Chinas Erholung wird nicht V-förmig verlaufen
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Minneapolis (GodmodeTrader.de) - Die nächste konjunkturelle Erholung in China dürfte der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments zufolge anders verlaufen als jene nach der Finanzkrise. Damals hatte die Regierung ein großes Packet mit Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dies habe zu Überkapazitäten geführt, wie Jin Xu, Portfoliomanager für asiatische Aktien bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Kommentar schreibt.
„Diesmal erfolgt die politische Unterstützung Stück für Stück“, so Xu. „Daher werden wir wahrscheinlich keine V-förmige Erholung sehen wie beim vorigen Mal, als alles rasch wieder nach oben schnellte, sondern eine nachhaltigere.“
Quellen für Unsicherheit bezüglich Chinas wirtschaftlicher Entwicklung sind Columbia Threadneedle zufolge der Handelskonflikt mit den USA, die Maßnahmen zum Abbau von Fremdkapitalhebeln, welche die Regierung Anfang 2018 veranlasste, sowie niedrigere Investitionen durch die Unternehmen. Wegen des unsicheren Ausblicks achteten Unternehmen nun stärker auf Cashflows und Renditen, heißt es weiter.
„Ein weiterer neuer Trend ist, dass Unternehmen stärker dazu bereit sind, in Forschung und Entwicklung sowie Produktinnovationen zu investieren, anstatt ihre Produktionskapazitäten zu erweitern“, schreibt Jin Xu. Dies unterstütze eine wirtschaftliche Erholung nach neuem Muster.
Trotz der erwähnten Unsicherheiten sieht Columbia Threadneedle einen starken strukturellen Wachstumstreiber: den inländischen Konsum. „Im nächsten Jahrzehnt dürfte der Inlandskonsum in China stetig weiterwachsen. Dass er nachlässt, ist unwahrscheinlich“, schreibt Xu. Der Portfoliomanager verweist auf Prognosen des Internationalen Währungsfonds vom Dezember 2018. Demnach lag das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 2017 bei 16.696 US-Dollar und soll bis 2023 auf 26.178,50 US-Dollar steigen.
Columbia Threadneedle setzt vor allem auf langfristige Trends, um vom chinesischen Wachstum und insbesondere vom zunehmenden Inlandskonsum zu profitieren. Dazu gehörten der Aufstieg des elektronischen Handels, der steigende Bedarf an Lebensversicherungen sowie die wachsende Nachfrage nach Luxusgütern, heißt es abschließend.
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