Industrie-PMI Euroraum steigt im Februar auf über 50 Punkte
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Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe des Euroraums ist im Februar gewachsen. Der von S&P Global in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg in zweiter Veröffentlichung auf 50,8 (Januar: 49,5) Punkte, womit das Ergebnis der ersten Veröffentlichung 50,8 bestätigt wurde. Oberhalb von 50 Punkten wird ein Wachstum des Sektors angezeigt. "Die Eurozone-Industrie verzeichnete im Februar das stärkste Wachstum seit knapp vier Jahren. Ausschlaggebend hierfür war, dass aufgrund des neuerlichen Auftragszuwachses die Produktion stärker ausgeweitet wurde als zuletzt", heißt es in der Mitteilung von S&P Global.
Auch die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hätten sich verbessert und seien so zuversichtlich wie zuletzt im Februar 2022 gewesen. Deutschlands Industrie-PMI stieg auf 50,9 (49,1) Punkte, Frankreichs ging auf 50,1 (51,2) zurück und Italiens erhöhte sich auf 50,6 (48,1) Punkte.
Allerdings nahm auch der Inflationsdruck zu. So beschleunigte sich der Anstieg der Einkaufspreise zum dritten Mal hintereinander und fiel so stark aus wie zuletzt vor über drei Jahren, weshalb die Verkaufspreise so kräftig angehoben wurden wie seit März 2023 nicht mehr.
Produktion steigt - auch Auftragseingang nimmt zu
Die Produktion wurde zum elften Mal innerhalb der letzten zwölf Monate ausgeweitet. Bemerkenswert daran war, dass damit ein Zuwachs beim Auftragseingang einherging. So hinterließ die anziehende Nachfrage nach Eurozone-Industrieerzeugnissen nicht nur den zweiten Zuwachs in den zurückliegenden knapp vier Jahren in den Orderbüchern der Unternehmen, das Plus fiel sogar so hoch aus wie zuletzt im April 2022. Die Exporte belasteten den Auftragseingang nicht mehr ganz so stark.
Ungeachtet dessen setzte sich der im Juni 2023 begonnene Stellenabbau im verarbeitenden Gewerbe fort. Der Rückgang der Auftragsbestände verlangsamte sich dank des Auftragszuwachses und fiel so schwach aus wie seit über dreieinhalb Jahren nicht mehr. Da sich die Einschnitte bei der Einkaufsmenge zum zweiten Mal hintereinander verringerten, blieb sie im Februar nahezu unverändert. Bezüglich der Lieferzeiten waren die Branchenakteure zum neunten Mal hintereinander mit einer Verlängerung konfrontiert. Gleichzeitig nahmen die Bestände an Vormaterialien ab, diesmal jedoch mit der niedrigsten Rate seit Beginn des Lagerabbaus Anfang 2023.
Der Inflationsdruck nahm derweil zu. So beschleunigte sich der Anstieg der Einkaufspreise zum dritten Mal hintereinander und erreichte ein 38-Monats-Hoch. Die Verkaufspreise wurden zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Jahre in zwei aufeinander folgenden Monaten angehoben, diesmal so kräftig wie seit März 2023 nicht mehr.
"Es scheint sich um eine breit angelegte Erholung im verarbeitenden Gewerbe der Eurozone zu handeln. Sechs der acht untersuchten Länder befinden sich nun im Wachstumsbereich", kommentierte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, die Daten.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/cbr
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