AUMANN nach dem Aktienrückkauf: Wo liegt jetzt die Story?
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- Aumann AG - WKN: A2DAM0 - ISIN: DE000A2DAM03 - Kurs: 14,000 € (XETRA)
Neue Wachstumsfelder sind Drohnen, Luftfahrt, Life Science, Batterierecycling und Elektromotoren ohne Seltene Erden. Noch reicht deren Wachstum aber nicht aus, um den Einbruch im E-Mobility-Geschäft auszugleichen.
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Autogeschäft bricht ein
Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz um 35 % auf 70,6 Mio. EUR. Der Auftragseingang ging um 27 % auf 65,4 Mio. EUR zurück, der Auftragsbestand verringerte sich von 162,4 auf 115,4 Mio. EUR. Das liest sich erstmal brutal schlecht.
Besonders schwach entwickelte sich E-Mobility. Der Umsatz fiel um 47 % auf 47,4 Mio. EUR, der Auftragseingang brach um 59 % auf 27,7 Mio. EUR ein. Trotz des Volumenrückgangs erreichte das Segment eine EBITDA-Marge von 12,3 %. Auf Konzernebene lag das EBITDA bei 7,4 Mio. EUR und die Marge bei 10,5 %.
Allerdings profitierte Aumann von der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen in Höhe von rund 2 Mio. EUR. Ohne diesen Effekt hätte die Konzernmarge rechnerisch nur bei knapp 7,7 % gelegen.
Die Verkäufe von Elektroautos steigen inzwischen wieder deutlich. In Europa legten sie laut Aumann im ersten Halbjahr um 35 % zu, in Deutschland um fast 50 %. Neue Anlagenbestellungen bleiben dennoch aus, weil die Hersteller zunächst vorhandene Kapazitäten auslasten.
CEO Sebastian Roll verwies auf die Neue Klasse von BMW: "Die Investitionen dafür wurden mindestens ein Jahr vor dem Produktionsstart getätigt. Die Kapazitäten, die BMW jetzt benötigt, sind also bereits vorhanden.“ Erst wenn die Auslastung weiter steigt, dürften zusätzliche Produktionslinien bestellt werden.
Batterierecycling wird zum neuen großen Markt
Erste größere Anfragen erhält Aumann wieder für Anlagen zur Herstellung von Batteriemodulen und kompletten Batteriepaketen. Noch interessanter erscheint die industrielle Aufbereitung gebrauchter Fahrzeugbatterien.
Autohersteller prüfen Produktionslinien, auf denen Batterien zerlegt, einzelne Module geprüft, aufgearbeitet, erneut montiert und abschließend getestet werden. Dabei geht es laut Roll nicht mehr um Pilotprojekte: "Wir sprechen nicht über 1.000 oder 2.000 Batteriepakete im Jahr, sondern über Zehntausende.“
Für Aumann passt dieses Geschäft gut zum vorhandenen Know-how in Montage, Demontage und End-of-Line-Prüfung. Wegen der technischen Komplexität hält das Management auch attraktive Margen für möglich.
Zusätzliche Chancen ergeben sich aus den chinesischen Exportbeschränkungen für Seltene Erden. Autohersteller interessieren sich verstärkt für gewickelte Rotoren, die ohne Permanentmagnete auskommen. Aumann hat in diesem Bereich bereits Projekte gewonnen und führt weitere Kundengespräche. Inzwischen wird die Technik nicht mehr nur für kleinere Elektroautos, sondern auch für größere Fahrzeugklassen geprüft.
Next Automation übernimmt die Führung
Das Segment Next Automation steigerte seinen Umsatz um 23 % auf 23,2 Mio. EUR. Der Auftragseingang wuchs um 72 % auf 37,7 Mio. EUR, der Auftragsbestand um 32 % auf 61,9 Mio. EUR. Damit entfällt inzwischen mehr als die Hälfte des Konzernauftragsbestands auf das neue Segment. Die EBITDA-Marge erreichte 11,7 %.
Besonders große Hoffnungen setzt Aumann auf Drohnen. Das Unternehmen kann dabei Technologien aus dem Autogeschäft übertragen: Elektromotoren, Batteriesysteme, automatisierte Montage und Endkontrolle.
Der Einstieg erfolgt häufig über Prüfanlagen. Auch Hersteller, die ihre Drohnen noch manuell montieren, benötigen präzise End-of-Line-Tests. Anschließend will Aumann Anlagen für Drohnenmotoren und langfristig komplette Montagelinien liefern. Zu den Kunden gehören laut Vorstand sowohl finanzstarke Start-ups als auch etablierte Rüstungskonzerne.
"Bei militärischen Anwendungen wollen die Kunden die Motoren mittel- bis langfristig in Europa produzieren“, sagte Roll. Vollautomatisierte Drohnenlinien rechnen sich allerdings erst bei größeren Serien und verbindlichen Aufträgen.
Luftfahrt braucht Geduld
Im zivilen Flugzeugbau hat Aumann bereits einen der beiden großen Hersteller als Kunden gewonnen und erste Aufträge für den Produktionshochlauf erhalten. Auch dem zweiten, in den USA ansässigen Hersteller wurden Angebote unterbreitet.
Der Markteintritt dauert wegen hoher technischer und regulatorischer Anforderungen lange. "Es ist sehr schwer, in Luftfahrt und Verteidigung hineinzukommen. Ist man aber erst einmal etabliert, handelt es sich um einen sehr attraktiven Markt“, erklärte Roll.
Weitere Projekte verfolgt Aumann in Life Science, Solarmodul-Recycling, Brennstoffzellentechnik und möglicherweise humanoider Robotik. Im Pharmabereich liefert das Unternehmen Anlagen zur Herstellung transdermaler Pflaster und oral einzunehmender Dünnfilme.
Prognose verlangt stärkeres zweites Halbjahr
Für 2026 bestätigte Aumann einen Umsatz von rund 160 Mio. EUR und eine EBITDA-Marge zwischen 6 und 8 %. Nach 70,6 Mio. EUR im ersten Halbjahr müssen bis Jahresende noch etwa 89,4 Mio. EUR umgesetzt werden. Ein großer Teil des Auftragsbestands soll 2026 abgearbeitet werden. Der Vorstand räumte jedoch ein, beim Umsatz derzeit etwas unterhalb und bei der Marge oberhalb der Planung zu liegen. Größere Kundenentscheidungen stehen noch aus.
Aumann besitzt mit 154,4 Mio. EUR Nettoliquidität ausreichend Mittel für Übernahmen. Der Vorstand prüft etwa eine Handvoll Kandidaten, will aber wegen Schwächen bei Finanzen, operativer Entwicklung oder Auftragseingang keine Transaktion erzwingen.
Fazit: Der Wandel bei Aumann schreitet voran, aber eine Ergebnis- und Umsatzwende ist aktuell noch nicht zu sehen. Dafür braucht es einfach mehr Aufträge. Kommen diese rein, dann könnte das Papier wieder Flügel bekommen. Aktuell beobachte ich die Aumann-Aktie nur, bzw. bin indirekt über MBB noch investiert.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mio. EUR | 204,00 | 160,00 | 192,00 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 1,13 | 0,50 | 0,90 |
| KGV | 12 | 28 | 15 |
| Dividende je Aktie in EUR | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Dividendenrendite | 0,00% | 0,00% | 0,00% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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