Analyse
16:30 Uhr, 18.09.2026

WEIZEN - Rally erreicht die nächste Hürde

Weizen hat in wenigen Wochen rund 38 % zugelegt. Nach dem starken Anstieg wird die Luft am Widerstand um 800 USc nun dünner. Für Trader wird damit die Frage spannend: Geht die Rally weiter oder steht zunächst eine Verschnaufpause an?

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US12492G1040Kopiert
    Kursstand: 713,65 US¢/bu. (ARIVA Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • ISIN: DE000VH3MNF6Kopiert
    Kursstand: 2,200 € (Vontobel) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Weizen - WKN: 530278 - ISIN: US12492G1040 - Kurs: 713,65 US¢/bu. (ARIVA Indikation)
  • Mini-Future auf Weizen CBOT Rolling - WKN: VH3MNF - ISIN: DE000VH3MNF6 - Kurs: 2,200 € (Vontobel)
  • Mini-Future auf Weizen CBOT Rolling - WKN: VG05AD - ISIN: DE000VG05AD1 - Kurs: 1,310 € (Vontobel)

Willkommen zu einer neuen Analyse aus der Welt der Commodities! Und wieder geht es in den Bereich der Soft Commodities, also der Agrarrohstoffe. Heute steht der Rohstoff Weizen (englisch: Wheat) im Fokus. Für echte Rohstoff-Trader ist das ein ausgesprochen spannender Markt.

Der Preis für Weizen ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Für Dich kam dieser Anstieg allerdings nicht völlig überraschend:

"WEIZEN – Steht die nächste Rally schon bereit?", so lautete der Titel meiner Analyse vom 30. Juni.

Damals notierte ein Scheffel Weizen noch bei 578 USc. Seither kletterte der Preis bis auf knapp 800 USc. Das entspricht einem Plus von 38 % innerhalb von nur zehn Wochen. Zeit also für ein Update:

Chartbild bleibt bullisch

Weizenpreis (Monatschart)
Statischer Chart
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Die Bodenbildung im Bereich um 500 USc darf mittlerweile als abgeschlossen betrachtet werden. Spätestens mit der kräftigen Impulsbewegung der Vorwoche wurde dies deutlich. Die markante weiße Wochenkerze unterstreicht den dynamischen Charakter des Ausbruchs.

Der langfristige Aufwärtstrend bleibt damit klar intakt. Allerdings zeigt sich insbesondere im Tageschart inzwischen eine zunehmend überkaufte Marktsituation. Nach dem erneuten Test der 800er-Preismarke in der aktuellen Handelswoche stellen sich deshalb bereits erste Gewinnmitnahmen ein.

Das ist zunächst kein Alarmsignal. Nach einem derart dynamischen Anstieg wäre eine Konsolidierung sogar charttechnisch gesund. Entscheidend ist nun, wie weit eine mögliche Korrektur reicht und ob die Käufer anschließend wieder das Ruder übernehmen.

Aktuell sind folgende Schlüsselmarken relevant:

  • Widerstand: 800 USc
  • Unterstützung: 620 bis 640 USc
  • Idealer kurzfristiger Support: um 700 USc

Gerade die Marke um 700 USc rückt damit kurzfristig in den Fokus. Hält dieser Bereich, könnte der aktuelle Rücksetzer lediglich als Zwischenkonsolidierung innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends interpretiert werden. Fällt die Marke dagegen nachhaltig, würde sich das kurzfristige Chartbild eintrüben. Die nächste relevante Unterstützungszone liegt dann im Bereich von 620 bis 640 USc.

Wetter bleibt der Joker

Doch Achtung: Gerade bei Agrarrohstoffen solltest Du Dich nicht allein auf die Charttechnik verlassen! Klimatische Bedingungen und damit verbundene Veränderungen bei den Ernteerwartungen spielen bei der Preisfindung eine zentrale Rolle. Genau das sehen wir aktuell.

Zuletzt haben Dürreperioden und ungewöhnlich hohe Temperaturen in Teilen Nordamerikas und Australiens sowie teils nasse Bedingungen in Europa haben die Erntequalität und die verfügbaren Mengen unter Druck gesetzt.

Gleichzeitig sorgen Exportbeschränkungen und politische Unsicherheiten in einigen großen Exportländern dafür, dass sich die Situation am Weltmarkt verschärfen kann. Höhere Prämien und steigende Notierungen können die Folge sein. Auch höhere Frachtkosten spielen eine Rolle. Steigende Transportkosten verteuern die Lieferung und können damit zusätzlichen Preisdruck erzeugen.

800 USc als nächste Hürde

Damit bleibt die Marke von 800 USc vorerst der entscheidende Deckel im Chart. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das bullische Szenario bestätigen und könnte neue Dynamik in den Markt bringen. Bis dahin ist nach dem kräftigen Anstieg jedoch jederzeit mit einer Konsolidierung oder einer größeren Gewinnmitnahme zu rechnen.

Mein Fazit: Der Bushel Preis Weizen (Wheat) bleibt aus charttechnischer Sicht interessant. Die Bodenbildung ist abgeschlossen, der langfristige Aufwärtstrend intakt und mit 800 USc steht die nächste markante Hürde unmittelbar vor der Tür. Nach einem Anstieg von rund 38 % in nur zehn Wochen ist der Markt allerdings heiß gelaufen.

Für Trader wird deshalb jetzt weniger die Frage nach dem nächsten schnellen Anstieg entscheidend, sondern vielmehr die Reaktion auf den Widerstand und das Verhalten an der kurzfristigen Unterstützung um 700 USc. Solange diese Zone hält, bleibt das bullische Setup intakt. Gleichzeitig sollte das erhöhte Rückschlagrisiko nach der starken Rally nicht unterschätzt werden.

Beim Weizenmarkt solltest Du neben den Charts immer auch Wetterprognosen, Ernteberichte und Entwicklungen auf der Angebotsseite im Auge behalten.

Strategien

Auf den Basiswert Weizen (Wheat Future (ZW) – CBE/202612) gibt es verschiedene Derivate, mit denen Du auf steigende oder fallende Kurse spekulieren kannst. Nachfolgend nenne ich Dir zwei mögliche Strategien:

Long (Spekulation auf steigende Kurse): Long Mini Future (Hebelzertifikat) – Basis: 464,60 USc – Knockout: 477,60 USc – Laufzeit bis: open end – Hebel: 2,7 – ISIN: DE000VH3MNF6

Short (Spekulation auf fallende Kurse): Short Mini Future (Hebelzertifikat) – Basis: 861,40 USc – Knockout: 837,30 USc – Laufzeit bis: open end – Hebel: 5,2 – ISIN: DE000VG05AD1

Das Team

Der Optionsscheine Expert Trader verfolgt regelmäßig die Kurse deutscher und internationaler Einzelwerte und Indizes und spricht bei Bedarf konkrete Kauf- und Verkaufsanregungen aus, die Leser des Optionsscheine Expert Trader unmittelbar umsetzen können. Damit wird ein transparentes Trading gewährleistet. Seit der ersten Ausgabe des Optionsscheine Expert Trader im Oktober 2019 weisen rund 82 % der abgeschlossenen Positionen einen Gewinn aus. Hier findest Du Infos zum Produkt.

Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.

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