Analyse
14:40 Uhr, 07.01.2026

UBER - Wachsende Zweifel an der Preissetzungsmacht

Der Fahrdienstvermittler steht exemplarisch für eine Aktie, bei der sich Zukunftsfantasie und Skepsis zunehmend unversöhnlich gegenüberstehen.

Erwähnte Instrumente

  • Uber Technologies Inc. - WKN: A2PHHG - ISIN: US90353T1007 - Kurs: 85,540 $ (NYSE)

Während optimistische Analysten auf die strukturellen Chancen autonomer Fahrzeuge setzen, wächst gleichzeitig der Zweifel, ob Ubers heutige Preissetzungsmacht in einem härter umkämpften Markt Bestand haben kann.

Analysten uneins über den Weg nach vorn

BofA Securities bekräftigte jüngst eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 119 USD. Der Kern der Argumentation liegt in der strategischen Rolle autonomer Fahrzeuge. Insbesondere die enge Verzahnung mit Nvidia gilt als zentraler Hebel, um die Einführung von Level-4-Technologie zu beschleunigen und die Eintrittsbarrieren für Autohersteller zu senken. In einem Markt mit mehreren Anbietern autonomer Fahrzeuge hätte Uber nach dieser Lesart die Möglichkeit, Fahrzeuge zu kaufen oder zu leasen und zugleich als Marktplatz zu fungieren, auf dem Besitzer autonomer Autos ihre Fahrzeuge monetarisieren.

Der optimistische Blick kontrastiert scharf mit der Einschätzung von Melius. Analyst Conor Cunningham stufte die Aktie auf Sell herab und setzte das Kursziel auf 73 USD. Zwar sei Uber klarer Marktführer im globalen Ride-Hailing, genau diese Position mache das Unternehmen jedoch besonders anfällig. Mit zunehmender Konkurrenz ab 2026, speziell durch autonome Anbieter, drohten Margen und Wachstum unter Druck zu geraten. Die aktuelle Bewertung unterstelle aus seiner Sicht ein zu stabiles, weitgehend störungsfreies Wachstum.

Diese Skepsis findet zunehmend Widerhall bei Investoren. Ein Marktteilnehmer formuliert es drastisch: "Die absurd hohen Preise, die Uber für mittelmäßige Fahrten verlangt, werden im nächsten Jahr ein Ende haben. Eine enorme Welle an Wettbewerb kommt mit neuen, sauberen Fahrzeugen, die nicht unangenehm riechen. Uber ist durch." Hinter der Zuspitzung steht eine klare Erwartung: Steigende Konkurrenz wird nicht nur technologisch, sondern vor allem über den Preis ausgetragen.

Tatsächlich hat Uber in vielen Städten die Preise in den vergangenen Jahren deutlich angehoben, um höhere Kosten und den Weg zur Profitabilität zu finanzieren. Solange das Angebot alternativlos erschien, ließ sich diese Strategie durchsetzen. Mit neuen Anbietern, standardisierten Fahrzeugen und potenziell niedrigeren Kostenstrukturen könnte diese Rechnung jedoch nicht mehr aufgehen.

Der Kernkonflikt ist offensichtlich. Gelingt es Uber, sich als unverzichtbarer Aggregator für autonome Mobilität zu etablieren, eröffnen sich neue Skaleneffekte und Erlösquellen. Scheitert dieser Anspruch, droht ein Szenario, in dem Wettbewerb über Preis und Qualität die Margen erodiert und die heutige Bewertung infrage stellt.

Fazit: Uber steht an einem Wendepunkt. Die Vision autonomer Mobilität bietet erhebliches Potenzial, doch zugleich wächst der Druck von Kunden und Investoren, die steigende Preise und nachlassende Qualität nicht länger akzeptieren wollen. Die Uber-Aktie bleibt damit eine Wette auf die Stärke der etablierten Plattform in einem Markt, der schneller kompetitiv werden könnte, als es vielen lieb ist. Ich würde von einem Investment eher Abstand nehmen, für Trader ist die Situation mit schnell wechselnder Newslage aber durchaus immer mal wieder reizvoll.

Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.

Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 51,99 60,22 68,96
Ergebnis je Aktie in USD 6,30 4,25 5,11
KGV 13 20 17
Dividende je Aktie in USD 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

Uber Technologies Inc.-Aktie
Statischer Chart
Live-Chart
  • ()
    NYSE
    VerkaufenKaufen

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

2 Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen
  • Sascha Huber
    Sascha Huber Experte für Kryptowährungen

    "Die absurd hohen Preise, die Uber für mittelmäßige Fahrten verlangt, werden im nächsten Jahr ein Ende haben. Eine enorme Welle an Wettbewerb kommt mit neuen, sauberen Fahrzeugen, die nicht unangenehm riechen. Uber ist durch."

    Was ist das für ein Unsinn? Beispiel München: Fahre ich mit dem Taxi vom Flughafen (FSJ) in die Stadt, bezahle ich zwischen 100 und 110 Euro. Mache ich es mit Uber, zahlen ich 50 bis 70 Euro. Das ginge, ohne die deutsche Bürokratie, sicherlich auch noch günstiger. Aber man spart auch so schon eine Stange Geld.

    Darüber hinaus war meine Erfahrung NOCH NIE (und ich nutze das ja nicht nur in München), dass sie dort stinkende Karren verwenden würden. Ganz im Gegenteil, war bisher das schlechteste Uber-Fahrzeug besser als das beste Taxi.

    Ich frage mich daher wer dieser Marktteilnehmer sein soll. Natürlich kann es sein, dass Uber in Deutschland besonders gut ist oder ich immer Glück hatte. Aber das denke ich nicht, denn ich kenne inzwischen auch einige andere, die Uber einem Taxi etc. vorziehen. Was nicht heißt, dass sie konkurrenzlos wären (Lyft, Bolt). Aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft!

    20:14 Uhr, 07.01.
  • AndyKelly
    AndyKelly

    Diese riesige Plattorm die UBER aufgebaut hat hat den Value, darüber werden alle autonome Fahrzeuge gebucht werden. Da wird nicht jeder Betreiber sein eigens Ökosystem aufbauen können! Bank of America 119,00 USD Jeferries 120,00

    das wird 2026 zu einer Neubewertung von UBER führen. Aktie ist stark unterbewertet.

    18:04 Uhr, 07.01.