Nachricht
17:40 Uhr, 04.04.2025

Aktien Schweiz mit neuerlichem Ausverkauf - SMI unter 12.000 Punkten

Erwähnte Instrumente

DOW JONES--Der Ausverkauf am schweizerischen Aktienmarkt hat am letzten Handelstag der Woche noch weiter Fahrt aufgenommen und den SMI unter die Marke von 12.000 Punkten gedrückt. Das von den US-Zöllen ausgehende Risiko für die globale Konjunktur ist an den Aktienmärkten noch nicht vollständig eingepreist, in der Folge trennten sich Investoren weiter von Risiko-Assets. Zusätzlicher Verkaufsdruck kam am Mittag auf, nachdem China Gegenmaßnahmen auf die US-Zölle angekündigt hatte. Die Volksrepublik will Zölle von 34 Prozent auf US-Waren erheben. Das ist mehr, als die meisten Marktbeobachter erwartet hatten.

US-Präsident Donald Trump scheint die jüngsten Vergeltungsmaßnahmen Chinas in einem Social-Media-Post aber auf die leichte Schulter zu nehmen. "China hat falsch gehandelt, sie sind in Panik geraten - das einzige, was sie sich nicht leisten können", sagte er auf seiner Plattform Truth Social, ohne weitere Erklärungen abzugeben. Die Entwicklungen verstärken die Befürchtungen, das ein massiver Zoll-Krieg die globale Konjunktur schwer belasten könnte. Zudem wollten viele Investoren vor dem Wochenende weitere Bestände abbauen, denn dieses könnte negative Entwicklungen bringen.

Der SMI knickte um 5,1 Prozent ein und schloss bei 11.649 Punkte. Dabei verzeichneten alle 20 SMI-Werte Abgaben. Der Umsatz erhöhte sich noch einmal deutlich und lag bei 50,99 (zuvor: 35,9) Millionen Aktien. Die Rendite zweijähriger schweizerischer Anleihen rutschte leicht ins Minus.

Ob und inwieweit sich die Abwärtsspirale an den Aktienmärkten in den nächsten Tagen fortsetzen wird, dürfte nach Aussage der DZ Bank hauptsächlich von den beteiligten Regierungen abhängen. Sollte vor allem die US-Regierung klare Verhandlungsbereitschaft signalisieren, könnte das Bild vom "Dealmaker-Trump" wieder verstärkt in den Vordergrund rücken und für Beruhigung sorgen. Setze Trump seine in den vergangenen Monaten an den Tag gelegte harte Gangart fort, seien hingegen weitere Rückschläge keineswegs ausgeschlossen.

Vor allem die Werte aus der Finanzbranche standen unter Abgabedruck. Hier verloren UBS 5,8 Prozent und für die Papiere von Julius Bär ging es um 8,2 Prozent abwärts. Kräftige Änderungen der Zinskurve machten Händler für den Einbruch der Bankenaktien verantwortlich. "Die Branche ist gut gelaufen und jetzt kommen aber die Margen unter Druck", sagte ein Händler. Denn die allgemeinen Umschichtungen der Anleger in langlaufende Anleihen wegen der Zollsorgen sorgten für eine starke Kurvenverflachung.

Die Luxusgüter-Werte zeigen sich erneut mit starken Verlusten. Richemont büßten 7,0 Prozent ein, Swatch 3,8 Prozent. Die Unternehmen der Branche könnten nur begrenzte Möglichkeiten haben, die Zoll-Auswirkungen auf Importe in die USA auszugleichen, merkte Barclays bereits am Vortag an. Die Aktien der defensiven Index-Schwergewichte Roche, Novartis und Nestle verloren zwischen 3,6 und 6,2 Prozent.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/cln

Copyright (c) 2025 Dow Jones & Company, Inc.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Das könnte Dich auch interessieren