie dem Muster von 2018 folgen, könnte dieser Rückenwind anhalten. Im S&P 500 sehen manche Stimmen die seit Juni laufende Korrektur bereits in ihrer Schlussphase. Historisch sei auf solche Phasen oft ein neuer Aufwärtstrend gefolgt.
Die Skeptiker halten die Erholung dagegen für zu schmal. Sie verweisen auf den Russell 3000, in dem rund 60 % der Mitglieder seit Juni mehr als 20 % verloren hätten. Besonders hart habe es zyklische Bereiche wie Automobile und Konsumgüter getroffen. Im Nasdaq 100 entfielen 35 % des Gewichts auf sieben Aktien – von breiter Streuung kann dort keine Rede sein. Auch beim zyklischen Konsum sehen sie keinen belastbaren Beleg für mehr Breite: Der Sektor liege trotz der Rally seit Jahresbeginn noch rund 1 % im Minus und zeige eine bärische Divergenz. Die Finanzwerte halten sie ebenfalls nicht für eine verlässliche Stütze. Wegen ihres hohen operativen Hebels gehörten sie zu den Sektoren, die früh im Zyklus hinter dem breiten Markt zurückbleiben.
Auch im S&P 500 halten sie die Korrektur noch nicht für abgeschlossen. Die Hedgefonds hätten ihre Positionen zwar deutlich zurückgefahren, die Stimmung habe aber noch nicht jenes Extrem erreicht, das eine Bodenbildung typischerweise begleitet. Kurze, heftige Rücksetzer seien weiterhin möglich – bis hin zu einem Punkt, an dem Anleger von einem strukturellen Bruch ausgehen.
Beim Nasdaq 100 setzen die Optimisten auf die Charttechnik. Der Index sei tags zuvor in den Korrekturbereich gerutscht, der 200-Tage-Durchschnitt habe aber bei zweimaligem Test gehalten. Eine skeptische Stimme beziffert dagegen die Wahrscheinlichkeit auf 60 %, dass sich der Abschlag auf knapp unter 20 % ausweitet, bevor ein Boden entsteht. Im S&P 500 wird die Unterstützung zwischen 7.100 und 7.200 Punkten verortet, die Mitte der Handelsspanne bei 7.500 Punkten.
Trägt der KI-Ausbau eine breitere Rally der Chipaktien?
Für die Optimisten sprechen die heutigen Kursgewinne bei den meisten Chipherstellern dafür, dass der KI-Ausbau mehr als einem Anbieter zugutekommt. Sie verweisen auf Finanzdaten von Anthropic, die steigende Ausgaben für Rechenleistung zeigen.
Im Mittelpunkt steht AMD. Die Aktie legt heute rund 4,2 % zu. Die weitreichendste These lautet, AMD könne eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Halbleitersektor einleiten. Konzernchefin Lisa Su investiere massiv in Rechenzentren und baue nach dem Vorbild von Nvidia ein umfassendes Angebot aus Hardware und Software auf. Im August hatte AMD gemeldet: Der Umsatz war um 50 % auf den Rekordwert von 11,5 Mrd. USD gestiegen. Für die anstehenden Quartalszahlen rechnet der Markt mit einer Kursbewegung von rund 38 USD.
Die Skeptiker verweisen dagegen auf einen angeschlagenen Chart: Zuletzt habe der Kurs unter drei kurzfristigen gleitenden Durchschnitten notiert. Der RSI unterhalb der 50er-Mittellinie habe ebenfalls auf eine eher bärische Tendenz hingedeutet. Widerstände sehen sie bei 528 USD, 579 USD und 658,52 USD. Hinzu kommt der Wettbewerb durch Broadcom und die Eigenchips von Google.
Bei Nvidia reicht die Debatte über das operative Geschäft hinaus. Die Optimisten sehen den Konzern als Dreh- und Angelpunkt der KI-Finanzierungskette und als aktivsten Akteur am Anleihemarkt, wenn es um die Finanzierung des Ausbaus geht. Sie erwarten für das kommende Quartal starke Zahlen, nachdem der Umsatz im August um 106 % auf 96,2 Mrd. USD gestiegen war. Heute legt die Aktie um 2,2 % zu. Zugleich fordert Nvidia seine Rechenzentrumskunden auf, ihr China-Engagement zu reduzieren.
Die hohe Fremdfinanzierung im KI-Ökosystem macht genau diese Rolle für die Kritiker zum Risiko. Sie könne sich rächen, während die hohe Bewertung die Aktie besonders anfällig mache. Melius Research hat das Kursziel für Nvidia von 420 USD auf 315 USD gesenkt. Sie verweisen auf zweistellige Verluste in den vergangenen Wochen und darauf, dass zuletzt selbst gute Zahlen mit Abverkäufen quittiert worden seien. Für die Zahlen am 17. November rechnen sie deshalb auch bei einem starken Quartal mit Verkäufen, die sie als Zeichen eines nahenden kurzfristigen Hochs werten würden.
Kann Pfizers neues Produktportfolio die Patentrisiken auffangen?
Pfizer hat im dritten Quartal einen Umsatz von 16,58 Mrd. USD erzielt und damit den Analystenkonsens von 15,85 Mrd. USD um 4,6 % übertroffen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,87 USD um 18 % über dem Konsens von 0,74 USD. Wachstumstreiber waren Eliquis, Padcev und die Vyndaqel-Familie. Für die Optimisten zählt vor allem das Geschäft abseits der COVID-Produkte Comirnaty und Paxlovid: Ohne diese wuchs der Umsatz operativ um 7 %. Pfizer hebt die Umsatzprognose für 2026 von zuvor 60,5 bis 62,5 Mrd. USD auf 62,0 bis 64,0 Mrd. USD an. Beim bereinigten Gewinn steigt die Prognosespanne von 2,80 bis 3,00 USD auf 2,95 bis 3,05 USD je Aktie. Eine Stimme verweist zudem darauf, dass der Umsatz mit neu eingeführten und zugekauften Produkten operativ um 32 % wachse.
Die Skeptiker wenden ein, dass der Gesamtumsatz trotz der neuen Produkte kaum vom Fleck kommt. Mit einem operativen Einbruch von 63 % bei Paxlovid und einem Minus von 29 % bei Comirnaty wiegt der Rückgang des alten Geschäfts das Wachstum der neuen Produkte weitgehend auf. Noch schwerer wiegen die bevorstehenden Patentabläufe, die künftige Umsätze bedrohen. Eine Stimme verweist auf eine wichtige Prostatakrebs-Studie, die sich vom vierten Quartal ins kommende Jahr verschoben habe. Gerade solche Projekte sollen die Lücke schließen. Ein Kanal verweist zudem darauf, dass die Aktie lange auf der Stelle getreten sei. Heute gibt sie trotz der Zahlen rund 2 % nach.
Der Streit dreht sich deshalb auch um den Zeithorizont. Nach Darstellung aus der Debatte rechnet Pfizer erst nach 2028 wieder mit Wachstum, dann mit hohen einstelligen Raten für den Zeitraum 2028 bis 2033. Die Optimisten lesen daraus einen klaren Fahrplan. Die Skeptiker verweisen darauf, dass die Patentabläufe die Umsatzbasis bis dahin belasten.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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