Analyst: Trump muss die Panik aufhalten!
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Erwähnte Instrumente
- S&P 500 - WKN: A0AET0 - ISIN: US78378X1072 - Kurs: 5.861,57 Pkt (Cboe)
Der Nasdaq 100 hat innerhalb von sechs Handelstagen rund 7,5 % verloren und damit den schnellsten Kursrutsch seit September 2020 aufs Parkett gelegt, wie die Experten von Bespoke Investment ausgerechnet haben. Die Kryptowährung Bitcoin büßte in etwas mehr als einer Woche gut 20 % ihres Werts ein. Der S&P 500 steht fast 5 % unter seinem letzten Allzeithoch vom 19. Februar.
Für den Kursrutsch gibt es mehrere Gründe:
- Verschiedene US-Konjunkturdaten sind zuletzt deutlich schwächer ausgefallen als erwartet, was Sorgen ausgelöst hat, dass sich die bisherige Stärke der US-Wirtschaft möglicherweise in ihr Gegenteil umkehrt.
- Die US-Notenbank Fed hat wiederholt signalisiert, dass die Zinsen in diesem Jahr kaum noch gesenkt werden dürften.
- US-Präsident Trump hat mit immer neuen Zollankündigungen für Verunsicherung gesorgt. Die Zölle gegen Kanada und Mexiko sollen nächste Woche in Kraft treten, während die Zölle gegen China um weitere 10 % angehoben werden. Außerdem hat Trump einen Zoll in Höhe von 25 % auf alle Waren aus der EU angekündigt. Die Zölle könnten einen globalen Handelskrieg auslösen und zu einem schweren Einbruch der Weltwirtschaft führen.
- Der Kryptomarkt wurde zusätzlich von einem spektakulären Raub belastet, bei dem Hacker (vermutlich aus Nordkorea) rund 1,5 Mrd. USD beim Kryptodienstleister Bybit erbeuteten.
- Die jüngsten Quartalszahlen des KI-Chipgiganten Nvidia waren nicht gut genug, um die KI-Euphorie erneut zu entfachen.
Nach Einschätzung von Michael Hartnett, Chef-Anlagestratege bei der der Bank of America, sollten die Kursverluste nun US-Präsident Trump auf den Plan rufen. In einem Kommentar an die Kunden seiner Bank wied Hartnett darauf hin, dass der S&P 500 nur noch rund 1 % über dem Schlusskurs vom 5. November und damit dem Tag der US-Präsidentschaftswahl notiert. Rutscht der Leitindex nur geringfügig weiter ab, wären sämtliche Kursgewinne der Trump-Rally passé.
Unterhalb des Schlusskurses vom 5. November bei 5.782,76 Punkten im S&P würden Anleger „sehr stark auf verbale Unterstützung von politischen Entscheidungsträgern hoffen“ und wären auch darauf angewiesen, schrieb Hartnett.
Im folgenden Chart des S&P 500 zeigt die horizontale Linie den Schlusskurs vom Tag der US-Präsidentschaftswahl.
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Am positivsten wären laut Hartnett Signale der US-Regierung für eine mögliche Einigung auf ein Handelsabkommen mit China. Auch schnellere US-Steuersenkungen, eine Anhebung der Schuldenobergrenze, Fed-Zinssenkungen und eine Einigung mit Saudi-Arabien über niedrigere Ölpreise könnten für gute Stimmung sorgen.
Fazit: Der jüngste Crash hat fast die gesamten Kursgewinne seit dem Trump-Wahlsieg aufgefressen und könnte deshalb den US-Präsidenten auf den Plan rufen. Ob Trump zu einem wirklichen Richtungswechsel in der Handelspolitik bereit ist, steht aber auf einem völlig anderen Blatt. Es gibt zudem viele Einflussfaktoren wie die Fed-Zinspolitik, die Trump nicht direkt unter Kontrolle hat. Die Gefahr ist groß, dass sich die Trump-Rally in einen epochalen Trump-Crash verwandelt.
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Bei 8 % Rückgang vom Top von "Crash" zu reden ist mal wieder Polemik pur.
Vergessen wird bei diesem Panikgeschrei der Analysten, dass der DJ bei der ersten Wahl von Trump bei ~18.000 stand, seitdem also eine gewaltige Rally hingelegt hat. Das relativiert den jüngsten Kursrutsch schon etwas.
Gleichzeitig hat sich aber auch die Staatsverschuldung in diesem Zeitraum auf 36 Billionen USD verdoppelt. Das jährliche Defizit beträgt 2 Billionen USD und alleine die Zinszahlungen betragen bereits über 1 Billion USD. Diese Entwicklung ist dauerhaft nicht tragbar und die hektischen Aktionen (z. B. Massenentlassungen, Kürzungen von Geldern etc.) der US-Regierung sind auch ein Versuch des Defizit irgendwie zu begrenzen.
Außerdem besteht eine fast schon paranoide Angst von irgendwelchen Abhängigkeiten, weshalb eine De-Globalisierung und speziell Abkopplung von China im Eilzugtempo durchzuführen.
Ich denke Wirtschaft und Börsen müssen sich noch auf ganz andere Zeiten einstellen.