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22:07 Uhr, 27.08.2026

WORKDAY: Steuerkniff pumpt EPS auf – Aktie fällt trotzdem

Ein interner Steuervorteil von 1,52 USD je Aktie lässt das GAAP-EPS auf 2,57 USD springen, doch der Auftragsbestand wächst deutlich langsamer als zuvor.

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Workday übertrifft im zweiten Fiskalquartal sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn die Erwartungen der Analysten, doch ein Blick unter die Haube offenbart einen kräftigen Steuereffekt im GAAP-Ergebnis. In einer ersten Reaktion verliert die Aktie rund 5,4 %.

Auf einen Blick

  • Der Umsatz steigt im zweiten Quartal um 12,8 % auf 2,649 Mrd. USD und übertrifft den Analystenkonsens von 2,64 Mrd. USD.
  • Das bereinigte verwässerte EPS klettert von 2,21 USD auf 2,75 USD und liegt damit rund 5 % über der Konsensschätzung von 2,61 USD.
  • Das GAAP-EPS springt auf 2,57 USD, getrieben von einem Steuervorteil von 1,52 USD je Aktie aus einer internen Umstrukturierung.
  • Workday hebt die Non-GAAP-Margenprognose für das Gesamtjahr von 30,5 % auf 31,0 % an und bestätigt den Subscription-Umsatzkorridor von 9,940 bis 9,950 Mrd. USD.
  • Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 5,4 % tiefer.

Workday meldet für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Konzernumsatz von 2,649 Mrd. USD, ein Plus von 12,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal und damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 2,64 Mrd. USD. Der Subscription-Umsatz, das Kerngeschäft des Anbieters von HR- und Finanzsoftware, wächst um 13,9 % auf 2,471 Mrd. USD. Das bereinigte operative Ergebnis (Non-GAAP-Operating-Income) steigt von 680 Mio. USD auf 824 Mio. USD, die bereinigte operative Marge klettert von 29,0 % auf 31,1 %. Das bereinigte verwässerte EPS liegt bei 2,75 USD nach 2,21 USD im Vorjahresquartal und übertrifft damit den Analystenkonsens von 2,61 USD um rund 5 %.

Das GAAP-verwässerte EPS springt von 0,84 USD auf 2,57 USD, doch dieser Sprung ist überwiegend ein Steuereffekt und kein operativer Fortschritt. Im Zuge einer internen Umstrukturierung hat Workday geistiges Eigentum konzernintern übertragen und dadurch einen Steuervorteil von 1,52 USD je Aktie realisiert. Ohne diesen Effekt wäre das GAAP-Ergebnis deutlich unauffälliger ausgefallen, weshalb sich die Qualität des Quartals zu Recht am bereinigten Gewinn bemisst, der auch ohne den Sondereffekt über dem Konsens liegt.

Agentenzahl wächst, doch die Backlog-Dynamik bremst

Workday betont den Fortschritt bei KI-Agenten: Mehr als 5.500 Kunden nutzen inzwischen mindestens einen organischen Agenten, ein Plus von über 35 % gegenüber dem Vorquartal, und mehr als 25 % des neuen Auftragswerts (ACV) entfallen laut CEO Aneel Bhusri bereits auf KI-Funktionen. Der Vorstand hat zudem ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 4,0 Mrd. USD autorisiert, nachdem im Quartal bereits Aktien im Wert von 1,3 Mrd. USD zurückgekauft wurden.

Der Blick auf den Auftragsbestand relativiert die Wachstumserzählung etwas: Der 12-Monats-Subscription-Backlog wächst um 14,2 %, doch der gesamte Subscription-Backlog legt nur noch um 8,0 % zu. Das deutet auf eine geringere Visibilität bei den länger laufenden Verträgen hin, ein Punkt, den Anleger im Auge behalten dürften, auch wenn das kurzfristige Wachstum intakt bleibt.

Workday, Inc.: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Workday hebt die Prognose für die bereinigte operative Marge im Gesamtjahr 2027 von zuvor 30,5 % auf 31,0 % an und bestätigt damit im Kern die bereits kommunizierte Umsatzspanne von 9,940 bis 9,950 Mrd. USD Subscription-Umsatz, was einem Wachstum von 13 % entspricht. Die implizite Wachstumsrate bewegt sich damit im Rahmen der vorangegangenen Quartale, die zwischen 12,6 % und 14,5 % lagen: Eine Verlangsamung ist daraus nicht abzulesen, eine Beschleunigung aber auch nicht. Für das dritte Quartal nennt das Unternehmen einen Subscription-Umsatz von 2,515 Mrd. USD, ein Wachstum von 12 % und damit einen Tick langsamer als die zuletzt erreichten Raten. Die Marge dagegen soll im dritten Quartal bei 30,0 % liegen, unter der im laufenden Quartal erzielten Non-GAAP-Marge von 31,1 %. Das ist kein Einbruch, aber auch keine Fortschreibung der jüngsten Margendynamik.

Insgesamt liest sich die Prognose als Bestätigung eines soliden, aber nicht beschleunigten Wachstumspfads: Workday liefert operative Verbesserungen bei Marge und Profitabilität, ohne dass sich das Tempo der Umsatzexpansion sichtbar erhöht. Der Ton des Managements bleibt zuversichtlich, verspricht jedoch keine neuen Impulse, die über die bereits bekannte KI-Erzählung hinausgehen.

Workday, Inc. (WDAY) – Kursverlauf 1 Jahr

Tagesschlusskurse der Workday, Inc.-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2026 2027e 2028e
Umsatz 9,55 Mrd. USD 10,67 Mrd. USD 11,85 Mrd. USD
EPS 2,58 USD 10,77 USD 12,63 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2026 wie berichtet (GAAP)

Fazit: Ein Quartal, das auf den ersten Blick über den Erwartungen liegt, bei genauerem Hinsehen aber vor allem durch einen Steuersondereffekt im GAAP-Ergebnis auffällt: Das bereinigte EPS von 2,75 USD und der Umsatz von 2,649 Mrd. USD übertreffen den Konsens sauber, während das GAAP-EPS von 2,57 USD ohne den Steuervorteil von 1,52 USD deutlich niedriger ausgefallen wäre. Die Bestätigung der Margen-Guidance auf angehobenem Niveau spricht für operative Disziplin, die nur leicht rückläufige implizite Wachstumsrate im dritten Quartal und der schwächere langfristige Backlog dämpfen die Wachstumsstory aber merklich. Auf Basis der Analystenschätzungen sinkt das KGV von aktuell rund 20 auf 17,9 für das Geschäftsjahr 2027e und auf 15,3 für 2028e, bei einem erwarteten EPS-Wachstum von 17 % im Jahr 2028. Die Zahlen selbst liefern keinen Anlass für eine Neubewertung der Aktie nach oben, die Reaktion des Marktes mit einem Kursrückgang von 5,4 % deutet darauf hin, dass Anleger genau diese fehlende Beschleunigung einpreisen.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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