AMPHENOL: Rekordumsatz und Rekordorders – woher kommt der Schub?
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Amphenol meldet für das zweite Quartal 2026 Rekordwerte bei Umsatz und bereinigtem Gewinn je Aktie, getrieben von einem außergewöhnlichen Wachstum im IT-Datenkommunikationsgeschäft und dem Beitrag der CommScope-Akquisition. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 3 % höher.
Der Konzernumsatz klettert im zweiten Quartal 2026 um 55 % gegenüber dem Vorjahr auf 8,76 Mrd. USD und übertrifft damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 8,26 Mrd. USD deutlich. Organisch, also bereinigt um Währungseffekte und Zukäufe, beträgt das Wachstum 30 % – ein Wert, der zeigt, dass die Dynamik nicht allein der CommScope-Übernahme zu verdanken ist. Das bereinigte verwässerte EPS (Adjusted Diluted EPS) steigt von 0,81 USD im Vorjahresquartal auf 1,35 USD und liegt damit klar über dem Analystenkonsens von 1,18 USD. Das GAAP-verwässerte EPS beläuft sich auf 1,37 USD.
Dabei ist ein Einmaleffekt zu beachten: Sowohl das GAAP- als auch das bereinigte operative Ergebnis enthalten einen Nettoertrag von 80 Mio. USD aus der Rückerstattung von IEEPA-Zöllen, was rund 0,04 USD je Aktie entspricht. Ohne diesen Effekt wäre die bereinigte operative Marge von 29,8 % etwas weniger glänzend ausgefallen, sie bleibt aber auch dann auf hohem Niveau und liegt deutlich über den 25,6 % des Vorjahresquartals.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Amphenol. (Quelle: Unternehmensangaben)
Communications Solutions trägt den Löwenanteil
Das Segment Communications Solutions, das nach der CommScope-Integration nun rund 61 % des Konzernumsatzes ausmacht, wächst um 85 % auf 5,38 Mrd. USD. Organisch entspricht das immer noch 42 %, ein Beleg dafür, dass die Nachfrage nach Hochgeschwindigkeits-Verbindungslösungen für Rechenzentren und KI-Infrastruktur ungebrochen stark ist. Die Segmentmarge verbessert sich von 30,6 auf 33,6 %, was die operative Hebelwirkung des Wachstums unterstreicht.
Harsh Environment Solutions, das Segmente wie Militär, Luft- und Raumfahrt sowie Industrieanwendungen bedient, legt um 28 % auf 1,86 Mrd. USD zu, davon 22 % organisch. Die Marge springt von 25,2 auf 30,1 %, ein ungewöhnlich starker Anstieg, der auf eine verbesserte Produktmischung und Preisdisziplin hindeutet. Das kleinste Segment, Interconnect and Sensor Systems, wächst um 17 % auf 1,52 Mrd. USD bei einer Marge von 21,0 %.
Rekordorders und starker Cashflow
Besonders auffällig ist das Orderbuch: Amphenol verbucht Aufträge von 10,7 Mrd. USD, was einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,23:1 entspricht. Das ist ein Rekordwert und signalisiert, dass die Nachfrage die aktuelle Produktionskapazität weiterhin übersteigt. Der operative Cashflow beläuft sich auf 1,56 Mrd. USD, der Free Cashflow auf 1,21 Mrd. USD. An die Aktionäre fließen im Quartal insgesamt 515 Mio. USD zurück, aufgeteilt auf Aktienrückkäufe von 208 Mio. USD und Dividenden von 307 Mio. USD.
Hinzu kommen zwei kleinere Akquisitionen: El.Com aus Italien mit rund 150 Mio. USD Jahresumsatz im Bereich Industrieverbindungslösungen sowie Wilder Technologies aus dem US-Bundesstaat Washington mit rund 15 Mio. USD Jahresumsatz im Bereich Hochgeschwindigkeitstestlösungen. Beide sind überschaubar, passen aber zur Strategie der schrittweisen Technologieerweiterung. Wichtiger ist die Korrektur der CommScope-Erwartungen nach oben: Amphenol rechnet nun mit einem Jahresumsatzbeitrag von 4,6 Mrd. USD und einer EPS-Verwässerung von plus 0,30 USD, gegenüber ursprünglich 4,1 Mrd. USD und 0,15 USD.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Für das dritte Quartal 2026 erwartet Amphenol einen Umsatz zwischen 9,3 und 9,4 Mrd. USD, was einem Wachstum von 50 bis 52 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche. Das bereinigte verwässerte EPS soll in einer Spanne von 1,40 bis 1,42 USD liegen, was einem Anstieg von 51 bis 53 % entspricht. Die Guidance enthält ausdrücklich keine weiteren Zollrückerstattungen, der 80-Mio.-USD-Effekt aus Q2 kehrt im Folgequartal also nicht wieder. Gemessen am Analystenkonsens für das Gesamtjahr 2026 von 4,85 USD bereinigtem EPS liegt die Quartalsguidance im Rahmen der Erwartungen. Der Ton des Managements bleibt selbstbewusst: CEO R. Adam Norwitt spricht von einer sich weiter beschleunigenden "Revolution in der Elektronik" und sieht breite Wachstumschancen über alle Endmärkte hinweg, eine Formulierung, die wenig Raum für Vorsicht lässt.
Tagesschlusskurse der Amphenol-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 23,09 Mrd. USD | 33,63 Mrd. USD | 38,71 Mrd. USD |
| EPS | 3,34 USD | 4,85 USD | 5,79 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Umsatz und bereinigtes EPS liegen klar über den Erwartungen, das Orderbuch erreicht Rekordniveau, und die CommScope-Integration läuft besser als geplant. Ein echter struktureller Makel lässt sich in diesem Zahlenwerk nicht finden. Einziger Wermutstropfen ist der Zollrückerstattungseffekt von 0,04 USD je Aktie, der die Marge optisch etwas aufhellt und im dritten Quartal wegfällt, die Guidance trägt das aber bereits ein. Wer die Anlagethese für Amphenol auf KI-Infrastruktur und Rechenzentrumsvernetzung aufgebaut hat, bekommt hier die Bestätigung, die er gesucht hat. Das KGV von rund 38 spiegelt diese Erwartungen bereits weitgehend wider, sodass der Kursanstieg der Amphenol-Aktie eher die Qualitätsbestätigung honoriert als eine Neubewertung einleitet.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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