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12:57 Uhr, 15.07.2026

BLACKROCK: Wenn 15 Billionen USD noch nicht genug sind

BlackRock meldet ein Rekordhalbjahr mit 321 Milliarden USD Nettomittelzuflüssen und einem AUM-Stand von 15,3 Billionen USD.

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Hinter den glänzenden Zahlen steckt jedoch eine wichtige Unterscheidung: zwischen dem, was das operative Geschäft leistet, und dem, was Akquisitionen und Marktbewegungen beitragen.

Das verwaltete Vermögen (AUM) klettert zum Ende des zweiten Quartals auf einen Rekordwert von 15,34 Billionen USD, gegenüber 12,53 Billionen USD im Vorjahreszeitraum. Die Nettomittelzuflüsse im Quartal belaufen sich auf 191,7 Milliarden USD, im ersten Halbjahr summieren sie sich auf 321 Milliarden USD, laut BlackRock ein Rekord für ein erstes Halbjahr. Die Gesamterträge steigen um 31 % gegenüber dem Vorjahr auf 7,08 Milliarden USD und übertreffen damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 6,73 Milliarden USD deutlich. Das verwässerte GAAP-EPS legt von 10,19 USD auf 12,19 USD zu, verfehlt die Konsensschätzung von 12,69 USD jedoch. Auf bereinigter Basis erreicht das EPS 13,91 USD nach 12,05 USD im Vorjahr.

Das Ergebnis trägt die Handschrift der HPS-Transaktion: Rund 230 Millionen USD der Ertragssteigerung bei den Beratungs- und Verwaltungsgebühren entfallen auf Gebühren im Zusammenhang mit dieser Übernahme, hinzu kommen deutlich höhere Performance-Fees von 305 Millionen USD nach 94 Millionen USD im Vorjahr, ebenfalls getrieben durch alternative Produkte aus dem HPS-Portfolio. Ohne diese Akquisitionseffekte wäre das Ertragswachstum spürbar moderater ausgefallen. Zudem belastet ein niedrigeres außeroperatives Ergebnis, das von 521 Millionen USD im Vorjahr auf 258 Millionen USD fiel, unter anderem wegen eines nicht zahlungswirksamen Bewertungsverlusts von rund 37 Millionen USD auf die Minderheitsbeteiligung an Circle Internet Group. Das erklärt, warum das GAAP-EPS trotz starkem operativem Wachstum unter der Analystenschätzung bleibt.

iShares und Private Markets als Wachstumsmotoren

Der ETF-Bereich bleibt das Gravitationszentrum des Unternehmens: iShares überschreitet im Quartal erstmals die Marke von 6 Billionen USD AUM und zieht allein 177,9 Milliarden USD an Nettomittelzuflüssen an, rund 93 % der gesamten Langfrist-Zuflüsse im Quartal. Die Equity-ETF-Gebühren steigen gegenüber dem Vorjahr auf 1,99 Milliarden USD, der mit Abstand größte Einzelposten auf der Ertragsseite.

Private Markets entwickeln sich ebenfalls dynamisch: 15,4 Milliarden USD Nettomittelzuflüsse im Quartal, angeführt von Private Credit mit 6,0 Milliarden USD und Infrastructure mit 5,2 Milliarden USD. Die Gebühren aus Private Markets belaufen sich auf 639 Millionen USD, was 11 % der gesamten Basis-Gebühren ausmacht, bei nur 2 % Anteil am AUM ein deutlicher Hinweis auf die höhere Marge dieses Segments. Das zeigt, wohin BlackRock die Plattform strategisch entwickelt: weg vom reinen Volumengeschäft, hin zu margenstarken Alternativen.

Technologie als dritte Säule

Die Technologiesparte wächst um 13 % gegenüber dem Vorjahr auf 566 Millionen USD Quartalserträge. Der jährliche Vertragswert (ACV) steigt um 15 %, getragen von der anhaltenden Nachfrage nach der Aladdin-Plattform. Das ist kein dominanter Wachstumstreiber, aber ein stabiler, wiederkehrender Ertragsstrom, der die Abhängigkeit von Marktbewegungen strukturell reduziert.

Die bereinigte operative Marge erreicht 45,9 %, der höchste Wert seit fast fünf Jahren und ein Anstieg um 260 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr. Auf GAAP-Basis liegt die Marge bei 34,7 %, was die erheblichen Abschreibungen auf Akquisitions-Intangibles von 276 Millionen USD und Aufwendungen für bedingte Gegenleistungen von 11 Millionen USD widerspiegelt.

Ausblick

BlackRock kommuniziert keine formale Ergebnisprognose für das Gesamtjahr, gibt aber ein klares Signal zur Kapitalrückführung: Die geplanten Aktienrückkäufe für 2026 werden auf 2 Milliarden USD angehoben, nach 450 Millionen USD im abgelaufenen Quartal sollen es künftig 550 Millionen USD pro Quartal sein. Das ist ein Bekenntnis zur eigenen Wachstumsstory, das über bloße Rhetorik hinausgeht.

CEO Laurence Fink formuliert die Perspektive offensiv: "Unser Schwung beschleunigt sich, und ich war noch nie optimistischer hinsichtlich des Wachstums, das vor uns liegt." Die Analystenkonsensschätzungen für das Gesamtjahr 2026 sehen Erträge von 28,27 Milliarden USD und ein EPS von 54,30 USD vor, Werte, die auf Basis der Halbjahresdynamik erreichbar erscheinen, sofern die Marktbeta-Unterstützung anhält und die HPS-Integration planmäßig verläuft. Das organische Basisgebührenwachstum von 8 % im Quartal liegt über dem selbst gesteckten Ziel und gibt der Equity-Story eine solide Eigenantriebskomponente.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Erträge 24,22 Mrd. USD 28,27 Mrd. USD 31,56 Mrd. USD
EPS 35,42 USD 54,30 USD 62,42 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens); Erträge = Konzern-Gesamterträge

Fazit: BlackRock liefert ein operativ starkes Quartal, das auf breiter Front überzeugt: Rekord-AUM, Rekord-Halbjahres-Zuflüsse, bereinigte Marge auf Fünfjahreshoch und Erträge klar über Konsens. Das GAAP-EPS verfehlt die Schätzung, was aber im Wesentlichen auf das gesunkene außeroperative Ergebnis zurückzuführen ist und die operative Qualität nicht trübt. Die Abhängigkeit von HPS-Gebühren und Marktbewegungen bleibt ein Faktor, den Investoren im Blick behalten sollten, doch der organische Wachstumsbeitrag ist real und messbar. Bei einem KGV von 21 auf Basis der Trailing-Gewinne und einer Wachstumsdynamik, die sich laut Management gerade erst beschleunigt, liefern diese Zahlen der BlackRock-Aktie eine belastbare Grundlage.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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