Zentralbanken im Fokus: Warum die kommende Handelswoche vor allem eine Zinswoche wird
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Die neue Börsenwoche hat auf der Datenseite einen vergleichsweise ruhigen Start, denn am Montag stehen keine wirklich marktprägenden Veröffentlichungen im Vordergrund. Genau diese Ruhe zu Wochenbeginn könnte aber trügerisch sein, weil sich die Aufmerksamkeit der Anleger fast vollständig auf die geldpolitischen Termine der darauffolgenden Tage verlagert.
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Am Dienstag richtet sich der Blick zunächst nach Australien. Die Reserve Bank of Australia hat für den 17. März eine geldpolitische Entscheidung angesetzt, nachdem sie bereits am 3. Februar den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,85 Prozent angehoben hatte. Damit steht die Besonderheit im Raum, dass Australien zuletzt wieder in einen restriktiveren Kurs gewechselt ist und die Märkte nun genau beobachten werden, ob die RBA diesen Ton bestätigt oder zumindest klar verteidigt.
Schon am Mittwoch wird es dann deutlich dichter. Auf der Konjunkturseite ist der US-Erzeugerpreisindex die einzige halbwegs nennenswerte Wirtschaftskennzahl; die BLS hat die Februar-PPI-Daten für Mittwoch, den 18. März, um 8:30 Uhr ET angesetzt. Für die Märkte ist das jedoch eher Begleitmusik, weil der Fokus am selben Tag ganz klar auf den Zinsentscheidungen der Bank of Canada und der US-Notenbank liegen dürfte.
Die Bank of Canada entscheidet ebenfalls am Mittwoch über ihren Leitzins. Weil die Bank ihre Termine für 2026 lange im Voraus festgelegt hat und der 18. März offiziell als Entscheidungstag geführt wird, dürfte vor allem der Ton der Kommunikation für den kanadischen Dollar und den nordamerikanischen Zinskomplex wichtig werden.
Noch größer ist naturgemäß die Aufmerksamkeit für die Federal Reserve. Das FOMC tagt am 17. und 18. März, die Entscheidung fällt am Mittwoch, gefolgt von der Pressekonferenz; da es sich um eine der mit Projektionen verbundenen Sitzungen handelt, werden nicht nur der Zinsschritt, sondern vor allem Dot Plot, Wachstums- und Inflationsannahmen entscheidend sein. Für S&P 500, Nasdaq, US-Renditen und den Dollar ist das der zentrale Termin der Woche.
Am Donnerstag setzt sich die Zinswelle fort. Die Bank of Japan hat ihre Sitzung für den 18. und 19. März angesetzt, womit die Entscheidung aus europäischer Sicht in die Donnerstags-Session fällt. Gerade beim Yen und bei globalen Carry-Trades bleibt die BOJ hochrelevant, weil jede Andeutung über den weiteren Normalisierungspfad über Japan hinaus Marktbewegungen auslösen kann.
Ebenfalls am Donnerstag folgt die Schweizerische Nationalbank. Die SNB selbst verweist darauf, dass ihre vertieften geldpolitischen Lagebeurteilungen jeweils im März, Juni, September und Dezember stattfinden; für den 19. März ist die entsprechende geldpolitische Beurteilung bereits terminiert. Für den Franken ist das besonders wichtig, weil die SNB traditionell sehr sensibel auf Inflation, Wechselkurs und importierten Preisdruck reagiert.
Auch die Bank of England entscheidet am Donnerstag. Die BOE veröffentlicht ihre MPC-Entscheidung laut eigener Terminübersicht am 19. März um 12 Uhr britischer Zeit. Gerade für das Pfund und britische Renditen wird entscheidend sein, ob die Notenbank weiter vorsichtig bleibt oder Spielraum für spätere Lockerungen andeutet.
Abgerundet wird der Donnerstag durch die EZB. Der EZB-Rat tagt am 18. und 19. März, die geldpolitische Entscheidung wird am Donnerstag veröffentlicht; die EZB selbst weist darauf hin, dass ihre Beschlüsse um 14:15 Uhr CET bekanntgegeben werden. Für den Euro, europäische Anleihen und den DAX ist das einer der wichtigsten Termine des gesamten Monats.
Freitag wirkt im Vergleich dazu fast leer. Größere marktrelevante Daten oder zusätzliche Leitzinsentscheidungen stehen dann nicht mehr im Vordergrund, sodass die Märkte voraussichtlich damit beschäftigt sein werden, die Signale der Zentralbanken neu einzuordnen und in Zins-, Währungs- und Aktienkurse zu übersetzen.
Insgesamt ist das also keine klassische Datenwoche, sondern vor allem eine Woche geldpolitischer Richtungsentscheidungen. Für Anleger wird weniger die Frage entscheidend sein, ob einzelne Konjunkturindikatoren überraschen, sondern ob sich zwischen Australien, Nordamerika, Japan und Europa eine noch stärkere Divergenz der Notenbankpfade herausbildet. Genau daraus kann in den kommenden Tagen die größte Bewegung für Aktien, Anleihen und Währungen entstehen.
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