Weekend-Flash: Ölpreis explodiert – Nasdaq 100 verliert 4,13 Prozent
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Während Brent-Öl kräftig zulegte, gerieten Technologiewerte diesseits und jenseits des Atlantiks unter Verkaufsdruck. Die großen Aktienindizes beendeten die Woche im Minus, angeführt vom technologielastigen Nasdaq 100.
Wochenrückblick
Den Ton der Woche setzte die geopolitische Lage im Persischen Golf. Die von den USA angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus und mehrere Angriffsnächte in der Golfregion trieben Brent-Öl auf Wochensicht um 15,91 % auf 88,10 USD je Barrel, den stärksten Wochenanstieg seit Jahren. Die Einschränkungen der Hormus-Passage auf zuletzt 3,9 Mio. Barrel täglich sowie steigende TTF-Gaspreise unterstrichen, wie ernst die Marktakteure die Versorgungsrisiken einschätzten.
Inmitten der geopolitischen Zuspitzung lieferte der Dienstag den überraschendsten Datenpunkt der Woche: Die US-Jahresinflation fiel im Juni auf 3,5 %, deutlich unter der Erwartung von 3,8 % und dem Vormonatswert von 4,2 %. Die Kernrate sank auf 2,6 %, ebenfalls besser als die prognostizierten 2,8 %. Der monatliche Rückgang von 0,4 % war ein echter Ausreißer nach unten. Die Daten befeuerten Zinssenkungshoffnungen, stützten kurzfristig Technologiewerte und gaben dem EUR/USD leichten Auftrieb, der die Woche nahezu unverändert bei 1,14 USD beendete.
Auf die Zinsentlastung folgte jedoch kein nachhaltiger Aufwärtsschub. Die Earnings-Saison lieferte ein gespaltenes Bild: Während die großen US-Banken und mehrere Industriewerte überzeugten, drückte der massive Kurseinbruch bei IBM den gesamten IT-Sektor. Zum Wochenschluss sorgte zusätzlich die Schwäche bei NVIDIA für Druck auf den Technologiesektor. So verlor der Nasdaq 100 auf Wochensicht 4,13 % und schloss bei 28.592,66 Punkten, während S&P 500 (-1,55 % auf 7.457,69 Punkte) und Dow Jones (-0,93 % auf 52.146,42 Punkte) moderater nachgaben. Der DAX hielt sich mit -1,11 % auf 24.829 Punkte vergleichsweise stabil, belastet vor allem von der Chipsektor-Schwäche und der Schließung der Lufthansa-Tochter Cityline.
Gold zeigte trotz geopolitischer Spannungen per saldo Schwäche: Der Rückgang von 2,31 % auf 4.018,80 USD je Feinunze erklärt sich aus dem Wechselspiel zwischen sinkenden Inflationserwartungen nach den CPI-Daten und tageweisen Erholungen. Bitcoin beendete die Woche mit -0,37 % auf 63.894 USD nahezu unverändert.
Bemerkenswert positiv stachen die US-Stimmungsdaten zum Wochenschluss heraus: Das Michigan-Konsumklima stieg im Juli auf 54,4, deutlich über der Erwartung von 51, und der Philadelphia-Fed-Index sprang auf 41,4, weit über dem Konsens von 13. Diese Signale konnten die breitere Schwäche jedoch nicht kompensieren.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Ottobock SE & Co. | +14,66 % |
| SMA Solar Technology | +13,14 % |
| K+S Aktiengesellschaft | +9,08 % |
| Evotec | -29,94 % |
| Infineon Technologies | -11,78 % |
| AIXTRON | -10,17 % |
Im europäischen Aktiengeschehen dominierten extreme Gegensätze. Die größte Verlierstory der Woche lieferte Evotec mit einem Wochenminus von 29,94 %: Das Biotech-Unternehmen senkte sein bereinigtes EBITDA-Ziel für 2026 drastisch auf -70 bis -105 Mio. EUR, nachdem zuvor noch ein positiver Korridor angepeilt worden war. Berenberg stufte die Aktie daraufhin auf Hold ab und senkte das Kursziel auf 3,60 EUR, die Deutsche Bank folgte mit einer Reduktion auf 3,50 EUR.
Auf der anderen Seite des Spektrums gewann Ottobock SE & Co. auf Wochensicht 14,66 %, obwohl die Bank of America das Kursziel von 85 auf 75 EUR senkte und die Kaufempfehlung dennoch bekräftigte. SMA Solar Technology legte 13,14 % zu, nachdem das Unternehmen die Umsatz- und Gewinnprognose für 2026 anhob und die Deutsche Bank die Aktie mit Kursziel 75 EUR auf Buy hochstufte. K+S profitierte mit 9,08 % von den steigenden Rohstoffpreisen im Sog der Hormus-Eskalation.
Den schwersten Sektorschaden verzeichnete die europäische Halbleiterbranche: Infineon Technologies verlor auf Wochensicht 11,78 %, AIXTRON 10,17 %, beide gedrückt vom sektorweiten Ausverkauf nach schwachen Fernost-Vorgaben und Bewertungskorrekturen bei KI-exponierten Titeln. Im Stahlsektor lieferte Salzgitter einen positiven Kontrapunkt: Nach der Komplettübernahme von HKM hob der Konzern die Jahresprognose auf ein EBITDA von 725 bis 825 Mio. EUR an. Deutsche Lufthansa stand doppelt unter Druck, durch die Einstellung der Tochter Cityline und den Ölpreisanstieg infolge der Golfeskalation. Die EU-Kommission gab unterdessen grünes Licht für die 55-Mrd.-USD-Übernahme von Electronic Arts durch PIF und Private-Equity-Partner.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| PayPal Holdings | +22,11 % |
| Cintas | +13,81 % |
| Valero Energy | +10,32 % |
| SanDisk | -29,29 % |
| Astera Labs | -26,48 % |
| Int. Business Machines (IBM) | -26,04 % |
Die amerikanische Earnings-Saison startete mit einer starken Bankenrunde, die aber von einer Einzelwert-Katastrophe überschattet wurde. Goldman Sachs meldete Rekordquartalserträge von 20,34 Mrd. USD und übertraf die Konsenserwartungen beim Gewinn je Aktie deutlich, ebenso JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo. Auch Morgan Stanley und BlackRock, das ein Rekord-verwaltetes Vermögen von 15,34 Bio. USD meldete, überzeugten. UnitedHealth Group übertraf mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 6,38 USD (Konsens: 4,87 USD) die Erwartungen erheblich.
Das Negativgegenstück lieferte Int. Business Machines (IBM) mit einem Wochenminus von 26,04 %: Der Q2-Umsatz von 17,2 Mrd. USD verfehlte den Konsens von 17,86 Mrd. USD deutlich, CEO Arvind Krishna sprach von Investitionsverschiebungen bei Großkunden weg von klassischen Servern. JPMorgan senkte das Kursziel von 291 auf 250 USD. Die Ausstrahlungseffekte belasteten den gesamten IT-Sektor und wirkten bis nach Europa.
Am Freitag übernahm Apple mit einer Marktkapitalisierung von rund 4,9 Bio. USD die Spitzenposition unter den wertvollsten Unternehmen der Welt von NVIDIA, nachdem die Genehmigung für Apple Intelligence in China und ein starker Smartphone-Marktanteil den Kurs stützten, während NVIDIA knapp 4 % verlor. PayPal Holdings (Aktuelle Analyse) avancierte mit 22,11 % zum stärksten US-Wochenmover: Der Verwaltungsrat hielt das Übernahmeangebot von Stripe und Advent über 53 Mrd. USD für unzureichend, zuvor hatten bereits Hochstufungen durch Barclays und DZ Bank den Kurs befeuert. Cintas gewann 13,81 %, nachdem das Unternehmen im vierten Quartal Umsatz- und Gewinnerwartungen mit einem Allzeithoch bei der Bruttomarge übertraf und die Bank of America auf Buy hochstufte. SanDisk hingegen verlor 29,29 % im Zuge einer breiten Verkaufswelle bei Speicherchip-Herstellern, verschärft durch geopolitische Spannungen. Intuitive Surgical (Aktuelle Analyse) setzte nach einem gedämpften Jahresausblick zum Prozedurenwachstum trotz besser als erwarteter Q2-Zahlen die Talfahrt fort. Netflix (Aktuelle Analyse) rückte in den Fokus: Morgan Stanley senkte das Kursziel deutlich, während die Bank of America ihr Kaufrating bestätigte.
Ausblick auf die neue Woche
Die neue Woche stellt den EZB-Zinsentscheid am Donnerstag in den Mittelpunkt. Die Entscheidung, begleitet von einer Pressekonferenz und dem geldpolitischen Statement, wird den Ton für die europäischen Märkte setzen. Gleichzeitig legt Japan am Donnerstag seine Inflationsrate für Juni vor, die Konsenserwartung liegt bei 1,7 % im Jahresvergleich, die Kerninflation bei 1,6 %. Zum Wochenstart am Montag stehen die kanadischen Inflationsdaten für Juni an, mit einer erwarteten Jahresrate von 3,0 % und einem monatlichen Rückgang von 0,2 %.
Auf der Unternehmensseite rückt die Tech-Berichtssaison in die entscheidende Phase. Am Dienstag legt Alphabet Quartalszahlen vor, am Mittwoch folgen Tesla, Texas Instruments und GE Vernova sowie Philip Morris International. Am Donnerstag berichten Intel, RTX Corporation und T-Mobile US, den Wochenabschluss am Freitag bildet American Express. Angesichts der Kursschwäche im Technologiesektor dürften vor allem die Kommentare zu KI-Investitionen und Jahresausblicken bei Alphabet und Texas Instruments marktbewegende Wirkung entfalten.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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