Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
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DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
IRAN - US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass er das Öl-Exportzentrum des Iran auf der Halbinsel Kharg beschlagnahmen könnte. In einem Interview mit der Financial Times am Sonntag sagte er, seine "Präferenz" bestehe darin, "das Öl zu nehmen", und verglich das mögliche Vorgehen mit Venezuela, wo die USA beabsichtigen, die Ölindustrie "auf unbestimmte Zeit" zu kontrollieren, nachdem sie im Januar den Machthaber Nicolás Maduro gestürzt hatten. Trump sagte: "Um ehrlich zu sein, ist mein Lieblingsding, das Öl im Iran zu nehmen, aber einige dumme Leute in den USA sagen: 'Warum machst du das?' Aber das sind dumme Leute." (Financial Times)
INDUSTRIE - Die deutsche Industrie steckt in einem tiefgreifenden Strukturbruch, doch von einer Deindustrialisierung kann nicht die Rede sein. Zu diesem Ergebnis kommen drei Studien des Ifo-Instituts, des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann-Stiftung, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorab vorliegen. Ein zentrales und überraschendes Ergebnis der Studien: 76 Prozent der Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes entfallen auf Branchen, deren Produkte in den vergangenen fünf Jahren immer stärker nachgefragt wurden. Die große Mehrheit der Industrieunternehmen hat demnach überwiegend wachsende Produkte im Portfolio, selbst in vermeintlichen Krisenbranchen wie der Metallerzeugung oder der Chemie überwiegen laut den Forschern die wachstumsstarken Segmente. Der große Wermutstropfen bleibt die Automobilindustrie, wo Konkurrenz die Lage verschärfe. Die Forscher fordern die Politik auf, nicht bestehende Strukturen zu konservieren, sondern innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Angesichts der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung könne ein Modell tragfähig sein, bei dem in Deutschland entwickelt und anderswo produziert werde. (FAZ)
BANKEN - In der laufenden Debatte über eine Bankenkonsolidierung in Europa wird aus Perspektive der größten hiesigen Industrieunternehmen zu klein gedacht. "Wir sind ein global agierendes Unternehmen. Daher benötigt Siemens weltweit agierende Partner und ein Banken-Netzwerk, das globale Strukturen abdecken kann", betont Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas im Interview mit der Börsen-Zeitung. Das Münchener Technologieunternehmen hat daher in den vergangenen Jahren oft auf US-Banken als Partner zurückgegriffen. "Wir brauchen in Europa weltweit erfolgreich agierende Finanzdienstleister", betont Thomas. (Börsen-Zeitung)
VERMÖGENSTEUER - Der Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag, Christian Görke von der Partei Die Linke dringt im Interview mit der Börsen-Zeitung auf eine Vermögensteuer. Sie könnte nach einer Studie des DIW 147 Milliarden Euro Einnahmen im Jahr bringen. Die Steuer werde schon wegen des Investitionsstaus bei den Kommunen gebraucht. Hier fehlten alleine 216 Milliarden Euro. (Börsen-Zeitung)
RENTE - Der konservative Seeheimer Kreis in der SPD will die gesetzliche Rente teilweise kapitalgedeckt finanzieren. Drei Abgeordnete des einflussreichen Parteiflügels schlagen einen "Bundesfonds Altersvorsorge" vor, der Beiträge am Kapitalmarkt anlegt und zusätzliche Erträge bringen soll. Der Fonds könnte auch für die betriebliche und private Vorsorge genutzt werden. Bis zu fünf Prozent des Kapitals dürften laut den Überlegungen in Start-ups oder europäische Börsengänge fließen. Langfristig soll das Modell helfen, die gesetzliche Rente breiter zu finanzieren. In der SPD galt eine solche Kapitaldeckung bisher als umstritten. (Handelsblatt)
REFORMEN - Monatelang dümpelte die Berliner Debatte über Wirtschaftsreformen vor sich hin, jetzt soll es Schlag auf Schlag gehen. Am Montag präsentiert die "Finanzkommission Gesundheit" ihre Vorschläge, um das Milliardendefizit in der Krankenversicherung zu schließen. Schon vier Wochen später muss die schwarz-rote Koalition die Eckpunkte für den Haushalt 2027 vereinbart haben - und damit wichtige Punkte ihrer Reformagenda. Die Linie, auf die sich Bundeskanzler Friedrich Merz und sein Vize Lars Klingbeil verständigt haben, lautet: Keine Vorfestlegungen, möglichst wenig soll nach außen dringen. Für die CDU leitet Kanzleramtsminister Thorsten Frei die Gespräche, die SPD schickt Staatssekretär Björn Böhning und die CSU Innenminister Alexander Dobrindt. Der Druck, der auf der Runde lastet, ist enorm. (Handelsblatt)
ROHSTOFFE - Die Krise am Golf unterbricht die Transportrouten. Bei Dünger, Alu, Kunststoffen und Helium droht ein Engpass. Hamsterkäufe treiben die Preise, weltweite Lieferketten könnten sich verändern. In Asien stehen Raffinerien und Fabriken wegen fehlender Rohstoffe und Grundprodukte still. In Afrika mangelt es an Dünger. Autobauer fürchten einen Aluminium-Engpass. (Handelsblatt)
BUNDESRECHNUNGSHOF - Der scheidende Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, kritisiert die Bundesregierung für ihren Umgang mit dem Infrastruktur-Sondervermögen und fordert mehr Kontrolle gegen Steuerbetrug. "Wenn diese Einschätzungen (führender Wirtschaftsinstitute) zutreffen, hätte die Bundesregierung die Neuverschuldung unter großen Anstrengungen erhöht - ohne damit zusätzliche Investitionen anzuschieben", sagte er im Interview. (Süddeutsche Zeitung)
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Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
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