Analyse
09:45 Uhr, 29.09.2026

2G erneut mit starken Auftragseingang im Q3 - Erste Prognose für 2028!

Der Auftragseingang läuft dem Ergebnis weit voraus: 2G Energy hat im dritten Quartal erneut Bestellungen über mehr als 400 Mio. EUR erhalten und hebt die Umsatzprognose für 2027 an.

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Im ersten Halbjahr blieb vom operativen Gewinn dagegen kaum etwas übrig. Für Anleger entscheidet sich der Investment Case nun daran, wie schnell der Anlagenbauer seine vollen Auftragsbücher in Umsatz und Ertrag verwandelt.

Den größten Schub liefert das Rechenzentrumsgeschäft. Ein weiterer unterschriebener Großauftrag umfasst Kraftwerke mit einer Leistung von 275 MW, mehr als 2G im gesamten Jahr 2025 produzierte. Der Kunde hat nach Unternehmensangaben bereits eine Anzahlung im mittleren zweistelligen Millionenbereich geleistet. Bei 2G zählen solche Projekte erst nach Vertragsunterzeichnung und Eingang der Anzahlung zum Auftragseingang. Auch ein angekündigter Auftrag aus dem Mining-Sektor wurde im Juli fixiert.


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Die Auslieferung der Anlagen aus dem ersten Rechenzentrums-Großauftrag soll im vierten Quartal beginnen. Umsätze erfasst 2G schrittweise, sobald die jeweiligen Kraftwerke in den USA angekommen sind. Das macht den Zeitplan für Produktion, Transport und Abnahme besonders wichtig.

Höhere Ziele für 2027 und 2028

Für 2027 erwartet der Vorstand nun 600 bis 650 Mio. EUR Umsatz statt bisher 570 bis 620 Mio. EUR. Ausgehend vom für 2026 angestrebten oberen Ende der Umsatzprognose von 490 Mio. EUR entspräche das einem Wachstum von rund 22 bis 33 %. Die EBIT-Marge soll ab 2027 weiterhin über 11 % liegen. Erstmals nennt 2G auch ein Umsatzziel für 2028: 750 bis 850 Mio. EUR (Konsens aktuell 824 Mio. EUR).

Dafür muss das Unternehmen seine Kapazitäten erheblich ausbauen. Eine zusätzliche Montagehalle am Standort Heek soll Ende 2027 in Betrieb gehen; Personal wird bereits eingestellt. Die Unternehmenspräsentation nennt neben der Montage auch den Ausbau des Service in den USA und die Überwachung wichtiger Zulieferer als Aufgaben für den Hochlauf. Das Geschäft wächst zudem nicht allein durch Rechenzentren: Im deutschen Biomassemarkt zieht die Umsetzung bestehender Aufträge laut Vorstand an. Für Wärmepumpen erwartet 2G 2026 einen Auftragseingang von bis zu 30 Mio. EUR.

Den größten Schub liefert das Rechenzentrumsgeschäft. Bereits im ersten Halbjahr erhielt 2G Aufträge über rund 350 Mio. USD aus diesem Bereich. Nun kommt ein weiterer unterschriebener Großauftrag über Kraftwerke mit einer Leistung von 275 MW hinzu. Einen Auftragswert für dieses einzelne Projekt nennt das Unternehmen nicht. Der Kunde hat eine Anzahlung im mittleren zweistelligen Millionenbereich geleistet.

Bis daraus Umsatz wird, vergeht Zeit: Die Auslieferung der ersten Rechenzentrumsaufträge soll im vierten Quartal 2026 beginnen und sich laut Präsentation bis Anfang 2028 erstrecken. 2G erfasst die Umsätze schrittweise, sobald die jeweiligen Kraftwerke in den USA angekommen sind. Für den Hochlauf spricht die vorhandene US-Präsenz: Dort sind laut Unternehmen mehr als 300 seiner Motoren im Einsatz. Im Service arbeiten rund 50 eigene Techniker sowie etwa 50 weitere bei Partnerfirmen. Ob diese Struktur für das deutlich größere Projektvolumen ausreicht, muss sich in den kommenden Quartalen zeigen.

Das schwache Halbjahr erhöht den Druck

Die bislang veröffentlichten Ergebnisse bilden diesen Aufschwung noch nicht ab. Im ersten Halbjahr sank die Gesamtleistung um 4,7 % auf 184,0 Mio. EUR. Das EBIT fiel von 5,7 auf 0,8 Mio. EUR, die EBIT-Marge von 3,3 auf 0,6 %. Der Umsatz mit Kraftwerken brach um 36,4 % auf 52,7 Mio. EUR ein. Ein wesentlicher Grund waren deutlich geringere Schlussrechnungen für die Ukraine: Auf sie entfielen nur 1,1 Mio. EUR nach 33,7 Mio. EUR im Vorjahr. Zugleich stiegen die Personalkosten im Zuge von Zukäufen und des Kapazitätsaufbaus.

Trotzdem hält der Vorstand für 2026 am oberen Ende seiner Umsatzspanne von 440 bis 490 Mio. EUR sowie an einer EBIT-Marge von 9,5 bis 10,5 % fest. Das setzt ein ausgesprochen starkes zweites Halbjahr voraus. Die Liquidität lag Ende Juni bei 29,3 Mio. EUR nach 0,1 Mio. EUR zum Jahresende 2025; die Anzahlung für den jüngsten Großauftrag ging erst danach ein.

Quelle: 2G-Präsentation

Fazit: Die neuen Aufträge und die höheren Umsatzziele verbessern die Wachstumsperspektive von 2G erheblich. Die größte Unsicherheit liegt inzwischen weniger in der Nachfrage als in der Umsetzung: Erst pünktliche Auslieferungen und eine deutlich steigende Marge machen aus dem Auftragsboom einen Gewinnboom. Am 1. Oktober präsentiert sich 2G auf seinem ersten Kapitalmarkttag vor Investoren in Heek. Eine Kapitalerhöhung wird angesichts des rasanten Wachstums wahrscheinlicher, was den Aktienkurs kurzfristig ausbremst. Im Musterdepot "Deutsche Aktien" sind wir zu 33,15 EUR dabei und begleiten die Wachstumsstory weiter. Lest auch gerne den Bericht meines Kollegen Bastian Galuscka zur weiteren Entwicklung.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 485,00 600,00 824,00
Ergebnis je Aktie in EUR 0,93 1,80 2,56
KGV 60 31 22
Dividende je Aktie in EUR 0,21 0,42 0,63
Dividendenrendite 0,37% 0,75% 1,12%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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