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Kommentar
09:34 Uhr, 30.07.2026

Zertifikate: Schwerpunkt Öl und Tech-Werte

Die KI-Rally stockt, dennoch wird weiter viel auf Tech-Aktien gesetzt – auch Nvidia. Gleichzeitig sorgen die hohen Ölpreisschwankungen nicht überall für viele Positionierungen. Etliche halten sich jetzt lieber zurück.

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30. Juli 2026. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Im Zertifikatehandel geht es derzeit viel um KI- und Halbleiteraktien – und um Öl. „Öl und nochmal Öl war die Devise der letzten Wochen“, berichtet Simon Görich, der für die Baader Bank Zertifikate handelt. „Hormus und Co. lassen grüßen.“ ICF-Händler Atakan Sahin sieht das etwas anders: „Bei uns wird viel auf Tech-Werte gesetzt“, erklärt er. „In Sachen Öl haben sich viele die Finger verbrannt und halten sich jetzt zurück.“ Laut Peter Bösenberg vom Emittenten Société Générale haben sich die Umsätze zuletzt leicht zugunsten von Indizes wie DAX und Nasdaq verschoben.

Tech-Aktien: „Zertifikateanleger sind zuversichtlich“

Der DAX steht im Geschäft mit Zertifikaten auf Aktienindizes – wie immer – vorne. „Die Umsätze sind hoch. Mal wird auf einen steigenden, mal auf einen fallenden DAX gesetzt“, stellt Sahin fest. Bei der Société Générale geht ebenfalls viel um in Produkten auf den DAX, vor allem in Hebelprodukten.

Auffällig sind bei der ICF Bank allerdings die US-Tech- beziehungsweise KI-Werte. Die KI-Begeisterung hat Kratzer bekommen. Der als KI-Index geltende südkoreanische KOSPI 200 (<KRD020020016>) hat seit seinem Rekordhoch mittlerweile rund 40 Prozent an Wert verloren, der US-Tech-Index Nasdaq 100 immerhin 11 Prozent. Sahin spricht von einer anhaltenden Nervosität und „gesunden Skepsis". „Allerdings liefern viele Unternehmen noch die Zahlen, die die Anleger fordern.“

Beliebte Produkte auf Meta oder Nvidia – und Robinhood

Rege gekauft werde ein Call-Optionsschein auf die Facebook-Mutter Meta (<DE000HM5ZGW3>) mit Basispreis 670 US-Dollar. „Viele haben sich an den hohen KI-Investitionen gestört, Zertifikateanleger sind aber zuversichtlich“, bemerkt Sahin. Das gilt auch für Nvidia: Trotz jüngster Kursverluste werde viel auf Nvidia gesetzt, etwa mit Call-Optionsscheinen mit Basispreis 300 US-Dollar (<DE000HT0Q833>). Sehr beliebt bei der ICF ist zudem ein Call-Optionsschein auf den US-Online-Broker Robinhood Markets (<DE000HM303K5>) mit Basispreis 140 US-Dollar. „Da sehen wir fast nur Käufe.“ Bei der Société Générale-Kundschaft kommt ein Call-Optionsschein auf die US-Fluglinie American Airlines (<DE000FE61U01>) gut an.

Für den Bereich der Anlageprodukte meldet Bösenberg hohe Umsätze in einem Bonus-Cap-Zertifikat auf den Reisekonzern TUI (<DE000FE4EQ32>). Dieses ermöglicht die Partizipation an steigenden Kursen. Es bietet aber dann eine zusätzliche Absicherung, wenn der Basiswert die Barriere von 4,20 Euro zwischen dem 23. April 2026 und dem 16. September 2027 nicht berührt oder unterschreitet.

Ölpreis-Kapriolen: So manchem reicht es

Extrem volatil zeigt sich im Juli der Ölpreis mit Notierungen zwischen 71 und 100 US-Dollar für das Barrel Brent – je nach Nachrichtenlage. Aktuell sind es knapp 90 US-Dollar. Während bei der Baader Bank viel auf Öl gesetzt wird und Bösenberg von der Société Générale eine leichte Zunahme von Umsätzen in Zertifikaten auf Brent registriert, ist die ICF-Kundschaft zurückhaltender geworden. „Wegen der hohen Ausschläge sehen wir mittlerweile weniger Geschäft“, berichtet Sahin.

Ruhig geworden ist es bei Zertifikaten auf Kryptowährungen. „Wer von Bitcoin überzeugt ist, hält die Kryptowährung, Anschlusskäufe fehlen aber“, meldet Sahin. Der Bitcoin schwankt seit einigen Monaten um 62.000 US-Dollar. Gegenüber dem Allzeithoch vom Oktober 2025 ist das eine Kurshalbierung.

Von Anna-Maria Borse, 30. Juli 2026, © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

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