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13:30 Uhr, 25.03.2026

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Ifo-Geschäftsklima sinkt im März deutlich

Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im März deutlich eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 86,4 (Vormonat revidiert 88,4; vorläufig 88,6) Punkte, wie das Münchner Ifo Institut nach seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 85,5 Punkte erwartet. "Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die Unsicherheit unter den Unternehmen nahm spürbar zu."

Iran-Krieg lässt Ifo-Stimmung einbrechen

Der Einbruch der Ifo-Geschäftserwartungen im März spiegelt die berechtigten Sorgen der deutschen Unternehmen über den Nahost-Krieg wider, befindet Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Obwohl die befragten Unternehmen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage noch als unverändert stabil bewerten, werfen der Nahost-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus große Schatten auf die Zukunft. Die Sorge vor dauerhaft hohen Energie- und Rohstoffpreisen sei berechtigt: Sollte die geopolitische Blockade noch ein bis zwei Monate andauern, könnte das Wirtschaftswachstum in Deutschland und dem Euroraum spürbaren Schaden nehmen und in diesem Jahr um rund 0,4 Prozentpunkt niedriger ausfallen.

Energiekrise gefährdet deutsche Erholung - aber milder als 2022

Die sinkende Geschäftsmoral deutet darauf hin, dass der Energieschock die Hoffnungen auf eine Erholung in Deutschland zunichtemachen könnte, schreibt Franziska Palmas von Capital Economics in einer Research Note. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im März von 88,4 im Februar auf 86,4 gefallen. "Der Rückgang war ausschließlich auf den Erwartungsindex zurückzuführen, was vermutlich die Sorgen über den Anstieg der Energiepreise und die weitreichenderen Folgen des Krieges im Nahen Osten widerspiegelt", so Palmas.

EZB/Lane: Längerfristige Inflationserwartungen steigen weniger stark

Der Anstieg der aus Finanzvariablen errechneten längerfristigen Inflationserwartungen ist nach Aussage von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane bisher weniger stark als zu Beginn des Ukraine-Kriegs 2022. Lane zeigte in einem Vortrag bei der Konferenz "The ECB and its Watchers" in Frankfurt eine Grafik, derzufolge die Inflationserwartungen auf Sicht eines Jahres derzeit höher sind als 2022. Die Erwartungen in einem Jahr für das darauffolgende Jahr und die in fünf Jahren für die darauffolgenden fünf Jahre sind dagegen derzeit deutlich niedriger als 2022.

Lagarde: EZB wird nicht verfrüht handeln - aber wenn nötig

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach den Worten ihrer Präsidentin Christine Lagarde auf den Schock durch den Iran-Krieg nicht übereilt reagieren, aber dann, wenn es sich als nötig erweisen sollte. In einer Rede bei der Konferenz "The ECB and its Watchers" in Frankfurt verwies Lagarde einerseits darauf, dass derzeit die stärkste Lieferunterbrechung seit Bestehen internationaler Ölmärkte stattfinde und Verbraucher sowie Unternehmen die hohe Inflation der vergangenen Jahre noch in Erinnerung hätten. Andererseits hielt sie fest, dass es gegenüber den Verhältnissen nach Ende der Covid-Pandemie und zu Beginn des Ukraine-Kriegs einige Unterschiede gebe.

Deutsche Binnenschifffahrt sinkt 2025 auf historischen Tiefstand

Die Binnenschifffahrt in Deutschland hat im Jahr 2025 einen historischen Tiefstand verzeichnet. Mit insgesamt 171,6 Millionen transportierten Tonnen fiel das Güteraufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent und verzeichnete damit den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete.

+++ Konjunkturdaten +++

Schweden März Verbrauchervertrauen 95,2 (Feb: 96,3)

Schweden März Verbrauchervertrauen PROGNOSE: 95,0

US/MBA Market Index Woche per 20. März -10,5% auf 310,7 (Vorwoche: 347,1)

US/MBA Purchase Index Woche per 20. März -5,4% auf 163,6 (Vorwoche: 172,9)

US/MBA Refinance Index Woche per 20. März -14,6% auf 1.145 (Vorwoche: 1.341)

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