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22:16 Uhr, 11.08.2026

COREWEAVE: Backlog auf 104 Mrd. Dollar – operative Marge ins Minus

Der Auftragsbestand wächst auf rund 104 Mrd. USD, doch operativ rutscht CoreWeave ins Minus: Zinsen und Abschreibungen fressen den Wachstumsschub auf.

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CoreWeave meldet einen Umsatz von 2,575 Mrd. USD und übertrifft damit den Analystenkonsens von 2,55 Mrd. USD, doch der Sprung ins operative Minus zeigt, wie teuer das Wachstum gerade erkauft wird. In einer ersten Reaktion notiert die Aktie rund 1,1 % tiefer.

CoreWeave steigert den Umsatz im zweiten Quartal um mehr als 112 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf 2,575 Mrd. USD und liegt damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 2,55 Mrd. USD. Unter dem Strich bleibt davon jedoch wenig übrig: Das operative Ergebnis dreht von einem Gewinn von 19 Mio. USD im Vorjahresquartal auf einen Verlust von 49 Mio. USD, die operative Marge fällt von 2 % auf minus 2 %. Der Nettoverlust weitet sich von 290 Mio. USD auf 626 Mio. USD aus, das verwässerte Ergebnis je Aktie sinkt von minus 0,60 USD auf minus 1,14 USD nach GAAP. Der Analystenkonsens von minus 1,21 USD ist üblicherweise bereinigt gefasst, während CoreWeave hier nur einen GAAP-Verlust ausweist, ein direkter Vergleich beider Werte ist deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.

Das bereinigte EBITDA (Adjusted EBITDA) steigt von 753 Mio. USD auf 1,51 Mrd. USD, die entsprechende Marge sinkt aber von 62 % auf 59 %. Noch deutlicher zeigt sich die Kostenseite beim bereinigten operativen Ergebnis: Es fällt von 200 Mio. USD auf 128 Mio. USD, die bereinigte operative Marge bricht von 16 % auf 5 % ein. Der Zinsaufwand springt von 267 Mio. USD auf 640 Mio. USD, ein Beleg dafür, dass die aggressive Fremdfinanzierung des Infrastrukturausbaus zunehmend auf das Ergebnis drückt. Wachstum ist bei CoreWeave derzeit nicht margenneutral zu haben: Je mehr Rechenkapazität gebaut wird, desto stärker belasten Abschreibungen und Zinsen die Gewinnschwelle.

Der Auftragsbestand wird zur eigentlichen Story

Der Umsatz-Rückstand (Revenue Backlog) wächst auf rund 104 Mrd. USD, ohne die mehr als 25 Mrd. USD an neuen Kundenzusagen, die bereits Anfang des dritten Quartals hinzukamen. Das aktive Leistungsvolumen legt um fast 500 Megawatt auf 1,5 Gigawatt zu, das kontrahierte Volumen auf rund 3,7 Gigawatt. CEO Michael Intrator sieht das Unternehmen an einem wichtigen Wendepunkt: Die Skalierung schlage sich erstmals in operativer Hebelwirkung nieder, während die Nachfrage von Kunden wie Databricks, Cognition oder Hudson River Trading weiter zunehme. Der Auftragsbestand liefert damit die Visibilität für künftige Umsätze, sagt aber nichts darüber aus, wann daraus tatsächlich profitables Wachstum wird: Genau diese Lücke zwischen Backlog und Marge ist der wunde Punkt des Quartals.

Parallel baut CoreWeave seine Finanzierungsbasis massiv aus: ein Term Loan über 3,1 Mrd. USD, eine strategische Investition von Jane Street über 1 Mrd. USD und mehr als 10 Mrd. USD an neu aufgenommenen unbesicherten Schulden und Wandelanleihen, darunter erstmals ein Eurobond. Die Bilanz zeigt die Kehrseite: Die gesamten Verbindlichkeiten wachsen von knapp 46 Mrd. USD Ende 2025 auf gut 72 Mrd. USD zum Quartalsende, während das Sachanlagevermögen auf 46,7 Mrd. USD steigt. CoreWeave finanziert sein Wachstum also überwiegend fremd, was die Zinslast strukturell hoch hält, solange die operative Marge nicht deutlich zulegt.

CoreWeave, Inc.: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

CoreWeave verzichtet in dieser Mitteilung auf eine schriftliche Prognose und verweist stattdessen auf den Earnings-Call, in dem das Management die Guidance mündlich nachliefert. Das ist für sich genommen keine schlechte Nachricht, macht aber deutlich, dass Anleger die entscheidenden Zahlen zum weiteren Jahresverlauf zunächst nicht schriftlich vorliegen haben. Die zuletzt gemeldete Wachstumsrate von mehr als 112 % gegenüber dem Vorjahresquartal bewegt sich im Rahmen des bisherigen Tempos, was angesichts der Größenordnung des Backlogs plausibel erscheint, aber auch zeigt, dass die Dynamik zumindest nicht weiter zulegt. Die Analystenschätzungen für die Gesamtjahre 2026 und 2027 gehen von einem Umsatz von 12,64 Mrd. USD respektive 25,05 Mrd. USD aus, bei einem EPS, das laut Konsens erst 2027 mit minus 1,36 USD deutlich weniger negativ ausfallen soll als im laufenden Jahr. Ob CoreWeave diesen Pfad zur Profitabilität in dem Tempo erreicht, das der Konsens unterstellt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die zuletzt gesunkene bereinigte operative Marge wieder erholt.

CoreWeave, Inc. (CRWV) – Kursverlauf 1 Jahr

Tagesschlusskurse der CoreWeave, Inc.-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 5,13 Mrd. USD 12,64 Mrd. USD 25,05 Mrd. USD
EPS -2,81 USD -3,95 USD -1,36 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)

Fazit: Ein Rekordumsatz und ein auf rund 104 Mrd. USD angewachsener Auftragsbestand stehen einer operativen Marge gegenüber, die ins Minus gedreht ist, und einer bereinigten operativen Marge, die von 16 % auf 5 % eingebrochen ist. Das ist der zentrale Widerspruch dieses Quartals. Auf der Habenseite steht die außergewöhnliche Nachfrage, die sich im Backlog und in den zusätzlichen 25 Mrd. USD an neuen Zusagen zeigt, auf der Sollseite die stark gestiegene Zinslast und die noch fehlende schriftliche Prognose zum weiteren Jahresverlauf. Die Wachstumsstory bleibt intakt, doch der Nachweis, dass aus der Skalierung tatsächlich Profitabilität wird, steht weiterhin aus.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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