Analyst warnt vor Horrorszenario: Fällt Bitcoin nochmal auf 60.000 USD?
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Groß waren die Hoffnungen, als Bitcoin Anfang Mai über die 80.000 US-Dollar schoss, sollte es doch dem andauernden Bärenmarkt endlich Einhalt gebieten. Doch es kam anders. Mittlerweile bewegt sich die Kryptowährung wieder deutlich unter dem Niveau – und plötzlich rücken für so manchen Analysten Kursziele ins Visier, die man eigentlich schon für überwunden hielt. Die große Frage lautet: Droht dem Markt eine erneute Abwärtswelle?
Einer, der Alarm schlägt, ist James Check. Im Bitcoin Space ist der ehemalige Glassnode-Analyst vielen aber besser bekannt als “Checkmatey”. Die aktuelle Marktsituation weist für ihn erstaunliche Parallelen zum Februar auf. Damals fiel Bitcoin auf knapp 60.000 US-Dollar und markierte den vorläufigen Tiefpunkt des Bärenmarktes. In einem Interview warnte er nun: Die Kryptowährung könne nochmal auf dieses Kursniveau abstürzen, und nennt dafür konkrete Gründe.
Steigende Zinsen verschärfen die Unsicherheit
Ein Unsicherheitsfaktor: die aktuelle Makrolage. Insbesondere die steigende Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen bereitet dem Analysten Kopfzerbrechen. Zuletzt stiegen die Zinsen auf rund 5,1 Prozent und waren damit so hoch wie seit 2007 nicht mehr. In Großbritannien ist die Lage sogar noch angespannter. Hier schoss der Renditestand 30-jähriger Staatsanleihen auf den höchsten Wert seit Juni 1998.
Für Check zeigt das zunehmenden Druck im globalen Finanzsystem. Höhere Renditen verschärfen die Finanzierungskosten und erhöhen den Druck auf risikoreiche Anlageklassen wie Bitcoin.
Strategy bleibt das größte Risiko
Und dann nennt er noch ein Unternehmen, das mit seinen radikalen Bitcoin-Allokationen für ordentlich Gesprächsstoff im Krypto-Space sorgt: Michael Saylors Strategy. Das größte Risiko sieht Check in der Kapitalstruktur.
Denn um die Bitcoin-Käufe zu finanzieren, greift Strategy tief in die Finanztrickkiste: Gibt Anleihen aus und emittiert Vorzugsaktien. So nahm das Unternehmen bisher eine zweistellige Milliardensumme an Kapital auf und vereinnahmt heute rund vier Prozent aller Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 75.700 US-Dollar
Checks Sorge: Fällt der Bitcoin-Kurs unter das Durchschnittsniveau, steigt der Verkaufsdruck bei Strategy. Zuletzt hatte Gründer Michael Saylor durchaus einen solchen Schritt in Aussicht gestellt. Die kritischste Zone für Check liegt im Bereich der 50.000 US-Dollar.
Fraglich allerdings, inwiefern diese Verkäufe tatsächlich direkte Auswirkungen auf den Kurs hätten, da Strategy in der Vergangenheit einen Großteil ihrer Transaktionen außerbörslich vollzog. Dennoch dürfte sich die Nachricht negativ auf die Anlegerstimmung niederschlagen und eventuell zu einer Verkaufswelle unter Retail-Investoren führen.
An dieser Marke kehrt der Bullenmarkt zurück
Allgemein zeigt sich Check recht pessimistisch, was die mittelfristige Zukunft von Bitcoin angeht. Damit die Kryptowährung wieder in alte Sphären zurückfindet, sieht er drei wichtige Kursmarken: 78.000, 85.000 und 95.000 US-Dollar.
Die Zone um 78.000 US-Dollar entspricht laut Check der aggregierten Anlegerkostenbasis für “Kurzzeithalter” der sogenannten “STH Cost Basis”. Vereinfacht gesagt bildet dieser Bereich, den ersten Widerstand ab, den Bitcoin nachhaltig überwinden müsste. Aktuell liegt der BTC-Kurs jedoch drunter, bei etwa 75.780 US-Dollar.
Sollte es den Bullen gelingen, die Zone zurückzuerobern, rückt der Bereich von 85.000 US-Dollar in den Fokus. Hier liegt der 200-Tage-Durchschnitt, eine wichtige Metrik in der Chartanalyse. Wird diese nachhaltig durchbrochen, bedeutet das oft einen langfristig positiven Trend. Die finale Marke liegt laut Check bei 95.000 US-Dollar, Bitcoins 50-Wochen-Durchschnitt. Erst oberhalb dieses Bereichs sieht der Analyst den Bärenmarkt als beendet an.
Gelingt es den Bullen jedoch nicht, diese Marken zurückzuerobern, sieht Check schwarz für den Kryptomarkt. Dann dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, wann Bitcoin wieder auf die 60.000 US-Dollar kracht.
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