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19:00 Uhr, 11.03.2026

ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Birol: IEA-Mitgliedsländer geben Ölreserven von 400 Mio Barrel frei

Die Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) werden nach Aussage ihres Exekutivdirektors Fatih Birol wegen der Lage im Nahen Osten eine Rekordmenge an Ölreserven freigeben, die für Notfälle vorgesehen sind. Birol sagte in einer kurzen Erklärung, dass die Länder einstimmig beschlossen hätten, 400 Millionen Barrel Öl freizugeben. Die Länder würden ihre Konsultationen fortsetzen.

Opec hält Prognose für Ölnachfrage stabil - Massive Störungen im Golf

Die Organisation Erdöl exportierenden Länder (Opec) hat ihre Prognosen für die weltweite Ölnachfrage beibehalten. Der Nahostkonflikt stört weiterhin massiv die Rohölströme am Golf und zwingt große Produzenten dazu, ihre Förderung zu drosseln. Die Ölnachfrage dürfte im nächsten Jahr um 1,34 Millionen Barrel pro Tag steigen. Dies liegt leicht unter den für 2026 geschätzten 1,38 Millionen Barrel pro Tag und wird von einer soliden Weltwirtschaft gestützt.

US-Inflationsrate verharrt im Februar bei 2,4 Prozent

Der Inflationsdruck in den USA ist im Februar wie erwartet stabil geblieben. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent und lagen um 2,4 (Vormonat: 2,4) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mit einem monatlichen Preisanstieg von 0,3 Prozent und einer Jahresteuerung von 2,4 Prozent gerechnet. Die Kernverbraucherpreise (ohne Energie und Lebensmittel) stiegen um 0,2 Prozent auf Monats- und um 2,5 (Vormonat: 2,5) Prozent auf Jahressicht. Die befragten Ökonomen hatten eine monatliche Rate von 0,2 Prozent und eine Jahresrate von 2,5 Prozent erwartet.

US-Realeinkommen steigen im Februar

Die Realeinkommen in den USA sind im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, war im Januar ein Anstieg um 0,5 Prozent zu verzeichnen. Das durchschnittliche Wocheneinkommen betrug den Angaben der Behörde zufolge im Februar saison- und inflationsbereinigt 390,91 US-Dollar nach 390,38 Dollar im Vormonat.

US-Rohöllagerbestände steigen stärker als erwartet

Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 6. März ausgeweitet. Sie stiegen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 3,824 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten einen Anstieg um 1,1 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 3,475 Millionen Barrel erhöht.

EZB/Schnabel: Projektionen werden Marktentwicklungen teilweise reflektieren

Die in der nächsten Woche anstehenden makroökonomischen Projektionen des volkswirtschaftlichen Stabs der Europäischen Zentralbank (EZB) werden nach Aussage von EZB-Direktorin Isabel Schnabel anders aussehen als die im Dezember veröffentlichten. "Die März-Projektionen werden die jüngsten Marktentwicklungen teilweise reflektieren", sagte sie bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Auf Nachfrage erklärte sie, dass der Stichtag für die Erhebung nach hinten verlegt worden sei. "Ein Stichtag vor dem Beginn des Iran-Kriegs wäre sinnlos gewesen", sagte sie.

BNP Paribas: EZB dürfte zunächst abwarten

Analysten von BNP Paribas erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins bei der Sitzung am 19. März unverändert lassen und dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihre Einschätzung einer "guten Position" zugunsten eines risikobewussteren Tons aufgeben wird. "Die aktualisierten Prognosen dürften den jüngsten Anstieg der Energiepreise kaum reflektieren und daher - abgesehen von eventuell bereitgestellten Szenarioanalysen - nur von begrenzter Aussagekraft sein", schreiben sie in ihrem Ausblick auf die Zinsentscheidung am nächsten Donnerstag.

Eurosystem stellt Plan für tokenisiertes Finanzsystem vor

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine strategische Initiative zur Entwicklung eines europäischen tokenisierten Finanzökosystems vorgestellt, in dem Zentralbankgeld weiterhin eine zentrale Rolle spielen soll. Die "Appia" genannte Strategie soll Eurosystem (EZB und nationale Zentralbanken des Euroraums) sowie Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor mit dem Ziel zusammenbringen, integrierte, innovative und widerstandsfähige tokenisierte Finanzmärkte für den institutionellen Großkundenhandel ("Wholesale") in Europa aufzubauen.

Trump erneuert Handelsdrohung gegen Spanien

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohung erneuert, den Handel mit Spanien einzustellen. Grund dafür ist der Widerstand des Landes gegen die Angriffe der USA und Israels auf den Iran. "Ich denke, sie kooperieren überhaupt nicht", sagte Trump über Spanien. "Wir könnten den Handel einstellen." Trump hatte Anfang des Monats eine ähnliche Drohung ausgesprochen, die die US-Regierung jedoch schnell wieder zurücknahm. Offizielle Maßnahmen wurden nicht ergriffen. Es ist unklar, inwiefern die USA Zölle auf ein einzelnes Land der Europäischen Union wie Spanien erheben könnten.

DJG/DJN/apo/sha

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