Trotz Trump-Zöllen: China erreicht Rekordüberschuss
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Chinas Außenhandel hat 2025 ein neues Rekordniveau erreicht. Der Handelsüberschuss stieg laut Zollangaben im Jahresvergleich um 20 % auf 1,2 Bio. USD. Die Exporte kletterten um 5,5 % auf 3,7 Bio. USD, während die Importe mit 2,58 Bio. USD nahezu stabil blieben. Die starke Handelsbilanz wurde maßgeblich durch eine Zunahme der Exporte in alternative Märkte begünstigt, nachdem die USA unter US-Präsident Donald Trump neue Zölle verhängt hatten.
Zum Jahresende beschleunigte sich das Wachstum weiter. Im Dezember stiegen die chinesischen Ausfuhren um 6,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat und übertrafen damit die Erwartungen von Analysten. Die Importe legten um 5,7 % zu.
Überschuss gegenüber Europa steigt
Im Handel mit den USA zeigte sich hingegen ein deutlicher Rückgang. Die Exporte in die Vereinigten Staaten fielen im Jahresvergleich um 20 %, die Importe um 14,6 %. Chinesische Exporteure weiteten stattdessen ihre Aktivitäten in Regionen wie Südostasien, Afrika und Europa aus. Der Export nach Deutschland wuchs 2025 um 10,5 % auf 118,3 Mrd. USD, während die Importe aus Deutschland um 2,1 % auf 92,8 Mrd. USD zurückgingen.
Ausblick: Weitere Marktöffnung angekündigt
Trotz des belasteten Verhältnisses zu einigen Handelspartnern sieht die chinesische Regierung den Außenhandel weiterhin als Wachstumstreiber. Laut dem stellvertretenden Zollminister Wang Jun habe China 2025 erstmals ein Handelsvolumen von über 45 Bio. Yuan (etwa 6,4 Bio. USD) erreicht. Für 2026 kündigte er eine stärkere Marktöffnung an. Ökonomen erwarten, dass die Exporte auch 2026 ein wesentlicher Wachstumsmotor bleiben.
Fazit: Versuche der USA, den Handel mit China einzudämmen, haben dem chinesischen Außenhandel im vergangenen Jahr nicht geschadet. Ganz im Gegenteil wendet sich China verstärkt Märkten in Südostasien, Afrika und Lateinamerika zu, die ohnehin stärker wachsen als die gesättigten Volkswirtschaften in Nordamerika und Europa. Geostrategisch könnte die anhaltende Stärke des chinesischen Außenhandels ein großes Problem für den Westen werden, da er zahlreiche Länder enger an China bindet. Schon heute ist China für viele Länder besonders auf der Südhalbkugel der mit Abstand wichtigste Handelspartner.


Den zukünftigen Welthandel kann man wohl so bezeichnen: World ex USA. Die Politik des America First und der Versuch einer totalen Autarkie (Deglobalisierung) hilft am Ende nur China.