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09:50 Uhr, 07.08.2026

Stille Post und Theaterdiplomatie

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Hormuz-Krise bleibt ungelöst

Iranische Medien berichteten in der Nacht zum Freitag von Angriffen auf „feindliche Ziele“ nahe der Insel Qeshm in der Straße von Hormus. Zuvor war bekannt geworden, dass Iran in einem möglichen Abkommen mit Oman US-amerikanische und israelische Schiffe von der Durchfahrt ausschließen und Kompensationszahlungen von als feindlich eingestuften Staaten verlangen will. Der zuvor in Aussicht gestellte Deal existiert also scheinbar doch, die Post über dessen Inhalt dürfte in Washington nicht angekommen sein. Noch zu Anfang der Woche meinte Präsident Trump, die Verhandlungen liefen gut. Hoffnung erhielt der Markt zudem durch Äußerungen des US-Finanzministers Bessent, der Ähnliches andeutete. Wenig überraschend lehnen die USA die derzeitige Version der Vereinbarung klar ab. Irans Chefverhandler Ghalibaf warf den Vereinigten Staaten angesichts Trumps wankelmütiger Aussagen und ständiger Angriffsdrohungen „Theaterdiplomatie“ vor. Für die Marktteilnehmer dürfte es damit heute wieder etwas volatiler zugehen. Brent stieg als Reaktion heute Morgen auf 83,80 USD je Barrel an (+1,6 % gegenüber Vortag), während US- und europäische Aktienfutures auf einen schwachen Börsenstart hindeuten. Auch in Asien starteten die Börsen mit einem leichten Minus in den Tag. Gold legt unterdessen weiter leicht zu und ist auf Wochensicht bei einem Stand von 4.266 USD je Feinunze bereits mehr als 5 % im Plus.

Chinas Exportmotor läuft weiter

Chinas Außenhandel ging mit starkem Rückenwind in den Juli. Die Exporte stiegen auf US-Dollar-Basis um 23,9 % gegenüber dem Vorjahr, und lagen damit über der Konsensschätzung von 22,2 %. Haupttreiber bleibt auch weiterhin die globale KI-Investitionswelle: Chips, Elektronik und Hardware für Rechenzentren dominieren derzeit chinesische Handelsströme. Dies spiegelt sich auch in den Einfuhrdaten wider. Das Importwachstum von 27,5 % ist vor allem auf die hohe Nachfrage nach technologischen Vorleistungsgütern - insbesondere Halbleitern und Technologiekomponenten - zurückzuführen. Der Handelsüberschuss von 112,5 Mrd. USD liegt zwar unter dem Juni-Rekord von 125,6 Mrd. USD, bleibt aber auf historisch sehr hohem Niveau. Entgegen der Erwartungen legten auch die Exporte in die USA mit einem Plus von 17 % deutlich zu. Auch die Ausfuhren in die EU bleiben mit einem Anstieg von 16,9 % anhaltend hoch. Die Binnenwirtschaft dürfte unterdessen weiter abgekühlt haben. Die Einkaufsmanagerindizes von Anfang der Woche signalisierten sowohl für die Großindustrie als auch für den Dienstleistungssektor eine nachlassende Dynamik. Mit der anhaltend hohen Exportdynamik ist China auf Kurs, den historisch hohen Handelsüberschuss aus dem letzten Jahr von knapp 1,2 Bio. USD in diesem Jahr erneut zu übertreffen.

US-Daten entscheidender Katalysator

Das dominierende Ereignis des heutigen Handelstages dürfte der US-Arbeitsmarktbericht für Juli werden, der um 14:30 Uhr MESZ veröffentlicht wird. Der Konsens erwartet 80.000 neue Stellen (nach 57.000 im Juni) bei einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,2 %. Ein deutlich schwächerer Wert könnte Zinssenkungsspekulationen auslösen und Aktien stützen; ein überraschend starker Bericht dürfte die Renditen weiter nach oben treiben und Zinserhöhungserwartungen schüren. Die Reaktion des Anleihemarkts wird richtungsweisend für Aktien und den US-Dollar sein. Auch der Yen dürfte weiter im Fokus bleiben. Mit 158,36 je US-Dollar heute Früh gab er einen Teil der Gewinne von Anfang der Woche wieder ab.

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