Fed-Schock verdaut? 5-%-Rendite, Öl und Trump-Xi-Gipfel bringen neue Spannung
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Nach der ersten US-Zinserhöhung seit drei Jahren startet die Börse in eine Woche, in der die entscheidende Frage lautet: War der Fed-Schock bereits eingepreist – oder beginnt jetzt eine neue Phase steigender Renditen und höherer Volatilität? Die US-Notenbank erhöhte den Leitzins in der vergangenen Woche um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent und signalisierte, dass mindestens ein weiterer Schritt in diesem Jahr möglich bleibt. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise wieder an die psychologisch wichtige Marke von 5 Prozent. Der Dow verlor über die Woche rund 1,7 Prozent, während sich der Nasdaq dank starker Halbleiterwerte mit einem Plus von etwa 0,7 Prozent deutlich robuster zeigte. Damit bleibt der zentrale Konflikt bestehen: Starke KI- und Unternehmensgewinne treffen auf steigende Finanzierungskosten.
Für zusätzliche Spannung sorgt weiterhin der Ölpreis. Brent notiert zum Wochenstart trotz eines Rückgangs noch bei rund 102 Dollar je Barrel. Hoffnungen auf höhere Exporte aus der Golfregion und die Wiederherstellung beschädigter Pipeline-Kapazitäten sorgen zunächst für Entspannung, doch die Situation im Nahen Osten bleibt fragil. Gerade für die Fed ist das entscheidend: Steigende Energiepreise könnten den Inflationsdruck erneut verstärken und weitere Zinserhöhungen wahrscheinlicher machen. Mehrere Fed-Mitglieder treten in dieser Woche öffentlich auf, sodass Anleger nach der überraschend offensiven Zinserhöhung jedes Signal zum weiteren Kurs genau verfolgen dürften. Fed-Mitglied Neel Kashkari betonte zuletzt, die Inflation sei nicht nur bei Energie, sondern in weiten Teilen der US-Wirtschaft weiterhin zu hoch.
Auch geopolitisch könnte der Donnerstag zum wichtigsten Tag der Woche werden: US-Präsident Donald Trump trifft Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington. Auf der Agenda stehen neben Handel, Zöllen und kritischen Rohstoffen auch KI, Halbleiter, Lieferketten und der Iran-Konflikt. Eine Verlängerung des bisherigen Handelsfriedens dürfte ein zentrales Thema sein. Gerade für Nasdaq und Chipaktien könnten Aussagen zu Exportkontrollen und KI-Technologie deshalb unmittelbar relevant werden. Gleichzeitig liefert der Konjunkturkalender neue Hinweise auf die Stärke der Wirtschaft: Am Mittwoch stehen die vorläufigen US-Einkaufsmanagerindizes auf dem Programm, am Donnerstag folgen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und Verkäufe neuer Häuser, bevor am Freitag die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter sowie das endgültige Verbrauchervertrauen der University of Michigan veröffentlicht werden. In Deutschland rückt am Donnerstag zudem der ifo-Geschäftsklimaindex in den Fokus.
Bei den Quartalszahlen steht diesmal weniger Big Tech als vielmehr der US-Konsument im Mittelpunkt. Am Dienstag berichtet AutoZone, am Mittwoch folgen General Mills und Paychex. Besonders spannend wird der Donnerstag mit Darden Restaurants und Costco. Bei Costco rechnen Analysten derzeit mit rund 94,9 Milliarden Dollar Umsatz und 6,53 Dollar Gewinn je Aktie. Nach zuletzt schwächeren US-Verbraucherstimmungsdaten dürfte dabei vor allem interessieren, wie sich Kaufverhalten, Mitgliederwachstum und Margen unter höheren Energiepreisen und Zinsen entwickeln. Auch TD Synnex könnte als IT-Distributor interessante Hinweise darauf liefern, ob die Nachfrage nach Enterprise- und KI-Infrastruktur weiter stark bleibt.
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