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09:14 Uhr, 02.03.2026

Teherans Angriffe vertiefen Entschlossenheit am Golf zur Vergeltung

DOW JONES--Das iranische Regime hat auf die US-israelische Militärkampagne mit Angriffen auf mindestens neun Länder im Nahen Osten reagiert. Diplomaten und Analysten zufolge hat sich Teheran dabei jedoch verkalkuliert: Statt eine Deeskalation zu erzwingen, festigt der Beschuss wohlhabender Golf-Monarchien deren Entschlossenheit, der iranische Gefahr dauerhaft zu begegnen.

Nachdem in den ersten Stunden der am Samstag begonnenen Offensive bereits der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei sowie zahlreiche Kommandeure getötet worden waren, zielte Teherans Antwort auf die Infrastruktur der Nachbarstaaten. Betroffen waren alle sechs wohlhabenden arabischen Golfstaaten - einschließlich des bisherigen Vermittlers Oman - sowie Jordanien, der Irak und Israel.

Besonders in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Katar und Bahrain hat das Vorgehen die Stimmung gedreht. Während die Angriffe auf den Iran dort zunächst öffentlich abgelehnt wurden, herrscht nach Einschätzung von Experten nun das Gefühl vor, dass das Regime in Teheran für diesen beispiellosen Überfall nicht ungestraft bleiben darf. "Die gezielte Attacke auf Golfstaaten ist völlig irrational und kurzsichtig", sagte Anwar Gargash, diplomatischer Berater des Präsidenten der VAE. Allein in den VAE wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums drei Menschen getötet und 58 verletzt.

Stimmung auch in Europa verändert

In Europa ist die anfängliche Besorgnis über den Angriff auf den Iran ebenfalls einer stillschweigenden Zustimmung gewichen. Dies gilt insbesondere, nachdem iranische Raketen am Sonntag auf dem Weg nach Zypern abgefangen wurden. Kaja Kallas, Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, bezeichnete den Tod Khameneis als "entscheidenden Moment" und sieht nun einen Weg für einen "anderen Iran" geebnet. Deutschland, Frankreich und Großbritannien erklärten, sie würden Schritte unternehmen, um ihre Interessen und die ihrer Verbündeten in der Region zu verteidigen - potenziell auch durch Maßnahmen zur Zerstörung iranischer Abschussbasen.

Angesichts der massiven Bedrohung für Tourismus, Luftverkehr und Finanzen sehen Offizielle in der Region die Situation mittlerweile als existenziell an. Ein diplomatischer Berater der VAE deutete an, dass man nicht länger passiv bleiben werde. Die VAE haben bereits ihre Botschaft in Teheran geschlossen und ihre Diplomaten abgezogen.

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