Kommentar
20:11 Uhr, 16.09.2026

US-Notenbank erhöht wie erwartet den Leitzins

Im Kampf gegen die hohe Inflation hebt die US-Notenbank zum ersten Mal seit Juli 2023 den Leitzins an. Im sogenannten Dot Plot wird eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende angedeutet.

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Die US-Notenbank Fed hat im Rahmen ihres Zinsentscheids am Mittwoch wie erwartet die Zinsen angehoben. Das Zielband für die Fed Funds Rate steigt um 0,25 Prozentpunkte und liegt künftig bei 3,75 % bis 4,00 % , wie der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed mitteilte.

Die Entscheidung fiel einstimmig mit zwölf zu null Stimmen. Es handelt sich um den dritten Zinsentscheid unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh. Die Zinserhöhung war weitgehend so erwartet worden.

Die Fed begründet den Schritt mit der weiterhin erhöhten Inflation. "Die heutige geldpolitische Maßnahme wird eine raschere Rückkehr zum 2-%-Ziel des Ausschusses unterstützen", heißt es im Statement zum Zinsentscheid. "Der Ausschuss wird für Preisstabilität sorgen."

Die US-Wirtschaft wächst nach Einschätzung der Fed in "solidem Tempo", obwohl die Unsicherheit unter anderem aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten erhöht sei. "Das Produktivitätswachstum ist stark, und die Investitionstätigkeit ist robust. Der Beschäftigungszuwachs hat mit dem Wachstum des Arbeitskräfteangebots Schritt gehalten, und die Arbeitslosenquote hat sich kaum verändert", heißt es im Statement.


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Im Median stellen die Mitglieder des Offenmarktausschusses im sogenannten Dot Plot im Rahmen ihrer individuellen Prognosen eine weitere Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte bis Jahresende in Aussicht. 16 von 18 Teilnehmern erwarten bis Jahresende mindestens eine weitere Zinserhöhung. Zwölf halten eine Spanne von 4,00 % bis 4,25 % für angemessen, was einer weiteren Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte entsprechen würde und vier sogar 4,25 % bis 4,50 %, was zwei weiteren Anhebungen entsprechen würde. Nur zwei Mitglieder des Offenmarktausschusses erwarten zum Jahresende das heute beschlossene Zinsniveau.

Für 2027 wird dann keine Leitzinsänderung in Aussicht gestellt, bevor die Leitzinsen 2028 und 2029 wieder sinken sollen. Der Markt erwartet hingegen für die erste Jahreshälfte 2027 weitere Zinserhöhungen. Dabei gibt es eine erhebliche Bandbreite der Erwartungen für die kommenden Jahre. Für 2027 erwarten acht Entscheidungsträger eine weitere Anhebung gegenüber dem aktuellen Niveau, sechs einen unveränderten Leitzins sowie drei Mitglieder eine Zinssenkung und ein Mitglied zwei Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte gegenüber dem aktuellen Niveau.

Zugleich rechnen die Währungshüter mit etwas mehr Wachstum und einer niedrigeren Arbeitslosigkeit als noch im Juni. Die Wachstumsprognose für 2026 steigt im Median von 2,2 % auf 2,3 %, für 2027 von 2,3 % auf 2,4 %. Die Arbeitslosenquote wird für beide Jahre nun bei 4,1 % erwartet, nach zuvor jeweils 4,3 %.

Bei der Inflation fällt die Einschätzung etwas ungünstiger aus. Für 2026 steigt die Prognose für die PCE-Inflationsrate von 3,6 % auf 3,7 %. Die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie wird bei 3,4 % erwartet, nach zuvor 3,3 %. Für 2027 bleiben die Prognosen mit 2,3 % beziehungsweise 2,5 % unverändert. Das Inflationsziel von 2 % wird in den Medianprojektionen bei beiden Größen erst 2029 erreicht.

Updates von der Pressekonferenz / Sinngemäße Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh

  • Die wirtschaftliche Aktivität nimmt in solidem Tempo zu. Während die Unsicherheit erhöht bleibt, unter anderem wegen der geopolitischen Unsicherheit, bleibt die Konjunktur robust.
  • Inflation bleibt erhöht.
  • Wie bereits in Jackson Hole gesagt, würde ich die aktuellen Bedingungen kaum als restriktiv bezeichnen. Der FOMC teilt im Großen und ganzen diese Einschätzung. Entsprechend haben wir die Unterstützung zurückgefahren.
  • Für mehr als fünf Jahre lag die Inflation über dem Ziel. Der Fokus liegt eindeutig auf der Preisstabilitätsseite unseres Mandats. Die Inflation ist zu hoch und ist es bereits für zu lange Zeit.
  • Die jüngsten Daten zeigen nicht, dass sich der Inflationstrend verbessert hat.
  • Wir müssen zuversichtlich sein, dass sich die Inflation klar und in ausreichendem Tempo unserem Ziel annähert. Heute hat das FOMC entschieden, dass das bisher nicht der Fall ist.
  • Inflationsrisiken liegen auf der Oberseite, während die Arbeitsmarktrisiken weitgehend ausgeglichen sind.
  • Die Fed spielt eine Rolle in der Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung.
  • Wir können einzelne Preise wie die Öl- und die Nahrungsmittelpreise nicht beeinflussen. Aber wir können dafür sorgen, dass sich die Preissteigerungen nicht ausweiten und Zweit- oder Drittrundeneffekte führen.
  • Warsh spricht sich erneut gegen eine Forward Guidance aus und will sich nicht zu künftigen Zinsänderungen äußern.
  • Warsh kommentiert Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen nicht.
  • Würde die Bedingungen kaum als restriktiv bezeichnen und die Mitglieder des FOMC würden das seiner Aussage nach auch nicht. Wir haben nun eine Dosis Akkommodation entfernt.
  • Der neutrale Zins hat keine operative Bedeutung für geldpolitische Entscheidungen, auch wenn das Konzept wissenschaftlich wichtig sei.
  • Habe keine konkrete Zahl erwartet, der Trend ist entscheidend.
  • Der Offenmarktausschuss hat sich heute für eine schnellere Rückkehr zum Inflationsziel entschieden.
  • Ein Grund, warum die langfristigen Zinsen gestiegen sind, ist dass die Wirtschaft sich verbessert hat. Außerdem gibt es einen Wettbewerb um Kapital. Der dritte Grund ist die Geopolitik. Die Hot Spots rund um die Welt heizen die Teuerung an.
  • Wir werden Preisstabilität gewährleisten, und wir werden es schneller tun.
  • Für Entscheidungen zur KI-Regulierung ist der Kongress zuständig, nicht die Fed, auch wenn KI Implikationen für uns hat.
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