AMD kauft World Labs - Neuaufstellung fürs Roboterzeitalter?
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- Advanced Micro Devices Inc. - WKN: 863186 - ISIN: US0079031078 - Kurs: 607,870 $ (Nasdaq)
Der Kauf soll AMD helfen, seine Chips und Systeme auf Anwendungen auszurichten, die über heutige Sprachmodelle hinausgehen. Wie viel ist dieser Vorsprung tatsächlich wert?
AMD bezahlt die Übernahme vollständig mit eigenen Aktien. Der Abschluss ist bis Ende 2026 vorgesehen und steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Li soll anschließend als Executive Vice President und Chief Scientist direkt an Konzernchefin Lisa Su berichten. Die Bezahlung in Aktien schont AMDs Kasse, verwässert aber die Anteile bestehender Aktionäre.
World Labs arbeitet an sogenannten Weltmodellen. Anders als ein Sprachmodell, das vor allem Texte verarbeitet und erzeugt, sollen diese Systeme räumliche Umgebungen erfassen, dreidimensional nachbilden und Abläufe darin simulieren. Das könnte beispielsweise Robotern helfen, Bewegungen zu planen und mögliche Folgen ihres Handelns zu erkennen. Für AMD ist daran vor allem interessant, welche Anforderungen solche Anwendungen künftig an Rechenleistung, Speicher und Software stellen.
AMD kennt das Team bereits
Der Zukauf beginnt nicht bei null. World Labs und AMD arbeiten nach Angaben des Start-ups seit 2025 beim Training von KI-Modellen und bei der Optimierung ihres Betriebs auf AMD-Grafikprozessoren zusammen. An einer Finanzierungsrunde über 1 Mrd. USD im Februar beteiligte sich AMD ebenfalls. Aus der bestehenden technischen Partnerschaft wird nun ein gemeinsames Forschungsteam.
Gerade diese Vorgeschichte macht den Preis interessant. Bei der Finanzierungsrunde wurde World Labs laut Financial Times mit rund 5 Mrd. USD bewertet. Die jetzigen 8,2 Mrd. USD lägen rechnerisch etwa 64 % darüber, nach nur gut sieben Monaten. Das zeigt, welch hohen strategischen Wert der Konzern der Forschung und dem Team beimisst.
Der Schritt passt zu einem breiteren Wettlauf der Chiphersteller. Auch Nvidia erweitert sein Geschäft über Hardware hinaus und hat im September die Übernahme der KI-Plattform Hugging Face für knapp 13 Mrd. USD angekündigt. Die beiden Zukäufe sind inhaltlich verschieden. Gemeinsam ist ihnen der Versuch, näher an die Entwickler und Modelle heranzurücken, die künftig Nachfrage nach Recheninfrastruktur schaffen könnten.
AMD selbst wächst derzeit auch ohne World Labs kräftig. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Konzernumsatz um 50 % auf 11,5 Mrd. USD. Das Rechenzentrumsgeschäft legte um 107 % auf 6,7 Mrd. USD zu und stand damit für 58 % der Erlöse. Getrieben wurde es laut AMD von EPYC-Prozessoren und Instinct-Beschleunigern. World Labs soll dagegen vor allem Einfluss auf künftige Produkte nehmen; wann daraus zusätzliche Umsätze entstehen, lässt sich bislang nicht abschätzen.
Fazit: Die Übernahme hat eine nachvollziehbare Logik, zumal AMD die Technologie bereits aus der Zusammenarbeit kennt. Wirtschaftlich bleibt sie zunächst wohl eine teure Wette. Da nur in Aktien bezahlt wird, fließt zumindest kein Cash aus dem Unternehmen.
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