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Kommentar
06:00 Uhr, 04.07.2026

3 Fragen an Bernecker

Ende März hatten Sie 4.000 Dollar je Unze als Kursziel für Gold genannt. Dieses Niveau haben wir nun erreicht.
Kann jetzt eine echte Erholung folgen?

Die Zielmarke von 4.000 Dollar für Gold ist erreicht worden. Die Auffanglinie für die Stabilisierung liegt zwischen 3.850 und 4.100 Dollar. Die nächsten Zahlen des World Gold Council werden zeigen, ob sich die Marktverhältnisse wesentlich verändert haben. Das lasse ich offen. Entscheidend ist, wie sich die Notenbanken, die in den letzten Monaten die sichersten Käufer waren, insgesamt verhalten. Dagegen ist der Goldrausch des letzten Jahres verschwunden.

Ergebnis daraus: Gibt es den Eindruck einer schwächeren Nachfrage, findet der Goldpreis erst wieder bei rd. 3.400 bis 3.500 Dollar einen zweiten Boden. Das wäre die Ausgangsbasis des Sommers letzten Jahres. Dieses markttechnische Bild wird sich in den nächsten 4 bis 6 Wochen konkretisieren. Dann reden wir über Gold weiter.

Die Aktie von Rheinmetall ist Ende Juni unter 1.000 Euro gefallen. Ist die Korrektur nun groß genug?

Rheinmetall wurde mehr als halbiert, wie avisiert. Teilweise war dies im Zuge der spektakulären Entscheidung in Berlin, die Strategie der Fregattenrüstung neu zu definieren, übertrieben. Dazu gibt es keine zuverlässigen Informationen, sondern nur parteipolitische Äußerungen. Das ist zu wenig! Die zeitweise Halbierung des Kurses von Rheinmetall ging zu weit. Jetzt geht es darum, einen Mittelwert zu finden, wie sich die Auftragslage von Rheinmetall einerseits und die tatsächliche Geschäftsentwicklung andererseits neugestalten und berechnen lassen. Der Mittelwert dieser Erwartungen liegt in Düsseldorf zunächst zwischen 1.200 und 1.300 Euro. Der sehr agilen Mannschaft von Rheinmetall ist sehr viel mehr zuzutrauen. Übrigens: Rheinmetall sowie viele weitere spannende Aktien finden Sie in der neuen Actien-Börse Nr. 27/2026.

Der Yen notiert gegenüber dem Dollar auf dem tiefsten Stand seit 40 Jahren. Ein Vorteil für japanische Aktien?

Die Japaner steuern ihre Exportpolitik seit den 1950er-Jahren immer und sehr geschickt, weil diskret, über den Wechselkurs des Yen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere der Dollar. Mit der jüngsten Abwertung in kleinen Schritten ist damit der japanische Export für die nächsten ein bis zwei Jahre gut gesichert. Die Neuverschuldung der japanischen Regierung mit dem gigantischen Investitionsprogramm bildet jedoch eine weitere Unsicherheit. Bei einer Verschuldungsrate von über 230 % des BIP sind die Konsequenzen schwer zu erkennen. Dazu gehört, dass 95 % aller Staatsschulden in Japan liegen und kein Ausländer Yen-Bestände führt. Damit lässt sich der Yen anders steuern, als dies für andere große Industrieländer der Fall ist. Tendenziell ergibt sich eine schrittweise Erholung des Yen-Kurses, wie in früheren Zyklen bereits zu beobachten war. Ein Vorteil für japanische Aktien liegt darin allein jedoch nicht. Der Nikkei hat das beschriebene Szenario richtig eingepreist, dürfte nun aber zunächst konsolidieren.

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