Analyse
07:45 Uhr, 15.04.2026

S&P 500 - Die Angstprämie schmilzt – das Rekordhoch ist greifbar

Wow! Was für ein Comeback am Aktienmarkt! Neue Allzeithochs sind zumindest in den US-Indizes in greifbare Nähe gerückt!

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US78378X1072Kopiert
    Kursstand: 6.967,38 Pkt (Cboe) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • S&P 500 - WKN: A0AET0 - ISIN: US78378X1072 - Kurs: 6.967,38 Pkt (Cboe)

Der S&P 500 hat die Angst rund um den Iran-Konflikt bislang erstaunlich schnell abgeschüttelt. Am 14. April schloss der Index bei 6.967,38 Punkten und damit nur gut 11 Punkte unter dem Rekordschluss von 6.978,60 aus dem Januar. Getrieben wurde die Erholung vor allem von nachlassender Eskalationsangst, fallenden Ölpreisen und einem freundlich aufgenommenen Start in die Berichtssaison.

Das Blatt hat sich schnell gewendet!

Charttechnisch wirkt das Bild im vorliegenden Tageschart wieder klar konstruktiv. Der Index hat sich dynamisch von der Schwächephase gelöst, notiert wieder oberhalb der 20-Tage-Linie und der 200-Tage-Linie, während der RSI mit rund 67 eine starke, aber bereits recht weit gelaufene Momentumlage signalisiert. Die zentrale Hürde liegt nun im Bereich 6.978 bis 7.000 Punkte. Genau dort entscheidet sich, ob aus der Erholungsrally ein bestätigter Ausbruch wird. Gelingt ein sauberer Sprung mit Anschlusskäufen, öffnet sich aus charttechnischer Sicht Raum in Richtung 7.100 bis 7.200 Punkte. Scheitert der Markt dagegen an dieser Zone, wäre eine erste Konsolidierung zurück an 6.797 Punkte oder in Richtung der gleitenden Durchschnitte um 6.700 Punkte keine Überraschung, sondern eher ein normaler technischer Atemzug.

Die Treiber der aktuellen Rally!

Dass der Markt so schnell wieder an die Hochs herangelaufen ist, hat vor allem mit Optimismus zu tun. Investoren setzen derzeit klar darauf, dass der Iran-Schock kein dauerhafter Regimewechsel für Inflation, Öl und Zinsen wird. Reuters berichtet, dass der Markt die Belastungen zunehmend als temporär einpreist. Dazu passt auch, dass Brent am 14. April auf 94,79 Dollar fiel, nachdem Hoffnungen auf neue Gespräche zwischen den USA und Iran aufgekommen waren. Genau diese Entspannung bei Öl war ein zentraler Katalysator der jüngsten Rally.

Ein zweiter, oft unterschätzter Treiber sind die systematischen Flüsse. Laut einer Goldman-Notiz, über die Reuters berichtet, dürften CTAs in diesem Monat rund 40 Milliarden Dollar an S&P-500-Aktien kaufen. Gleichzeitig kehrten Long-only-Investoren zurück, nachdem sie sich zu Beginn des Kriegs weitgehend zurückgehalten hatten. Solche Ströme können eine Bewegung deutlich verlängern, auch wenn sie fundamental nicht alles erklären. Gerade in einer Phase, in der Widerstände angelaufen werden, verstärken sie häufig den Druck auf der Oberseite.

Hinzu kommt die Bewertungsseite. Der Forward-KGV-Multiplikator des S&P 500 ist laut FactSet von Mitte Februar bis Anfang April gefallen. Der spürbare Rückgang und nimmt dem Markt einen Teil des Überhitzungsarguments. Anders gesagt: Der Index steht wieder hoch, aber er wirkt nicht mehr ganz so teuer wie noch vor wenigen Wochen. Genau das erklärt, warum Rücksetzer zuletzt relativ zügig gekauft wurden.

Der vierte Rally-Baustein ist die Quartalssaison. Die Gewinnschätzungen sind trotz geopolitischer Belastung robust geblieben. Reuters verweist auf LSEG-Daten, wonach für das erste Quartal zuletzt ein Gewinnwachstum von 13,9 % für die S&P-500-Unternehmen erwartet wurde. Gleichzeitig halfen starke Zahlen unter anderem von BlackRock und Citigroup dem Sentiment. Der Markt bekommt also gerade genau das, was er sehen will: eine geopolitische Entspannungshoffnung plus ordentliche Unternehmenszahlen.

Trotzdem wäre es zu früh, die Sache als Selbstläufer abzuhaken. Fundamentalseitig bleibt das Umfeld anfällig. Der IMF warnt, dass der Krieg im Nahen Osten die Risiken für die Finanzstabilität erhöht, vor allem über Energiepreise, Inflation und eine mögliche Verschärfung der Finanzierungsbedingungen. Reuters berichtet zudem, dass die Erwartungen an Fed-Zinssenkungen seit Beginn des Konflikts deutlich zurückgenommen wurden. Das ist wichtig: Der Markt handelt aktuell auf die Hoffnung, dass der Öl- und Inflationsschub nur vorübergehend ist. Bleibt Öl aber hoch oder eskaliert die Lage erneut, würde genau dieses Narrativ unter Druck geraten.

Fazit

Ein neues Allzeithoch beim S&P 500 ist klar in Reichweite. Charttechnisch fehlt im Grunde nur noch die saubere Bestätigung über der Zone um 6.978 bis 7.000 Punkte. Ob dieser Ausbruch dann aber direkt tragfähig ausgebaut werden kann, ist offen. Dafür ist die Erholung zu schnell, das Sentiment bereits wieder recht zuversichtlich und das geopolitische Risiko keineswegs verschwunden. Eine temporäre Konsolidierung sollte deshalb eingeplant werden – und sie wäre für den Markt sogar gesund. Sie würde überkaufte Tendenzen abbauen und einem möglichen späteren Ausbruch eine deutlich solidere Basis geben.

S&P 500-CC
Statischer Chart
Live-Chart
  • ()
    TTMzero Indikation

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Keine Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen