Analyse
12:00 Uhr, 03.11.2023

SGL CARBON – Aktie auf Jahrestief!

Die Schwierigkeiten der Windbranche machen auch SGL Carbon zu schaffen. Das laufende Geschäftsjahr wird vom Unternehmen als Stabilisierungsjahr bezeichnet.

Erwähnte Instrumente

  • SGL CARBON SE
    ISIN: DE0007235301Kopiert
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  • SGL CARBON SE - WKN: 723530 - ISIN: DE0007235301 - Kurs: 5,890 € (XETRA)

Das Geschäft mit Karbonfasern belastete die Finanzkennzahlen von SGL Carbon auch im dritten Quartal. So ging der Konzernumsatz nach neun Monaten um 3,8 % auf 821,7 (VJ 853,9) Mio. EUR zurück. Das bereinigte EBITDA fiel um 4,5 % auf 130,0 (VJ 136,1) Mio. EUR und das Konzernergebnis brach sogar um 92,5 % auf nur noch 5,3 (VJ 70,6) Mio. EUR bzw. 0,04 (VJ 0,58) EUR pro SGL-Aktie ein. Das lag vor allem an notwendig gewordenen Abschreibungen auf das Segment Carbon Fibers in Höhe von rund 45 Mio. EUR.

Gegenwind aus der Windindustrie

Bei den Carbon Fibers gingen die Umsätze um rund ein Drittel auf 179,6 (VJ 269,0) Mio. EUR zurück. Der EBITDA-Beitrag schrumpfte auf nur noch 3,2 (VJ 42,7) Mio. EUR zusammen. SGL bekommt hier die nach wie vor schwache Nachfrage von Kunden aus der Windbranche voll zu spüren.

In den anderen drei Geschäftsfeldern stellt sich die Lage hingegen erfreulicher dar. Das Segment Composite Solutions steigerte die Erlöse auf 114,3 (VJ 111,0) Mio. EUR bei einem bereinigten EBITDA in Höhe von 16,6 (VJ 14,8) Mio. EUR. Deutlich stärker legte der Bereich Process Technology mit einem Umsatzanstieg um 24,3 % auf 95,7 (VJ 77,0) Mio. EUR zu. Der Ergebnisbeitrag wurde auf 17,5 (VJ 7,5) Mio. EUR sogar mehr als verdoppelt. Laut Vorstand war die gute Entwicklung sowohl von Volumen- als auch von Preiseffekten getrieben.

Im größten Segment Graphite Solutions stiegen die Erlöse um 9,4 % auf 418,4 (VJ 382,5) Mio. EUR. Das bereinigte EBITDA expandierte um 18,5 % auf 99,5 (VJ 84,0) Mio. EUR. SGL profitierte dabei von der hohen Nachfrage der Halbleiterindustrie nach Graphitkomponenten. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, fließt der Großteil der geplanten Investitionen in diesen Geschäftsbereich.

Der operative Cashflow verbesserte sich um 40,6 % auf 75,9 (VJ 54,0) Mio. EUR aufgrund des geringeren Aufbaus beim Working Capital und niedrigerer variabler Gehaltszahlungen. Der freie Cashflow wurde auf 35,0 (VJ 22,7) Mio. EUR erhöht. Die Nettofinanzschulden konnten auf 166,6 (Ende 2022: 170,8) Mio. EUR leicht zurückgeführt werden. Positiv zu werten ist auch, dass die Eigenkapitalquote auf 42,5 (Ende 2022: 38,5 %) gestiegen ist.

Trotz der anhaltenden Herausforderungen und Schwierigkeiten im Karbonfaser-Segment hat die Unternehmensführung die Jahresziele bekräftigt. Der Konzernumsatz wird auf dem Niveau des Vorjahres von 1,14 Mrd. EUR erwartet. Die Guidance für das bereinigte EBITDA liegt bei 160 bis 180 (VJ 172,8) Mio. EUR.

Fazit: An das Übergangsjahr 2023 können die Anleger bei SGL Carbon getrost einen Haken machen. Um 2024 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren zu können, muss vor allem das Geschäft mit den Karbonfasern wieder in die Spur kommen. Die Kursziele von Jeffries und der Deutschen Bank von 10,50 bzw. 11,70 Euro sind aktuell als ambitioniert anzusehen. Ein Einstieg kommt derzeit vor allem für antizyklische Investoren in Frage.

Jahr 2022 2023e* 2024e*
Umsatz in Mrd. EUR 1,14 1,13 1,21
Ergebnis je Aktie in EUR 1,01 0,59 0,72
KGV 6 10 8
Dividende je Aktie in EUR 0,00 0,03 0,04
Dividendenrendite 0,00 % 0,51 % 0,68 %

*e = erwartet

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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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