Kommentar
14:11 Uhr, 16.04.2026

Zertifikate: "Nahost und Ungarn bewegen"

Der Konflikt im Nahen Osten hat den Zertifikatehandel der vergangenen Wochen dominiert. Anlegerinnen und Anleger setzen je nach Nachrichtenlage auf steigende oder fallende Ölpreise. Auch die Wahl in Ungarn hat Auswirkungen auf den Handel.

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16. April 2026. FRANKFURT (Börse Frankfurt). „Rohstoffe stehen weiterhin im Fokus“, berichtet Julius Weiss von HSBC. Beliebt ist aktuell vor allem ein hoch gehebelter, endlos laufender Long-Knock-out auf Brent Crude Rohöl (<DE000HM4HZY0>), der erst vor einer Woche neu emittiert wurde. Im Zuge des aktuellen Waffenstillstands wird aber nicht nur auf steigende Ölpreise gesetzt. Laut Markus Königer von der ICF Bank war zum Beispiel ein ebenfalls endlos laufender Turbo Put Optionsschein auf Brent Crude Rohöl stark nachgefragt (<DE000PK8FSX4>).

Insgesamt hat sich der Handel in den vergangenen vier Wochen im Vergleich zur ersten März-Hälfte etwas beruhigt. Weiss spricht von rund 20 Prozent weniger Geschäften. Plötzliche starke Bewegungen würden aber „direkt für verstärkten Handel sorgen“. Königer spricht ebenfalls von einem „eher ruhigen Geschäft“. Seiner Erfahrung nach dürfte dafür das typische Verhalten nach einem stärkeren Kursrückgang verantwortlich sein. Wenn sich Anlegerinnen und Anleger die Finger verbrannt hätten, würden sie sich kurzfristig etwas stärker zurückhalten. Aktuell sieht der Händler aber schon wieder mehr Aktivität auf der Long-Seite der Aktienmärkte. „Einige Akteure wollen den laufenden Trend mitnehmen“.

Deutsche Aktien bleiben gefragt

Im Bereich der Hebelprodukte auf Einzelaktien sind erneut relativ viele deutsche Firmen gefragt. Königer nennt Siemens Energy als meistgehandeltes Underlying. Das ist eher ungewöhnlich, da in der Regel die US-amerikanischen Technologiewerte die Rankings dominieren. Häufig gekauft wird vor allem ein klassischer Call-Optionsschein von HSBC mit einem Basispreis von 170 Euro und einer Laufzeit bis Mitte 2027 (<DE000HT57M24>).

David Hartmann vom Bankhaus Vontobel hat Siemens Energy ebenfalls auf der Liste der meistgehandelten Produkte. Hier ist es ein allerdings ein endlos laufender Turbo-Put-Optionsschein, der von fallenden Kursen der Aktie profitieren würde. Daneben richtet sich das Interesse der Anlegerinnen und Anleger auf Rheinmetall (<DE000VK0NZV6>) und Nvidia (<DE000VF5DMP3>). In beiden Fällen wird verstärkt auf steigende Notierungen gesetzt.

Deutlicher Kursschub in Ungarn

Peter Bösenberg von der Société Générale meldet aktuell viele Umsätze auf ungarische Werte. Nach dem Wahlsieg von Oppositionsführer Péter Magyar und dem damit verbundenen Ende der Amtszeit des EU-kritischen Viktor Orbán haben die Kurse in Ungarn deutlich zugelegt. Ein mehrfach gekaufter Unlimited Turbo-Call-Optionsschein auf die OTP Bank (<DE000FD3HZM0>) konnte sich in den vergangenen zwei Wochen mehr als verdreifachen.

Attraktive Konditionen für Zertifikate

Im Segment der Anlagezertifikate nutzen viele Anlegerinnen und Anleger laut Bösenberg wieder verstärkt die höhere Volatilität, um auf Discount-Zertifikate zu setzen. Als Beispiel nennt er Discounter auf Siemens Energy (<DE000FE0PE60>) und RWE (<DE000SN64VD6>). Weiss hebt ein Discount-Zertifikat auf die Deutsche Post (<DE000HT9VNY9>) hervor.

Ebenfalls sehr beliebt: Ein bis März 2027 laufendes Capped Bonus-Zertifikat auf adidas (<DE000HM44RT7>). Die Aktie des Sportartikelherstellers (aktuell: ca. 141 Euro) hatte sich in den vergangenen 14 Monaten zwischenzeitlich mehr als halbiert. Sollte die Aktie bis zur Fälligkeit des Zertifikats nicht auch noch unter 86,00 Euro fallen (ca. 30 Prozent Puffer), sind rund 12 Prozent Ertrag möglich.

Julius Weiss

Von Thomas Koch, 16. April 2026, © Deutsche Börse AG

Über den Autor

Thomas Koch ist CEFA-Investmentanalyst, Investmentspezialist für strukturierte Produkte und geprüfter Zertifikateberater. Seit Anfang 2006 beschäftigt er sich als freier Journalist mit dem Geschehen an den Kapitalmärkten.

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