TARGET: Traffic zieht an – der Zoll-Bonus verzerrt den Gewinn
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Target meldet das zweite Quartal in Folge mit anziehendem Umsatzwachstum und mehr Kunden in den Filialen, doch der ausgewiesene Gewinnsprung ist zur Hälfte eine Rückerstattung, kein operativer Fortschritt.
Target steigert den Umsatz im zweiten Quartal um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 26,54 Mrd. USD und übertrifft damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 26,13 Mrd. USD. Getragen wird das Wachstum von einem Anstieg der vergleichbaren Umsätze um 3,8 %, wobei die Kundenfrequenz allein 3,6 Prozentpunkte beisteuert, während der durchschnittliche Bon kaum zulegt. Das digitale Geschäft wächst vergleichbar um 8,7 %, angetrieben von einem Plus von mehr als 25 % beim Same-Day-Delivery-Angebot.
Das verwässerte EPS springt von 2,05 USD im Vorjahresquartal auf 4,11 USD, mehr als eine Verdopplung und deutlich über dem Analystenkonsens von 2,35 USD. Der Haken: Von diesem Anstieg entfallen 1,65 USD auf eine einmalige Rückerstattung von Einfuhrzöllen aus dem laufenden Quartal, die mit 994 Mio. USD vor Steuern direkt die Kostenbasis entlastet hat. Ohne diesen Effekt wäre das EPS um 20 % gestiegen, operativ solide, aber weit weniger spektakulär als die ausgewiesene Verdopplung. Die operative Marge von 9,6 % enthält denselben Sondereffekt mit 3,7 Prozentpunkten. Bereinigt um die Rückerstattung expandiert die Bruttomarge dennoch um rund 100 Basispunkte gegenüber dem Vorjahreswert von 29,0 %, was für eine echte Verbesserung der Kostenstruktur spricht, seit die hohen Abschriften und Bestellstornierungen des Vorjahres aus der Vergleichsbasis herausfallen.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Target Corporation. (Quelle: Unternehmensangaben)
Der Traffic-Wandel ist die eigentliche Geschichte
Alle sechs Warengruppen wachsen gegenüber dem Vorjahr, mit zweistelligem Zuwachs im Segment Fun 101 (Hardlines) und hohem einstelligem Wachstum bei Food & Beverage und Beauty. Bemerkenswerter ist aber die Zusammensetzung des Wachstums: Es kommt nicht mehr primär aus höheren Durchschnittsbons, sondern aus mehr Kundenbesuchen, nachdem Target im Vorjahr noch mit rückläufigem Traffic zu kämpfen hatte. Das nicht-warenbezogene Geschäft, vor allem die Werbeplattform Roundel und die Mitgliedschaft Target Circle 360, wächst um mehr als 20 % und liefert damit einen strukturell margenstärkeren Wachstumsbeitrag.
CEO Michael Fiddelke zeigt sich zunehmend zuversichtlich, dass die Strategie bei den Kunden ankommt, und verweist darauf, dass Target in den vergangenen zwölf Monaten die Preise für mehr als 10.000 häufig gekaufte Artikel gesenkt hat. Dass ein Handelskonzern dieser Größe derart offensiv mit Preissenkungen wirbt, deutet darauf hin, wie preisbewusst die US-Konsumenten weiterhin einkaufen, auch wenn die Frequenzdaten zeigen, dass diese Strategie bei Target inzwischen Kunden zurückholt.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Target hebt die Umsatzprognose für das Gesamtjahr von zuvor rund 4 % auf rund 5 % Wachstum an, einen Prozentpunkt über der bisherigen Spanne. Die implizite Wachstumsrate zieht damit weiter an, ein Bild, das zur beschleunigten Dynamik der vergangenen Quartale passt, in denen sich das Umsatzwachstum von negativen Werten im zweiten Halbjahr des Vorjahres auf zuletzt über 5 % verbessert hat. Die operative Marge soll bei rund 6 % liegen, darin stecken jedoch rund 90 Basispunkte aus der Zollrückerstattung. Ohne diesen Effekt visiert Target eine Marge an, die rund 50 Basispunkte über der bereinigten Vorjahresmarge von 4,6 % liegt, was der ursprünglichen Guidance von mehr als 20 Basispunkten Verbesserung entspricht und diese damit sogar übertrifft.
Die EPS-Prognose steigt auf 9,90 bis 10,90 USD, darin enthalten sind die 1,65 USD aus der Zollrückerstattung. Ohne diesen Effekt liegt der Mittelwert um 0,75 USD über der vorherigen Spanne von 7,50 bis 8,50 USD, deren oberes Ende zuvor als Zielmarke galt. Damit bestätigt Target im Kern eine operative Verbesserung, verpackt sie aber in einer Guidance, die auf den ersten Blick deutlich stärker aussieht, als sie ohne den Einmaleffekt tatsächlich ist.
Tagesschlusskurse der Target Corporation-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2027e | 2028e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 104,78 Mrd. USD | 109,01 Mrd. USD | 112,37 Mrd. USD |
| EPS | 8,13 USD | 8,45 USD | 9,02 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Die operative Erholung bei Target ist real: Die Kundenfrequenz dreht nach oben, die Bruttomarge verbessert sich auch ohne den Zoll-Sondereffekt, und die Umsatzprognose wird angehoben. Der Schönheitsfehler liegt in der Kommunikation der Gewinnzahlen, deren scheinbare Verdopplung zur Hälfte aus einer einmaligen Rückerstattung stammt und damit die eigentliche operative Verbesserung von 20 % EPS-Wachstum überdeckt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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