Kommentar
13:00 Uhr, 01.05.2026

Wann ist der Bitcoin-Bärenmarkt vorbei? Das sagen Krypto-Insider

Bitcoin und der Krypto-Markt befinden sich in einem Bärenmarkt. Wie schlimm die Lage wirklich ist und ob die Kurse bald wieder nach oben gehen, beantworten 55 Expertinnen und Experten aus dem Krypto-Sektor.

Der Bitcoin-Bärenmarkt zehrt an den Nerven vieler Investoren. Die Stimmung im Krypto-Markt ist spürbar eingetrübt und immer mehr stellen sich die Frage, wann die Kurse endlich wieder nachhaltig drehen. Deswegen haben wir gemeinsam mit Prof. Dr. David Florysiak von der IU Internationale Hochschule 55 Krypto-Insider nach ihren Markteinschätzungen gefragt. Der vollständige BTC-ECHO Insider Report beleuchtet die Antworten im Detail und liefert neben Bitcoin-Kursprognosen auch Einschätzungen dazu, wie sich Künstliche Intelligenz und KI-Agenten auf den Krypto-Sektor auswirken könnten.

Warten auf den Katalysator

André Dragosch, Director und Head of Research bei dem Krypto-ETF- und ETP-Anbieter Bitwise, sieht den Großteil der schlechten Nachrichten bereits eingepreist: “Die gute Nachricht ist, dass wahrscheinlich ein Großteil der ‘bad news’ nach dieser 50-Prozent-Korrektur bei Bitcoin bereits eingepreist ist. Wir warten sozusagen nur noch auf die ‘good news’, die den Katalysator für den nächsten Bullenmarkt liefern.” Woher dieser Impuls kommen könnte, hat für Dragosch eine klare Adresse: “Ich vermute, dass dieser von den Zentralbanken kommen wird.” Bis dahin bleibe es aber holprig.

David Kurz von der niederländischen Krypto-Börse Bitvavo blickt ähnlich zurückhaltend auf die Lage: “Meiner Meinung nach ist der ‘maximale Schmerz’ im Markt noch nicht vollständig erreicht.” Gleichzeitig laufe im Hintergrund längst die nächste Phase. “Die institutionelle Adaption und der infrastrukturelle Ausbau schreiten kontinuierlich voran.” Für die Unternehmensseite erwartet Kurz eine spürbare Verschiebung: “Wir werden vermehrt sehen, dass traditionelle Unternehmen ihre Haltung gegenüber Krypto deutlich anpassen und teilweise komplette strategische Kehrtwenden vollziehen ‘müssen’.”

Makro schlägt Charttechnik

Dietmar Schantl-Ransdorf von Bitpanda Wealth richtet den Blick auf das makroökonomische Fundament: “Makroökonomie schlägt Charttechnik: Die wahren Treiber für Bitcoin sind aktuell geopolitische Konflikte und die globale Liquidität.” Daraus leitet er eine klare Handlungsempfehlung ab: “Wer die unvermeidlichen, nachrichtengetriebenen Rücksetzer aushält, findet darin strategische Einstiegschancen für den mittelfristigen Aufwärtstrend.”

Andreas Lipkow, langjähriger Börsenkommentator und seit kurzem Chefmarktanalyst beim Broker CMC Markets, beschreibt die Gemengelage ambivalent: “Der Kryptomarkt befindet sich derzeit zwischen Baum und Borke.” Der Sektor habe sich einerseits oft als “sicherer Hafen” positionieren können, leide andererseits unter dem Abverkauf technologielastiger Assets. Die Bewährungsprobe stehe noch bevor. “Es wird sich in den kommenden Handelsmonaten zeigen, ob es den großen etablierten Cryptocoins gelingt, sich in den technologischen Veränderungen nach vorne spielen zu können.”

Nils von Schoenaich-Carolath, Chief Growth Officer bei der Wertpapierhandelsbank tradias, sieht den Markt an einem strukturellen Wendepunkt: “Der Kryptomarkt tritt zunehmend in eine Phase ein, in der nicht mehr allein Wachstum und Geschwindigkeit entscheiden, sondern belastbare Infrastruktur, regulatorische Anschlussfähigkeit und operative Qualität.”

Bitcoin-Tiefpunkt erreicht

Alex von Frankenberg, Bitcoin-Enthusiast und ehemaliger Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds, ist sich sicher, dass der Tiefpunkt bereits hinter uns liegt: “Wir haben meiner Ansicht nach Anfang Februar bei 60.000 Dollar den Tiefpunkt des Bärenmarkts erreicht.” Als Treiber des nächsten Zyklus sieht er “zunehmende institutionelle Adoption sowie viel mehr Retail-Zugang, vielleicht auch erste Käufe von relevanten Zentralbanken”.

Mauro Casellini, Chief Growth Officer bei der neu gegründeten Celsion Bank in Liechtenstein, ordnet die Phase ein: “Der Markt befindet sich klar in einem Bear Market, Volumina und Stimmung sind gedämpft.” Entscheidend sei das, was jetzt gebaut werde: “Wer in dieser Phase Infrastruktur, Regulierung und Produktsubstanz aufbaut, statt auf kurzfristige Impulse zu setzen, wird im nächsten Zyklus strukturell vorne stehen.”

Michael Geike, Managing Partner beim Krypto-Fonds 21 Oaks Capital, spricht von einer “klassischen Mid-Cycle-Phase: kurzfristig unter Druck, aber strukturell stärker als je zuvor”. Sein zweigeteiltes Fazit: “Die aktuelle Lage ist ‘normal’, die Perspektive jedoch klar positiv.”

Krypto-Unternehmer Michael Wild (Depositly.io) bleibt für den Markt “konstruktiv, aber nicht euphorisch” und sieht die Branche im Übergang in eine reifere Phase, “in der reale Infrastruktur, Regulierung, Distribution und tragfähige Geschäftsmodelle wichtiger werden als reine Narrative”.

Berthold Baurek-Karlic, Gründer von Venionaire Capital, hält die Hoffnung auf einen makroökonomischen Durchbruch wach: “Eine Beruhigung der geopolitischen Lage kann zu einem Kursfeuerwerk an den Märkten führen.”

Bitcoin setzt sich ab – Altcoins kämpfen

Florian Döhnert-Breyer, Managing Director beim Krypto-Fonds F5 Crypto Capital, sieht eine fundamentale Entkoppelung am Altcoin-Markt: “Protokolle mit echten Einnahmen und Buyback- oder Burn-Mechanismen entkoppeln sich zunehmend vom breiten Altcoin-Markt, Hyperliquid ist das prominenteste Beispiel.” Die Folge: “Fundamentaldaten werden endlich preisrelevant. Für Investoren heißt das: Aktives Management gewinnt in Krypto wieder mehr an Bedeutung.”

Regulatorische Katalysatoren und US-Politik

Wie stark die Kursentwicklung von Washington abhängt, bringt eine Reihe weiterer Experten auf den Punkt. Mirco Recksiek, Gründer von bitcoin-2go, sieht im Clarity Act zwar nicht den Auslöser des nächsten Bullruns, wohl aber “den Grundstein für weiteres Wachstum und künftig auch positivere Märkte”. Auch Ed Prinz (neob.ai) und Lutz Wengorz (Agitarex) beschreiben eine Phase disziplinierter Reife: Bitcoin agiere zunehmend als “hochsensibler Indikator für globale Liquidität”, während der breite Altcoin-Markt erst dann aufdrehen dürfte, “wenn Makro, Liquidität und Regulierung gleichzeitig günstiger werden” (Wengorz).

Ergänzt wird dieser Befund von weiteren Insidern, die die strukturelle Reife betonen: Albert Quehenberger (AQ Forensics) rechnet bei mehr regulatorischer Klarheit in den USA mit Vertrauens- und Kapitalzuflüssen, Moritz Schwarzmann (Web3 Factory) sieht die Konsolidierung “gesünder, als sie sich im Tagesrauschen anfühlt” – auch dank MiCA und dem GENIUS Act. Markus Hujara (Greenfield Capital) verdichtet die Stimmung zu einer eingängigen Formel: “Was wir gerade erleben, ist kein Hype ohne Substanz – sondern Substanz (noch) ohne Hype.”

Sascha Grumbach (Green Mining DAO) zieht aus dem Bärenmarkt eine klare Konsequenz: “Es ist der Bitcoin-Markt, nicht der Crypto-Markt. ‘Crypto-Unternehmen’ werden zunehmend verschwinden, während Bitcoin-Unternehmen sich durchsetzen werden.” In die gleiche Kerbe schlägt Daniel Winklhammer (21bitcoin), der die Entkoppelung zwischen spekulativen Altcoins und Bitcoin als strukturelles Merkmal der aktuellen Marktphase liest: Institutionelle Investoren stiegen inzwischen “nicht in ‘Krypto’, sondern gezielt in Bitcoin” ein – und MiCAR beschleunige diese Konsolidierung.

Bärenmärkte sind zum Bauen

Daniela Bobak vom Blockchain Bundesverband bringt die aktuelle Branchenstimmung auf eine Kurzformel: “Bear market is building time.” Die Dynamik sei da, “vielleicht weniger sichtbar im Marktpreis, aber umso stärker in der Substanz”.

Dazu passen die Einschätzungen weiterer Stimmen. Matthias Steger verweist auf den Angebotsmechanismus der Miner, Chris Sedor (Bitsurance) und Hermann Elendner (F5 Crypto) ordnen die Lage aus Sicherheits- und Research-Perspektive ein. Oliver Krause (Untitled INC) fasst die Ambivalenz pointiert zusammen: “Long term bullish, short term major risk of a FTX style setback.” Und genau diese Spannung – zwischen strukturellem Reifeprozess und kurzfristigem Risiko eines neuen Vertrauensschocks – dürfte die kommenden Monate am besten beschreiben.

Wer wissen möchte, was andere Insider über den Krypto-Markt denken, welchen Bitcoin-Kurs sie bis Oktober 2026 erwarten und welchen Einfluss KI-Agenten auf den Krypto-Sektor haben, der kann dies im kostenlosen BTC-ECHO Insider Report nachlesen.

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