Darüber spricht der Markt: Tragen starke Zahlen eine dünnere Rally?
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Rechtfertigt Nvidias 12,9-Mrd.-Deal für Hugging Face die Strategie?
Für die Optimisten ist die Übernahme ein logischer nächster Schritt: Nvidia dehnt sich von der reinen Chipherstellung hin zu tieferer KI-Infrastruktur aus, und laut Unternehmensführung wachsen offene und geschlossene Modelle derzeit gleichzeitig kräftig. Auf Cloud-Anbieter entfällt demnach nur die Hälfte des Nvidia-Geschäfts, den Rest treiben offene Modelle. Hugging Face bringt dafür eine beachtliche Basis mit: 200.000 Unternehmenskunden, 18 Millionen Entwickler und drei Millionen verfügbare Modelle – die Bewertung der Plattform kletterte damit von 4,5 Mrd. USD im Jahr 2023 auf 12,93 Mrd. USD beim Verkauf. Die Aktie legt heute weiter zu, nachdem bereits der jüngste Quartalsbericht mit einem Umsatzsprung von 106 % kräftig überzeugt hatte.
Die Skeptiker rechnen nach und kommen zu einem hohen Preis: 12,93 Mrd. USD plus bis zu 1 Mrd. USD für die Bindung von Mitarbeitern stehen einem Jahresumsatz von gerade einmal rund 110 Mio. USD gegenüber. Hinzu kommt ein strukturelles Problem – Nvidias größte Kunden entwickeln zugleich eigene Konkurrenzchips, was Zweifel an der Neutralität der Plattform weckt, wenn der Anbieter allen verkauft. Chinesische offene Modelle wie Alibabas Qwen überholen bei den Downloads bereits US-Konkurrenten. Ob sich der Deal rechnet, hängt für beide Seiten davon ab, ob es gelingt, die Entwicklerbasis von 18 auf 100 Millionen zu vervielfachen – ein Sprung, der sich erst über Jahre belegen lässt.
Tragen Broadcoms und HPEs starke Zahlen die Kursreaktionen?
Bei Broadcom ist die Zahlenlage eindeutig gut: Umsatz und Gewinn im dritten Quartal lagen deutlich über den Erwartungen, der KI-Halbleiterumsatz sprang im Jahresvergleich um über 220 % – getrieben von Custom-Chips für Google, OpenAI und Meta. Das Management erwartet eine Verdopplung des KI-Umsatzes bis Fiskaljahr 2027 auf 115 Mrd. USD und bis 2028 auf 230 Mrd. USD. Guggenheim-Analyst McCory bleibt bei „Outperform" und nennt ein Kursziel von 490 USD; BofA senkt ihr Ziel zwar von 530 auf 460 USD, bestätigt aber das „Buy"-Rating. Die Skeptiker verweisen auf den Ausblick fürs vierte Quartal von 34,8 Mrd. USD, der die Konsenserwartung von über 35 Mrd. USD verfehlte; dazu kommt die Kundenkonzentration bei Google als Risiko. Die Aktie verliert heute rund 4 % und rutscht damit unter den zuletzt erreichten Widerstand bei 360 USD.
Bei Hewlett Packard Enterprise wiederholt sich das Muster in kleinerem Maßstab. Networking- und Rechenzentrumsgeschäft liefen außergewöhnlich gut, Aufträge wachsen dreieinhalbmal schneller als der Umsatz, die Integration von Juniper gilt als gelungen. Doch die Aktie war vor den Zahlen bereits um rund 114 % gestiegen – entsprechend hoch lag die Messlatte. Trotz Rekordumsatz von 12,2 Mrd. USD gibt der Kurs heute rund 1 % nach, weil die Guidance für das Netzwerkgeschäft hinter den Markterwartungen zurückblieb und Analysten künftig schwächere Bruttomargen als die aktuellen 40,1 % erwarten.
Bröckelt die Marktbreite trotz neuer Index-Höchststände?
Auf den ersten Blick spricht wenig gegen Optimismus: Der S&P 500 legt heute klar über ein Prozent zu, ebenso die Nasdaq; der Dow Jones beendet seine dreitägige Verlustserie sogar mit dem größten Tagesgewinn seit einem Monat – unterstützt von fallenden Anleiherenditen und Fed-Kommentaren, die Zinssorgen dämpfen.
Die Gegenseite zählt lieber die Werte, die diese Bewegung tatsächlich tragen. Nur noch 48 % der Indexmitglieder liegen über ihrem 50-Tage-Durchschnitt – vor eineinhalb Wochen waren es noch über 70 %. Immer mehr Titel fallen zudem unter ihren 200-Tage-Durchschnitt. Rund 18 % des Index bestehen aus Halbleiterwerten, weitere 16 % aus Hyperscalern – eine Konzentration, die kaum Diversifikation gegenüber dem KI-Thema zulässt. Der Streit dürfte sich erst entscheiden, wenn sich die Marktbreite wieder verbessert oder die schmale Führung in eine echte Korrektur kippt.
Rechtfertigen Snowflakes und NetApps Zahlen die Kursfantasie?
Snowflake liefert das, was Anleger sich von Wachstumswerten wünschen: Umsatz und Gewinn übertreffen die Erwartungen deutlich, die Prognose wird angehoben, und das Wachstum beschleunigt sich klar. KI-Produkte wie Cortex und Cortex Copilot steigern laut Management den Wert der Kundendaten – ein sich selbst verstärkender Mechanismus aus mehr Daten und mehr KI-Nutzung. Die Aktie schießt heute um mehr als 18 % nach oben. Offen bleibt, ob Kunden ihre KI-Ausgaben damit nur vorziehen oder tatsächlich nachhaltig steigern – die Debatte bleibt trotz der Kursreaktion unentschieden.
NetApp zeigt ein ähnliches Muster mit mehr Widerspruch. Der Umsatz stieg im Quartal um 30 % im Jahresvergleich, angetrieben vom All-Flash-Storage-Geschäft mit Hochleistungsspeicher (+47 %); zugleich hob das Unternehmen die Jahresprognose an – die Aktie gewinnt heute rund 2 %. Die Skeptiker verweisen jedoch auf einen um 35 % eingebrochenen freien Cashflow und eine Bruttomargenguidance von 67 bis 68 %, die unter den Markterwartungen liegt. Für sie war die Erwartungshaltung vor den Zahlen bereits so hoch, dass die Bewertung inzwischen als vollständig eingepreist gilt – ein Einwand, der sich frühestens am nächsten Ausblick des Managements für freien Cashflow und Margen überprüfen lässt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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