Kommentar
06:05 Uhr, 28.02.2025

Stablecoin Roundup: Bank of America, Stripe und Regulatorik-Debatte

Ein Überblick über die wichtigsten Stablecoin-News der Woche.

Willkommen bei Blockstories Lite. Diese Themen stehen heute auf der Agenda:

  • Risikowerte in der Korrektur
  • SEC Statement: Memecoins keine Wertpapiere
  • Bank of America plant Stablecoin
  • Celestia: Dicht auf Ethereums Fersen

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MARKTKOMMENTAR

Stand: 27.02. 23:58 Uhr

Der Absturz setzt sich fort: In den letzten sieben Tagen haben Bitcoin, Ethereum und Solana zwischen 15 und 22% an Marktkapitalisierung verloren. Die Angst an den Kryptomärkten greift mittlerweile so stark um sich, dass der Fear & Greed Index mit einem Wert von 10 (extreme Angst) in Gefilden notiert, die letztmals in Sommer 2022 erreicht wurden.

Auch an den Aktienmärkten zeigt sich Schwäche: Der Nasdaq hat in den vergangenen Tagen über 7% verloren – ein klares Zeichen dafür, dass Investoren ihren Ausblick auf das Wachstum der US-Wirtschaft nach unten korrigieren. Nach den jüngsten Wirtschaftsdaten wird nun schwächeres Wachstum eingepreist. Und was wird in einem Risk-off-Szenario als Erstes verkauft? Magic Internet Money.

Wie es weitergeht? Schwer zu sagen. Makroanalysten sehen starke Indizien, dass die Korrektur für Risikoanlagen sich vorerst fortsetzen könnte. Möglich, dass sich die US-Notenbank bald eingestehen muss, zu restriktiv agiert zu haben – sofern es die Inflationsdaten zulassen.


NEWS FLASH

Krypto

  • SEC veröffentlicht Statement zu Memecoins. Laut Einschätzung der Division of Corporation Finance sind Memecoins nach US-Recht grundsätzlich keine Wertpapiere. Allerdings können solche, die wertpapierähnliche Eigenschaften aufweisen, dennoch als Wertpapiere klassifiziert werden. Zudem wird Memecoin-Betrug auch weiterhin strafrechtlich verfolgt. 📃
  • SEC beendet weitere Verfahren. Dabei hat die US-Börsenaufsicht ihren Rechtsstreit mit Uniswap Labs und dem MetaMask-Entwickler Consensys beigelegt sowie ihre Untersuchung der Kryptobörse Gemini eingestellt.❌
  • Neue Details zum Bybit-Hack werden bekannt. Eine Untersuchung ergab, dass der Angriff über den AWS-Server des Wallet-Anbieters Safe erfolgte, nachdem der Computer eines Safe-Mitarbeiters mit Schadsoftware infiziert worden war.🥷
  • Blackbirds Flynet geht live. Mit seiner neuen Layer-3 möchte die Loyalty-Plattform für die Gastronomie-Branche insbesondere die Transaktionskosten für Restaurantbetreiber senken.🐦️
  • BitMEX plant Verkauf. Das geht aus einem Bericht von CoinDesk hervor. Im vergangenen Monat verhängte ein US-Gericht eine Strafe in Höhe von 100 Millionen USD gegen die Kryptobörse wegen Verstoßes gegen den Bank Secrecy Act.💰️

TradFi

  • EZB veröffentlicht Blockchain-Paper. Darin erklären Ulrich Bindseil und sein Kollege Omid Malekan von der Columbia Business School, warum Blockchains die Finanzinfrastruktur von morgen sind.🇪🇺

TOP STORY

Großes Stablecoin-Roundup

Selten war die Entkopplung des Stablecoin-Sektors vom restlichen Kryptomarkt so deutlich wie in den vergangenen Tagen.

Im Mittelpunkt: Die Stablecoin-Strategien großer Finanzunternehmen und neueste regulatorische Entwicklungen in Washington D.C.

Lasst uns gemeinsam auf die drei relevantesten News der Woche blicken.

1️⃣ Bank of America CEO teasert Stablecoin an

Im Rahmen eines Bloomberg-Interviews kündigte Bank of America CEO Brian Moynihan am Dienstag die Einführung eines eigenen Stablecoins an – vorausgesetzt, dass zuvor das erforderliche regulatorische Rahmenwerk geschaffen wird.

Unser Take

Als zweitgrößte US-Bank nach JPMorgan sendet die Ankündigung der Bank of America ein starkes Signal an die Branche. Doch Größe allein garantiert noch keine erfolgreiche Stablecoin-Strategie – entscheidend ist der konkrete Use Case.

Ein vielversprechender Ansatzpunkt könnte BoAs hohe Beliebtheit bei der hispanischen Bevölkerungsgruppe sowie die starke Präsenz in Lateinamerika sein – einer Region, in der Stablecoins bereits an Bedeutung gewinnen und grenzüberschreitende Zahlungen effizienter gestalten könnten.

2️⃣ Stripe untermauert Stablecoin-Strategie

Dass der globale Zahlungsdienstleister ein Stablecoin-Verfechter ist, wissen wir spätestens seit der Akquisition des Stablecoin-Startups Bridge für die Rekordsumme von 1,1 Milliarden USD.

Gestern unterstrich das Unternehmen seine Ambitionen erneut: In ihrem jährlichen Schreiben widmeten die Stripe-Gründer Patrick und John Collison Stablecoins zwei von insgesamt 14 Seiten.

Darin präsentieren sie zwei interessante Denkansätze, um das Potenzial von Stablecoins greifbarer zu machen:

  1. Die nächste große Geld-Innovation: Nach dem Übergang von Münzen zu Banknoten, vom Goldstandard zu Fiatgeld und von Papier zu digitalen Zahlungen sind Stablecoins der nächste große Schritt in der Evolution des Geldes.
  2. Historische Parallelen: Stablecoins lassen sich mit zwei etablierten Systemen vergleichen – Petrodollars und Eurodollars. Wie die Petrodollar-Abkommen, die die weltweite Dollar-Nachfrage steigerten, könnten Stablecoin-Emittenten durch den Kauf von US-Staatsanleihen die Dollar-Stärke weiter untermauern. Gleichzeitig bieten sie eine effizientere und zugänglichere Alternative zu den Eurodollars, also Offshore-gehaltenen US-Dollar.

Dass Stripe hier aufs Gaspedal tritt, machten sie mit folgender Aussage deutlich:

Unser Take

Das Schreiben erscheint wenige Tage nach einem Auftritt der Stripe-Brüder beim All-in Podcast, wo sie ihren Blick auf Stablecoins umfassend darlegten.

Sie sind die neuen Stablecoin-Cheerleader und werden den Payments Use Case für Stablecoins erstmals in großem Maßstab erschließen – möglicherweise gemeinsam mit PayPal, das laut jüngsten Bloomberg-Berichten seinen PYUSD-Stablecoin noch in diesem Jahr in seine B2B-Produkte integrieren will.

3️⃣ Hitzige Debatten um Stablecoin-Regulierung

Auch wenn ein US-Stablecoin-Rahmenwerk gemeinhin als regulatorischer “Quick Win” gilt, entpuppt sich seine konkrete Ausgestaltung als zunehmend umstritten.

Am Montag machte Vance Spencer (Framework Ventures) auf X darauf aufmerksam, dass der aktuelle Gesetzesentwurf laut seinen Quellen ausländischen Stablecoin-Emittenten den Zugang zu US-Staatsanleihen verwehren würde.

Das würde bedeuten, dass Tether, der größte Stablecoin-Emittent, sich entweder in den USA registrieren lassen oder seine Reservepolitik überdenken müsste – derzeit hält das Unternehmen 80% seiner Reserven (115 Mrd. USD) in US-Staatsanleihen.

Am Mittwoch griff Bloomberg das Thema auf und zitierte Circle-CEO Jeremy Allaire, der sich dafür aussprach, dass alle USD-Stablecoin-Emittenten in den USA registriert sein sollten. Das rief Tether-CEO Paolo Ardoino auf den Plan, der seinem Konkurrenten nahelegte, sich lieber auf die Entwicklung besserer Produkte zu konzentrieren, anstatt sich in regulatorischer Kriegsführung zu verlieren.

Unser Take

Dass die Debatte so hitzig geführt wird, dürfte auch an den Erinnerungen an Sam Bankman-Fried liegen, der einst versuchte, seinen Einfluss in Washington zu seinen Gunsten zu nutzen.

Der US-Kongress wird abwägen müssen zwischen der Förderung heimischer Unternehmen und den Vorteilen einer ungebremsten globalen Nachfrage nach US-Staatsanleihen – die im Stablecoin-Sektor bisher überwiegend aus dem Ausland kommt.


💎 Stablecoin-Bonus: Für alle, die nicht genug von Stablecoins bekommen, lohnt sich ein Blick in unseren Industry Call vor zwei Tagen. Zunächst präsentierte Fireblocks eine Übersicht der spannendsten Stablecoin-Use Cases für Banken, gefolgt von einem Fireside Chat zwischen dem Head of Institutional Growth der Solana Foundation und dem Chief Revenue Officer von SG Forge über den Euro-Stablecoin EURCV.


DEALS TO WATCH

Figure | 200 Millionen USD | Unbekannt : Plattform für die Vergabe von Blockchain-basierten Krediten, die sich aktuell auf Baufinanzierungen spezialisiert. Mit den Geldern sollen unter anderem neue Arten von Krediten erschlossen werden.

Bitwise | 70 Millionen USD | Unbekannt : Digital Asset Manager, der rund 12 Milliarden USD in Kundengeldern verwaltet.

WEITERE 3 DEALS MIT PLUS ANSEHEN


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