Darüber spricht der Markt: Warum gute Chipzahlen nicht mehr reichen
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Ist der Ausverkauf bei Chipaktien trotz KI-Wachstum gerechtfertigt?
Für die Skeptiker ist der heutige Einbruch keine Panik, sondern eine gerechtfertigte Neubewertung. Sie verweisen auf enttäuschende Ausblicke, schwache PC- und Smartphone-Märkte sowie steigende Kosten. Das deutlichste Beispiel liefert Advanced Micro Devices. Der Konzern hatte am Dienstag einen Rekordumsatz von 13,4 Mrd. USD vorgelegt und damit die Analystenschätzung von 13,10 Mrd. USD übertroffen. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 97 % auf 8,5 Mrd. USD. Eine Stimme verweist darauf, dass die Aktie schon nach den Zahlen einen Großteil ihrer nachbörslichen Gewinne wieder abgegeben habe. Heute verliert sie 14 %. Hinzu kommen ein erwarteter zweistelliger Rückgang der PC-Auslieferungen im kommenden Jahr und die Sorge, dass sich der Ausbau der Rechenzentren verlangsamt.
Auch QUALCOMM liefert dafür Argumente. Der Umsatz übertraf mit 10,44 Mrd. USD zwar die Erwartungen, der bereinigte Gewinn je Aktie entsprach mit 2,17 USD aber nur dem Konsens. Das Handysegment brach um 26 % auf 5,14 Mrd. USD ein. Die Aktie bricht zum Handelsstart zweistellig ein und steuert auf einen der schwächsten Handelstage seit Jahren zu. Ein Sprecher führt die Kursverluste auf die schwächere Gewinnprognose zurück; heute fällt die QUALCOMM-Aktie um 8,5 %. Hinzu kommen Preiserhöhungen wegen höherer Kosten für Speicher, Waferfertigung und Verpackungstechnik sowie Zweifel am Übergang bei den Apple-Modems. Auch bei Nvidia erwarten die Skeptiker ein langsameres Wachstum, weil sich Chipbestellungen zeitlich strecken. Der Rückgang hatte sich zwischenzeitlich auf 7,3 % ausgeweitet, den größten Verlust seit April 2025; die Aktie gibt heute 8,1 % ab. Kurzfristig belaste zudem die Verknappung von Rechenkapazität bei den Kunden. Bei Speicherchips ist der Einwand grundsätzlicher: Die Produkte seien austauschbar, auf hohe Preise folge stets Überproduktion. Zudem fehle seit Corona ein echter Erneuerungszyklus bei Mobilgeräten.
Die Optimisten warnen dagegen vor einem pauschalen Urteil. Sie halten die Bewertungen im historischen Vergleich für günstig und die langfristige Chipnachfrage für intakt. AMD sei mit den Helios-Racks der einzige echte Konkurrent von Nvidia, während Nvidia selbst mit Grace Blackwell und Vera Rubin Marktführer bei KI-Racks bleibe. Für QUALCOMM spricht das bekräftigte Umsatzziel von 5 Mrd. USD im Rechenzentrumsgeschäft für das Geschäftsjahr 2027. Außerhalb des Handygeschäfts erwartet der Konzern mehr als 60 % Wachstum, das Automotive-Segment legte um 89 % auf 1,99 Mrd. USD zu. Der Konzernchef sieht das Android-Geschäft in China an der Talsohle. Das Wachstum im Rechenzentrum werde vom Angebot begrenzt, nicht von der Nachfrage.
Die Aktie von Arm Holdings fällt heute um 11,1 %. Dabei war der Umsatz im Quartal um 27 % gestiegen, das fünfte Quartal in Folge mit mehr als 20 % Wachstum, und das Lizenzgeschäft als Frühindikator für künftige Lizenzgebühren hatte im Jahresvergleich um über 50 % zugelegt. Citi empfiehlt den Kauf bei Schwäche, während UBS das Kursziel heute von 320 auf 270 USD gesenkt hat. Der Konzernchef erwartet, dass das Rechenzentrumsgeschäft binnen zwölf Monaten größer wird als das Smartphone-Geschäft, gestützt auf rund 2 Mrd. USD Umsatz mit der neuen CPU im kommenden Jahr. Die Skeptiker verweisen dagegen auf Speicherengpässe, die das Smartphone-Geschäft belasteten. Nach dem demokratischen Wahlsieg verschiebe zudem politische Unsicherheit den Zeitplan für Rechenzentrumsinvestitionen über 2027 hinaus. Ein Sprecher erwartet, dass der KI-Ausbau langsamer und unregelmäßiger verläuft und der Blick deshalb über sechs bis zwölf Monate hinausgehen muss. Goldman Sachs fordert bei QUALCOMM mehr Klarheit über den Hochlauf im Rechenzentrum.
Signalisiert der Ölpreisrutsch eine Trendwende bei Energiewerten?
Die Bären sehen im Preisrutsch bei WTI einen Trendbruch. Ein Sprecher beziffert das Minus seit Wochenbeginn auf mindestens 8 %. Wichtiger als die Zahl ist für sie das Chartbild: Der langfristige Aufwärtskanal sei gebrochen, und es zeichne sich ein mögliches Doppeltop ab. Der Energiesektor zeige gegenüber dem S&P 500 inzwischen relative Schwäche statt Stärke. Das deute auf eine Umschichtung aus dem Sektor hin. Eine mögliche Deeskalation im Iran-Konflikt könnte die Angebotsrisiken zusätzlich senken.
Die Bullen warnen davor, den Sektor vorschnell abzuschreiben: Energie habe zuletzt zu den stärksten Bereichen des Aktienmarkts gehört. Der Ölpreis war am Vortag nach dem starken Ausverkauf zuvor leicht um 2,5 % gestiegen. Heute fällt der Preis unter 90 USD je Barrel, der Energiesektor bricht um 5 % ein. Die Versorgungslage sei keineswegs entspannt, denn das Öl fließe noch nicht frei. Auch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in der Region bleibe bestehen.
Charttechnisch kommt es auf die Unterstützung in der Zone von 87 bis 89 USD an. Fällt der Ölpreis darunter, ergibt sich aus dem Doppeltop ein rechnerisches Kursziel von 67 USD, nahe den Sommertiefs. Ein solcher Bruch könnte zugleich einen bedeutenden Führungswechsel am Markt signalisieren.
Ist das Gesundheitswesen als sicherer Hafen inzwischen zu teuer?
Der Tenor fällt hier insgesamt positiv aus, doch die Skeptiker warnen vor der hohen Bewertung. So teuer wie derzeit sei der Sektor seit 20 Jahren nicht mehr, kurzfristig sei er überkauft. Schwerer wiegt für sie, was die Kurse bereits voraussetzen: Die aktuellen Preise unterstellten eine vollständige Rücknahme der Kürzungen beim Affordable Care Act und bei Medicaid.
Die Optimisten setzen dagegen auf den Trend und die defensive Funktion des Sektors. Das Gesundheitswesen habe als Baustein in diversifizierten Portfolios gute Dienste geleistet und gelte bei Marktunsicherheit weiter als sicherer Hafen. Während Technologiewerte schwankten, gehöre es zu den wenigen Bereichen im S&P 500 mit einem klaren, intakten Aufwärtstrend. Rückenwind komme von der Demografie und den politischen Rahmenbedingungen.
Ein möglicher Kompromiss im Kongress zu den Kürzungen bei Medicare und dem Affordable Care Act könnte dem Sektor mittelfristig helfen. Die Skeptiker halten eine Rücknahme der Kürzungen bereits für eingepreist.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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