Analyse
11:55 Uhr, 21.01.2026

CONTINENTAL patzt im Schlussquartal

Die Zahlen zum vierten Quartal und zum Geschäftsjahr 2025 fallen bei Continental schwächer aus als erwartet. Zwar erreicht der Konzern auf aggregierter Ebene seine Prognosebandbreiten, doch der Blick ins Detail offenbart eine deutliche operative Enttäuschung.

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  • Continental AG
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  • Continental AG - WKN: 543900 - ISIN: DE0005439004 - Kurs: 63,200 € (XETRA)

Vor allem der Unternehmensbereich ContiTech bleibt klar hinter den Zielen zurück und trübt die Gesamtbilanz des Dax-Konzerns.

Schwacher Jahresabschluss belastet das Gesamtjahr

Im vierten Quartal erzielte Continental einen Konzernumsatz von rund 5,0 Mrd. EUR. Auf Jahressicht summieren sich die Erlöse damit auf etwa 19,7 Mrd. EUR und liegen formal innerhalb der prognostizierten Spanne. Auch die bereinigte EBIT-Marge von rund 10,9 % im Schlussquartal beziehungsweise 10,2 % im Gesamtjahr bewegt sich im Zielkorridor, allerdings nur am unteren Ende der Erwartungen.

Besonders deutlich wird dies bei ContiTech. Der Unternehmensbereich kam im vierten Quartal auf einen Umsatz von rund 1,4 Mrd. EUR, im Gesamtjahr auf etwa 6,0 Mrd. EUR und damit lediglich auf das untere Ende der eigenen Umsatzprognose. Noch schwerer wiegt die Ertragslage: Die bereinigte EBIT-Marge vor Anwendung von IFRS 5 lag im Schlussquartal bei lediglich rund 2,0 %. Für das Gesamtjahr ergibt sich eine Marge von etwa 4,9 % und damit ein klarer Bruch der ursprünglich in Aussicht gestellten 6,0 bis 7,0 %.

Das Management verweist auf eine ausgebliebene Markterholung, hohe Transformationsaufwendungen sowie negative Währungs- und Bewertungseffekte. Zudem seien geplante Maßnahmen zur Ergebnissicherung in spätere Quartale verschoben worden. In der Summe klingt dies weniger nach temporären Effekten als nach anhaltenden strukturellen Problemen in einem zentralen Unternehmensbereich.

Der Bereich Reifen bleibt der Lichtblick, kann das schwache Bild jedoch nur teilweise überdecken. Mit einem Umsatz von rund 3,6 Mrd. EUR im vierten Quartal und 13,8 Mrd. EUR im Gesamtjahr bewegt sich das Reifengeschäft im Rahmen der Erwartungen. Die bereinigte EBIT-Marge von 14,3 % im Schlussquartal und 13,6 % im Gesamtjahr profitiert von positiven Mix-Effekten und weiteren Kostenoptimierungen.

Positiv fällt der bereinigte Free Cashflow aus. Mit rund 1,0 Mrd. EUR im vierten Quartal und knapp 1,0 Mrd. EUR im Gesamtjahr erreicht Continental das obere Ende der Prognose.

Fazit: Continental schließt das Jahr 2025 schwächer ab als erhofft. Trotz starkem Reifengeschäft enttäuscht das Industriegeschäft deutlich. Dennoch, die Story rund um die weitere Abspaltung von ContiTech bleibt intakt, wenn es jetzt auch länger als erhofft dauern könnte. Eine Verschnaufpause tut der Continental-Aktie erstmal nicht weh. Jetzt heißt es zunächst auf den Ausblick warten. Der Weg zum reinen Reifenkonzern ist weiter vorgezeichnet.

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