Analyse
14:04 Uhr, 12.06.2026

Warum die Kursexplosion bei MICRON, SK HYNIX, SAMSUNG & Co. logisch ist

Speicherchip-Aktien steigen schier grenzenlos. Für den durchschnittlichen Marktbeobachter ist das einfach Hype. Ich erkläre Dir, wieso die Rally komplett logisch ist.

Erwähnte Instrumente

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  • SanDisk Corp. - WKN: A411ZM - ISIN: US80004C2008 - Kurs: 1.881,510 $ (Nasdaq)
  • Micron Technology Inc. - WKN: 869020 - ISIN: US5951121038 - Kurs: 995,870 $ (Nasdaq)
  • Samsung Electronics (GDR) - WKN: 896360 - ISIN: US7960508882 - Kurs: 4.590,000 € (L&S)
  • SK Hynix (GDR) - WKN: A1JWRE - ISIN: US78392B1070 - Kurs: 1.240,000 € (L&S)

Es geht darum, dass sich die Ertragslage der Branche fundamental verändert hat. Der frühere Bewertungsabschlag hatte einen klaren Grund. DRAM und NAND waren in der Vergangenheit extrem zyklische Märkte. In Abschwüngen fielen Preise, Margen und Cashflows schnell, weshalb niedrige Multiples bei Speicherhersteller meist ein Warnsignal für das nahende Zyklus-Top waren. KI-Training, Inference & Agentic Workloads benötigen immer größere Mengen HBM, DRAM, NAND und Enterprise-SSDs.

Der zentrale Unterschied zu früheren Memory-Zyklen liegt in der höheren Nachfragevisibilität. Long-Term Agreements und Strategic Customer Agreements binden Volumina über mehrere Jahre zu Preisuntergrenzen, sichern Endkunden Versorgung und geben Herstellern mehr Planbarkeit. Genau diese Dynamik im Sektor habe ich euch schon in diversen Beiträgen erklärt - das ist fundamental anders als damals. Dadurch bleibt weniger frei verfügbare Kapazität für Kunden ohne Verträge. Diese müssen entweder selbst langfristige Vereinbarungen abschließen oder später am Spotmarkt zu höheren Preisen einkaufen. Das führt auch zu FOMO.

Für die Speicherhersteller stützt beides die Ertragslage. Gebundene Volumina stabilisieren die Nachfrage, knappe Restkapazitäten stärken die Preisbildung. Neue Foundries (& damit mehr Angebot) bauen sich nicht von heute auf morgen. Die Memory-Player sind selbst vorsichtig mit dem Ausbau, weil sie sonst auf den Capex sitzen bleiben würden. Und Clean Rooms müssen mit entsprechenden Fab Equipment ausgestattet werden. Alles ein ewiger Rattenschwanz mit sehr vielen Bottlenecks.

TrendForce erwartet, dass der globale DRAM-Marktumsatz durch agentische KI im Jahr 2026 um 303 % YoY wächst und 2027 um weitere 46 % zulegt. Für den globalen NAND-Flash-Markt prognostiziert TrendForce ein Umsatzwachstum von 208,7 % im Jahr 2026 und 40,2 % im Jahr 2027.

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Mit dem Update wird das Angebot in drei spezialisierte Depots aufgeteilt. Neu hinzu kommt ein zweites Depot von mir, damit kurzfristige Einzelaktien-Trades künftig getrennt von meinen langfristigen Investments umgesetzt werden können. In der derzeitigen Marktlage läuft das kurzfristige Trading hervorragend. Seit Juni 2025 sind es 187 % - das kann ich nun endlich auch abbilden. Im Gegenzug wird das bisherige Gemeinschaftsdepot „360 Top Picks“ eingestellt.

Künftig gibt es damit mein kurzfristiges Depot für taktische Aktien-Trades, mein langfristiges Depot mit fundamentalem Fokus und monatlicher Einzahlung von 1.000 Euro sowie Roccos Depot mit klarem Fokus auf chartbasierte Trades.

Zusätzlich führt das Update eine neue Empfehlungsliste ein. Setups, die noch nicht im Depot liegen, werden nun zentral an einem Ort gesammelt. Auch die Analysen werden neu gegliedert. Unter „Beiträge“ gibt es ab sofort getrennte Reiter für Chartanalysen und Fundamentalanalysen. Die ersten Trades im neuen Depot wurden bereits getätigt.

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Ganz wichtig zu verstehen

Und wegen diesem Hintergrund, der aus den LTAs resultiert, ist jetzt was anderes zusätzlich passiert neben heftigsten Gewinnrevisionen. Der Markt akzeptiert höhere Bewertungen für die Player. Das sieht man an den ganzen Analysten-Kurszielen. Hier einmal alles detailliert erklärt.

Wenn die Gewinnschätzungen nicht nur kurzfristig, sondern deutlich und über mehrere Jahre hinweg nach oben revidiert werden, und der Markt den Unternehmen gleichzeitig dauerhaft höhere Bewertungsmultiples zugesteht, entsteht ein Re-Rating.

Micron handelte zeitweise mit einem Forward-KGV von unter 4 und damit niedriger als viele klassische zyklische Industrieunternehmen. Das lag daran, dass der Markt Speicherchips lange als extrem zyklisches Commodity-Geschäft bewertet hat. In Abschwüngen brechen Preise, Margen und Gewinne normalerweise stark ein.

Wenn die Börse Micron nun aber nicht mehr mit einem Forward-KGV von 4, sondern beispielsweise mit 15 bewertet, dann wäre das bei gleichen Gewinnen fast eine Vervierfachung des Bewertungsmultiples.

Kommen zusätzlich massive Gewinnrevisionen dazu, verstärkt sich der Effekt deutlich.

Steigen die erwarteten Gewinne um 300 %, bedeutet das rechnerisch eine Vervierfachung der Gewinne. Zusammen mit einem Multiple-Anstieg von 4 auf 15 ergäbe sich theoretisch fast ein 15-facher Aktienwert gegenüber dem alten Bewertungsniveau!

Der entscheidende Punkt!

Lange Zeit akzeptierte der Markt KEINE höheren Bewertungen, weil Micron als klassischer Zykliker galt. Die Aktie bewegte sich deshalb stark im Gleichlauf mit den Gewinnrevisionen - auch schon sehr gut.

Aber! Jetzt kommt ein zweiter Effekt hinzu. Analysten und Investoren beginnen, die strukturell höhere Nachfrage, die knappe Kapazität und die langfristigen Lieferverträge stärker in die Bewertung einzupreisen.

Genau dadurch entsteht der Boost. Es steigen nicht nur die Gewinnerwartungen, sondern auch die akzeptierten Multiples. Der Markt bewertet also nicht mehr nur höhere Gewinne, sondern ein weniger zyklisches, planbareres und strategisch wichtigeres Geschäftsmodell.

Long story short: Das Re-Rating entsteht aus den zwei Hebeln gleichzeitig. 1. Massiv steigende Gewinnrevisionen und 2. höhere gerechtfertigte Bewertungsmultiples, weil LTAs, HBM-Nachfrage und KI-Infrastruktur die alte Commodity-Zyklik zumindest für die nächsten Quartale rausnehmen. Genau deshalb explodieren die Kurse. Die Aktie muss gleichzeitig höhere Gewinne und eine höhere Bewertung verarbeiten.

Fazit

Ich hoffe, ihr konntet was lernen und nachvollziehen. Es ist vergleichbar mit Alphabet, die vor wenigen Monaten auch immer mit unterdurchschnittlichen Multiples handelten, weil der Markt kein Premium zahlen wollte, weil man dachte, dass sie ein KI-Verlierer sind und weil die Sorge vor Aufspaltung bestand. Als beides weggefallen ist, explodierte die Aktie. Aber nicht, weil die Gewinne so gestiegen waren. Diese Story läuft aber bei Memory-Aktien parallel. Bei Alphabet war es einfach der Prozess von einem forward KGV von 15 nach 30! Das reicht bei gleichen Gewinnen für eine Kursverdopplung!

Wichtig: Das gilt auch nach unten. Ist die Börse nicht mehr bereit, höhere Bewertungen zu bezahlen (wie bei einigen Software-Aktien), dann können die Kurse auch bei konstanten Gewinnen einbrechen. Siehe beispielsweise Adobe.


Viel Erfolg wünscht Dir Valentin

Charttechnische Einordnung von Rocco Gräfe

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1 Kommentar

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  • Fritz Bowie
    Fritz Bowie

    Stimmt! Gute Analyse! ⭐

    14:13 Uhr, 12.06.

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