Börsen vor Fed-Zinsentscheid erholt - Uniper bricht nach Rettung ein
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Bund übernimmt Uniper fast vollständig
Putin ordnet Teilmobilmachung an
Bundesregierung muss Millionen Impfstoff-Dosen vernichten
Stitch Fix verfehlt Erwartungen
Markt
Vor dem mit Spannung erwarteten Fed-Zinsentscheid am Abend hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch zulegen könne. Der DAX ging mit einem Plus von 0,76 Prozent bei 12.767,15 Punkten aus dem Xetra-Handel. Zuvor war der Index im Vormittagshandel allerdings noch auf den tiefsten Stand seit rund zwei Monaten abgerutscht, bevor er sich zusammen mit einer festeren Wall Street berappeln und die Vortagesverluste teilweise wieder ausgleichen konnte. Es wird erwartet, dass die US-Notenbank Fed im Kampf gegen die hohe Inflation den Leitzins erneut um 75 Basispunkte anhebt. Unterdessen übernimmt der Bund die Mehrheit am angeschlagenen Energieunternehmen Uniper, wie am Morgen offiziell bestätigt wurde. Die Uniper-Aktien brachen dramatisch ein, während Rüstungsaktien wegen der von Russlands Präsident Putin angekündigten Teilmobilmachung deutlich zulegten.
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Rüstungsaktien ziehen nach Mobilmachung in Russland an
Unternehmen & Branchen
Der Nahrungsmittelkonzern General Mills hat im ersten Geschäftsquartal 2023 seinen Umsatz um 4 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar gesteigert. Der operative Gewinn legte um 29 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zu, während sich der verwässerte Gewinn je Aktie um 32 Prozent auf 1,35 Dollar verbesserte. Der bereinigte Gewinn lag mit 1,11 Dollar über den Erwartungen von 0,99 Dollar.
Nach der Ankündigung des Bundes, die Mehrheit beim Energiekonzern Uniper zu übernehmen, sind die Anteilsscheine des Unternehmens am Mittwoch dramatisch eingebrochen. Bis zum frühen Nachmittag verbilligten sich die Aktien um rund 35 Prozent auf 2,70 Euro. Der Bund zahlt für die Übernahme von Uniper im Rahmen einer Kapitalerhöhung sowie des Kaufs der bisher vom finnischen Fortum-Konzern gehaltenen Aktien nur 1,70 Euro je Aktie.
Der französische Tech-Milliardär Xavier Niel ist beim britischen Telekommunikationskonzern Vodafone eingestiegen. Über sein Investmentvehikel Atlas Investment erwarb Niel rund 2,5 Prozent der Aktien, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Investor sieht Möglichkeiten, die Profitabilität von Vodafone zu steigern den Breitbandausbau in Deutschland zu beschleunigen. Die Vodafone-Aktien legten in London als Reaktion auf die Nachricht zu.
Die Bundesregierung muss wegen fehlender Nachfrage und abgelaufenem Verfallsdatum insgesamt 4,6 Millionen Corona-Impfdosen vernichten, wie eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag beim Bundesgesundheitsministerium ergeben hat. Betroffen sind 3,9 Millionen Dosen des Herstellers Moderna und 700.000 Dosen des Herstellers Novavax.
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will in einem Streit um sein Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya den obersten Gerichtshof der USA (Supreme Court) anrufen. Zuvor hatte ein anderes Gericht Novartis' Patent auf Gilenya für ungültig erklärt und eine erneute Anhörung des Falls abgelehnt.
Der deutsche Staat übernimmt die Mehrheit beim angeschlagenen Energieunternehmen Uniper, der durch die ausbleibenden russischen Gaslieferungen in Bedrängnis geraten ist. Das bereits Ende Juli vereinbarte Stabilisierungspaket werde entsprechend abgeändert, teilte Uniper mit. Das Stabilisierungspaket umfasst nun eine Kapitalerhöhung in Höhe von 8 Milliarden Euro, die ausschließlich vom Bund gezeichnet wird und zu einer Beteiligung des Bundes an Uniper von rund 93 Prozent führt. Die neuen Aktien im Rahmen der Kapitalerhöhung werden zu einem Ausgabepreis von 1,70 Euro (Schlusskurs Dienstag: 4,176 Euro) unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre begeben. Darüber hinaus soll der Bund die derzeit vom finnischen Fortum-Konzern gehaltenen Uniper-Aktien für 1,70 Euro erwerben, sodass der Bund anschließend 98,5 Prozent der Uniper-Aktien hält. Die staatliche KfW Bank wird Uniper Finanzmittel entsprechend ihrem Liquiditätsbedarf zur Verfügung stellen, einschließlich der Ablösung der derzeitigen Kreditlinie von Fortum, bestehend aus einem Gesellschafterdarlehen von 4 Milliarden Euro und einer Garantielinie von 4 Milliarden Euro. Uniper will im vierten Quartal eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten, bei der die Aktionäre über die Stabilisierungsmaßnahmen abstimmen. Die Bundesregierung hat unterdessen die Dringlichkeit der geplanten Uniper-Verstaatlichung betont. Die Kapitalerfordernisse von Uniper hätten sich durch die komplette Einstellung der vertraglich vereinbarten Gaslieferungen aus Russland und die stark gestiegenen Gaspreise signifikant erhöht, so das Wirtschaftsministerium.
Der Baustoffkonzern HeidelbergCement will seine Leistungen künftig unter der Marke Heidelberg Materials anbieten, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Das Leistungsspektrum des Unternehmens gehe weit über Zement hinaus, sagte der Vorstandsvorsitzende Dominik von Achten laut Mitteilung. Die Muttergesellschaft von Heidelberg Materials soll aber unverändert den Namen HeidelbergCement AG tragen.
Der Big-Data-Spezialist Palantir hat einen Vertrag mit dem südkoreanischen Schiffsbaukonzern Hyundai Heavy Industries abgeschlossen. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 20 Millionen Dollar, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Der persönliche Online-Styling-Service Stitch Fix hat in seinem zum 30. Juli 2022 abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal 2022 die Analystenerwartungen bei Umsatz und Ergebnis verfehlt. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 481,9 Millionen Dollar, wie Stitch Fix am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Zahl der aktiven Kunden nahm um 9 Prozent ab. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich von plus 0,20 Dollar auf minus 0,89 Dollar.
Konjunktur & Politik
Die US-Rohöllagerbestände sind in der vergangenen Woche um 1,1 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche auf 430,8 Millionen Barrel gestiegen. Erwartet wurde ein stärkerer Anstieg um 2,2 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Daten des privaten American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hatten einen Anstieg um eine Million Barrel gezeigt. Die Ölproduktion in den USA stagnierte in der vergangenen Woche mit 12,1 Millionen Barrel pro Tag auf dem Vorwochenniveau.
Die Verkäufe bestehender Häuser in den USA sind im August weniger stark gesunken als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat wurde ein Rückgang um 0,4 Prozent auf annualisiert 4,88 Millionen verzeichnet, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Mittwoch mitteilte. Erwartet wurde ein stärkerer Rückgang um 2,3 Prozent. Allerdings sanken die Verkäufe im August dennoch auf den tiefsten Stand seit Mai 2020.
Im Kampf gegen die hohe Inflation wird die US-Notenbank Federal Reserve am Abend voraussichtlich erneut eine drastische Zinsanhebung verkünden. Die Märkte gehen davon aus, dass der Leitzins erneut um 75 Basispunkte (0,75 Prozentpunkte) erhöht wird und sich dann in einer Spanne von 3,00 bis 3,25 Prozent befindet. Als möglich, aber unwahrscheinlich, gilt auch eine Zinserhöhung um 100 Basispunkte, was der größte Zinsschritt in der Fed-Geschichte wäre.
Der Preis für europäisches Erdgas ist mit neuen Spannungen zwischen Russland und dem Westen wieder gestiegen. Am Mittwochvormittag erhöhte sich der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas um rund neun Prozent bis auf etwa 213 Euro je Megawattstunnde.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat in einer Fernsehansprache eine Teilmobilmachung der russischen Streitkräfte angekündigt. Die Mobilmachung solle noch heute beginnen. Kern der Mobilmachung ist, dass Reservisten eingezogen werden, um die Personalprobleme an der Front zu lösen. Putin kündigte außerdem die mögliche Annexion ukrainischer Gebiete mithilfe der Scheinreferenden in den besetzten Gebieten an. "Die Entscheidung, die die Mehrheit der Bürger in den Volksrepubliken Luhansk und Donezk, in den Gebieten Cherson und Saporischschja treffen, unterstützen wir", sagte Putin in einer Fernsehansprache. Der Westen und die Ukraine betrachten die Referenden als illegal.
Der Leiter des Verteidigungsausschusses in der russischen Staatsduma, Andrej Kartapalow, hat dementiert, dass im Zuge des Ukraine-Kriegs eine Generalmobilmachung erfolgen soll. "Eine allgemeine Mobilmachung wird es nicht geben", sagte Kartapalow im Interview mit der "Parlamentskaja Gaseta". Am Dienstag hatte die Ankündigung Russlands, bestimmte Gesetze zu verändern zu Spekulationen geführt, es könne eine allgemeine Mobilmachung geben.
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