Bank of Japan erhöht Leitzins auf 31-Jahres-Hoch
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Erwähnte Instrumente
- USD/JPY - WKN: 965991 - ISIN: XC0009659910 - Kurs: 157,229 ¥ (FOREX)
- Nikkei225 - WKN: 969244 - ISIN: XC0009692440 - Kurs: 64.951,37 Pkt (TTMzero Indikation)
Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 1,25 % angehoben. Damit liegt der Zinssatz auf dem höchsten Niveau seit 1995. Sieben der neun Mitglieder des geldpolitischen Rats stimmten für den Schritt. Zwei Mitglieder, die beide von Premierministerin Sanae Takaichi erst dieses Jahr nominiert worden waren und als Befürworter einer expansiven Geldpolitik gelten, stimmten für unveränderte Zinsen.
Als Grund für die Straffung verwies die Notenbank auf zunehmende Inflationsrisiken. Insbesondere höhere Produzentenpreise schlagen nach Einschätzung der BoJ zunehmend auf die Verbraucherpreise durch. Zusätzlich könnten steigende Energiepreise, eine starke Nachfrage im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz sowie der schwache Yen den Preisdruck erhöhen.
Die Verbraucherpreise lagen im August im Jahresvergleich 1,9 % höher. Die Kerninflation belief sich auf 1,7 %. Für die zweite Hälfte des Fiskaljahres 2026 erwartet die BoJ eine Beschleunigung der Kerninflation auf mehr als 2 %.
Die Notenbank stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht, sofern sich Wirtschaft und Inflation entsprechend entwickeln. Einen konkreten Zeitplan nannte sie jedoch nicht. Gleichzeitig betonte die BoJ, dass die Finanzierungsbedingungen vorerst akkommodierend bleiben dürften.
An den Devisenmärkten reichte die Zinserhöhung deshalb nicht aus, um dem Yen Auftrieb zu geben. Stattdessen legte der Dollar gegenüber dem Yen zu. Die Zinserhöhung war im Vorfeld weitgehend eingepreist gewesen.

Mit koordinierten Yen-Käufen hatten Japan und die USA im Sommer 2026 versucht, die Abwertung der japanischen Währung zu stoppen. Die Anfang August bestätigte Intervention sollte den Kurs nach dem Absturz auf ein Vierzigjahrestief gegenüber dem Dollar stabilisieren. Dabei handelte die Bank of Japan (BoJ) auf Weisung des japanischen Finanzministeriums. Auf amerikanischer Seite kaufte die New Yorker Fed im Auftrag des US-Finanzministeriums. Die politische Verantwortung lag damit maßgeblich bei den Regierungen.
Japanische Aktien reagierten unterdessen positiv auf den Zinsentscheid. Der Nikkei 225 legte zeitweise um mehr als 2 % zu. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen fiel um knapp fünf Basispunkte.

Mittelfristig könnten höhere japanische Zinsen auch internationale Kapitalströme beeinflussen. Im Rahmen des sogenannten Yen-Carry-Trades haben sich Spekulanten in den vergangenen Jahrzehnten im großen Stil Geld zu niedrigen Zinsen in Japan geliehen und es in höher verzinste Anlagen in anderen Ländern investiert. Japanische Investoren halten u.a. mehr als 1 Bio. USD an US-Staatsanleihen. Nimmt die Zinsdifferenz zwischen westlichen Ländern und Japan ab, führt dies tendenziell zu größeren Kapitalrückflüssen nach Japan und beeinflusst deshalb auch die Aktien- und Anleihenmärkte in Nordamerika und Europa.
Fazit: Die Zinserhöhung der Bank of Japan war weitgehend eingepreist und liefert deshalb kaum neue Impulse. Entscheidend bleibt, wie schnell die Bank of Japan ihren Straffungskurs fortsetzt. Sollten die Zinsen in Japan weiter steigen und sich die Zinsdifferenz zu den USA und Europa verringern, könnte der Yen-Carry-Trade zunehmend unattraktiv werden. Damit wächst mittelfristig auch das Risiko von Kapitalrückflüssen nach Japan, die an den internationalen Aktien- und Anleihemärkten für Gegenwind sorgen könnten.
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