SHERWIN-WILLIAMS: Guidance rauf – Preisschub im September folgt
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Sherwin-Williams wächst im zweiten Quartal 2026 schneller als erwartet und hebt die Jahresprognose an. Hinter den starken Zahlen steckt jedoch ein Rohstoffdruck, der das Unternehmen zu einer Preiserhöhung von 8 % in seinen Kernläden ab September zwingt.
Sherwin-Williams meldet für das zweite Quartal 2026 einen Konzernumsatz von 6,79 Mrd. USD, ein Plus von 7,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal und damit klar über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 6,60 Mrd. USD. Das bereinigte verwässerte EPS (bereinigtes verwässertes Ergebnis je Aktie) steigt um 9,5 % auf 3,70 USD und übertrifft den Konsens von 3,52 USD spürbar. Das GAAP-verwässerte EPS legt von 3,00 auf 3,43 USD zu. Ein Teil des Umsatzanstiegs geht auf die im Oktober 2025 übernommene brasilianische Marke Suvinil zurück, organisch fällt das Wachstum entsprechend moderater aus.
Die Bruttomarge gibt leicht nach, von 49,4 % auf 49,2 %, weil steigende Rohstoffkosten die Preiserhöhungen teilweise auffressen. Das EBITDA klettert um 13,8 % auf 1,43 Mrd. USD, was einer Marge von 21,1 % entspricht. Das bereinigte EBITDA erreicht 1,46 Mrd. USD bei einer Marge von 21,5 %, 60 Basispunkte über dem Vorjahr. Die Cashgenerierung bleibt robust: Im zweiten Quartal fließen 1,35 Mrd. USD aus dem operativen Geschäft, die Free-Cashflow-Conversion liegt bei 86 %.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Sherwin-Williams. (Quelle: Unternehmensangaben)
Paint Stores Group bleibt das Fundament
Die Paint Stores Group (PSG), das Kerngeschäft mit mehr als 4.800 eigenen Läden, wächst um 5,1 % auf 3,89 Mrd. USD Umsatz. Die vergleichbaren Umsätze steigen um 4,2 %, nach mageren 0,8 % im Vorjahresquartal ein deutlicher Schritt nach vorn. Preiserhöhungen tragen einen mittleren einstelligen Prozentpunkt bei, das Volumen wächst im niedrigen einstelligen Bereich. Besonders stark läuft das Schutz- und Marinelackgeschäft mit einem zweistelligen Plus, das Gewerbesegment legt hoch-einstellig zu. Die Segmentmarge gibt jedoch minimal von 24,8 % auf 24,6 % nach, weil Investitionen in neue Verkäufer und Filialen sowie höhere Rohstoffkosten den Gewinnzuwachs bremsen. Dass das Management für den 1. September eine Preiserhöhung von 8 % in der PSG ankündigt, signalisiert, dass der Kostendruck anhält.
Consumer Brands Group profitiert von Suvinil
Die Consumer Brands Group (CBG) springt um 21,5 % auf 983,5 Mio. USD Umsatz, der stärkste Zuwachs aller drei Segmente, allerdings maßgeblich durch Suvinil getrieben. Das bereinigte Segmentergebnis steigt um 33,1 % auf 241,4 Mio. USD, die bereinigte Segmentmarge verbessert sich von 22,4 % auf 24,5 %. Ohne die Akquisition wäre das Bild deutlich nüchterner. Die Performance Coatings Group (PCG) wächst um 6,3 % auf 1,91 Mrd. USD, angeführt von General Industrial und Automotive Refinish mit jeweils hoch-einstelligen Zuwächsen; die bereinigte Segmentmarge verbessert sich von 16,8 % auf 17,3 %.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die angehobene Jahresprognose ist die eigentliche Nachricht dieses Quartals. Sherwin-Williams hebt die Guidance für das bereinigte verwässerte EPS auf eine Spanne von 11,80 bis 12,20 USD an, nach 11,43 USD im Gesamtjahr 2025. Die Mitte dieser Spanne liegt mit 12,00 USD über dem Analystenkonsens von 11,76 USD für 2026. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr wie auch für das dritte Quartal ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Der Ton des Managements bleibt dabei bewusst zweischneidig: CEO Heidi Petz betont die Stärke des Geschäftsmodells und die Marktanteilsgewinne, spricht aber gleichzeitig von einer anhaltenden Nachfrageschwäche im zweiten Halbjahr. Breit angelegte Kosteninflation bei Rohstoffen, Energie, Logistik und Verpackung zwingt zu weiteren Preismaßnahmen. Die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen sollen rund 17 Mio. USD jährlich einsparen, gemessen am Umsatzvolumen ein überschaubarer Beitrag, aber ein Signal, dass das Unternehmen die Kostenbasis aktiv steuert. Zwischen den Zeilen liest sich das als vorsichtiger Optimismus: Die Guidance-Anhebung ist real, die Unsicherheit für das zweite Halbjahr aber ebenfalls.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 23,57 Mrd. USD | 24,72 Mrd. USD | 25,87 Mrd. USD |
| EPS | 10,27 USD | 11,76 USD | 13,27 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Die Guidance-Anhebung auf bis zu 12,20 USD bereinigtes EPS übertrifft den Konsens und gibt dem Quartal sein klares Profil: Sherwin-Williams wächst schneller als der Markt, auch wenn Rohstoffdruck und Suvinil-Effekte das Bild etwas trüben. Auf der Habenseite stehen starke vergleichbare Umsätze in der PSG, eine robuste Cashgenerierung und eine Marge, die trotz Gegenwind stabil bleibt. Auf der Sollseite steht eine Bruttomarge unter leichtem Druck, eine Nachfrageschwäche im zweiten Halbjahr, die das Management selbst einräumt, und eine Preiserhöhung, die zeigt, dass die Kostenfront noch nicht beruhigt ist. Die Anlagethese, Marktanteilsgewinne in einem strukturell schwachen Wohnungsmarkt, funktioniert weiterhin, läuft aber nicht mehr auf Autopilot. Beim aktuellen KGV von rund 28 auf Basis der 2026er-Konsensschätzungen ist ein solides Quartal eingepreist; der neue Kurstreiber müsste aus einer echten Nachfrageerholung kommen, die noch aussteht.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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