Zinspause nährt Börsenlaune
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Schöner Aktiensommer hält an
Die europäischen Börsen wurden gestern einmal mehr durch starke Konzernbilanzen und nachlassende Inflationssorgen gestützt - zumindest bis zur Tagesmitte. Während der Euro Stoxx 50 den Tag noch mit einem leichten Plus beendete, ging der DAX rund 0,1 % niedriger aus dem Handel. Auch wenn auf Tagessicht Gewinnmitnahmen dezent dominierten, widersetzt sich der DAX im August bislang dem saisonalen Gegenwind. Statt der in diesem Monat häufig zu beobachtenden Schwächephase hat der deutsche Leitindex seit Monatsbeginn bereits um 2,7 % zugelegt und damit ein auffälliges Gegengewicht zur historischen Statistik gesetzt. Denn der August gilt am deutschen Aktienmarkt traditionell als schwieriges Terrain. In den vergangenen drei Jahrzehnten lag die durchschnittliche Monatsperformance des DAX bei -2,2 %. Ebenso verhält es sich grundsätzlich im September, der im Mittel eine Performance von -1,5 % verzeichnet. Trotz der aktuell guten Monatsperformance verliert die kurzfristige Marktstruktur aber deutlich an Breite. Gestern notierten nur noch 50 % der DAX-Werte oberhalb des gleitenden Durchschnitts der vergangenen 21 Tage. Mit 13 positiven DAX-Performern und 27 Werten mit negativer Tagesveränderung zeigt das Advance/Decline-Verhältnis mit 0,48 einen erneuten Überhang fallender Titel. Diese Entwicklung hält bereits seit Wochenbeginn an. Mittelfristig und langfristig bleibt das Gesamtbild jedoch relativ konstruktiv. Jeweils 72,5 % bzw. 70 % der DAX-Titel verzeichnen einen Schlusskurs oberhalb der gleitenden 55-Tage- bzw. 200-Tage-Durchschnittslinie. Auf der anderen Seite des Atlantiks übertraf der S&P 500 mit 7.799 Punkten sein bisheriges Rekordhoch. Der Nasdaq Composite legte mit 0,8 % stärker zu als der breite Markt; das passt zur erneuten Präferenz für wachstums- und technologieorientierte Segmente. An den asiatischen Aktienmärken sorgen heute Morgen die anhaltende KI-Begeisterung sowie die Aussicht auf eine Zinspause in den USA für Auftrieb. Britische Wirtschaft wächst deutlich schneller als deutsche Die britische Wirtschaft hat im zweiten Quartal an Dynamik verloren, bleibt im G7-Vergleich jedoch vorn. Das BIP stieg von April bis Juni um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal, nach 0,6 % zu Jahresbeginn. Damit expandierte Großbritannien doppelt so schnell wie Deutschland und verzeichnete bislang das stärkste Wachstum der G7. Rückenwind kam vor allem im Juni, als das BIP um 0,3 % zulegte. Niedrigere Ölpreise infolge einer Waffenruhe im Irankrieg, der Start der Fußball-Weltmeisterschaft und sommerliches Wetter stützten die Konjunktur. Politische Unsicherheit um den später zurückgetretenen Premier Keir Starmer prägte das Quartal zusätzlich. Sein Nachfolger Andy Burnham setzt auf Entlastungen für Unternehmen und Haushalte. Ökonomen warnen jedoch vor zunehmenden Risiken. Steigende Energiepreise könnten das Wachstum bremsen, auch wenn der Dienstleistungssektor im Juli weiterhin expandierte.
Inflationssorgen lassen nach
Die US-Erzeugerpreise sind im Juli überraschend stabil geblieben und haben damit Sorgen vor neuem Inflationsdruck abgeschwächt. Gegenüber dem Vormonat verharrten die Preise unverändert, während Analysten auf Jahressicht mit einem stärkeren Anstieg gerechnet hatten. Im Vergleich zum Juli 2025 lagen sie um 4,7 % höher und damit unter den erwarteten 4,9 %. Als Frühindikator für die Verbraucherpreise liefern die Daten ein moderateres Signal. Die Teuerung auf Konsumentenebene sank im Juli leicht auf 3,4 % nach 3,5 % im Juni, bleibt aber klar über dem Fed-Ziel von 2 %. Einige Risiken bleiben jedoch bestehen. Belastungsfaktoren wie Zölle, Ölpreise und eine KI-getriebene Nachfrage bleiben präsent, und etwaige Lieferkettenprobleme sowie steigende Inflationserwartungen könnten die Teuerung verfestigen. Aus unserer Sicht erscheinen weitere Zinserhöhungen jedoch weniger zwingend. Wir erwarten bis Mitte nächsten Jahres einen unveränderten Leitzins.
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