Sektorrotation 2026: Warum Anleger Tech verlassen und auf Value-Aktien setzen
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
- VerkaufenKaufen
Anfang 2026 rückt an den Aktienmärkten die Frage der richtigen Sektorrotation wieder stärker in den Vordergrund. Nach mehreren Jahren, in denen Technologiewerte die Entwicklung an den Börsen dominierten, schauen viele Anleger genauer hin, wo Rendite und Risiko künftig in einem ausgewogeneren Verhältnis stehen. Hohe Bewertungen im Tech-Sektor, gepaart mit ambitionierten Wachstumserwartungen, lassen die Sensibilität für Rückschläge steigen – selbst bei starken Geschäftsmodellen.
Diese Goldesel Topstory ordnet ein, warum sich der Blick vieler Investoren derzeit verschiebt. Marktsegmente, die lange im Schatten der großen Tech-Giganten standen, gewinnen wieder an Aufmerksamkeit: „Langweilige“ Unternehmen mit stabilen Cashflows, solider Bilanzstruktur und moderater Bewertung rücken stärker in den Fokus. Dieser Prozess wird als Sektorrotation bezeichnet – die gezielte Umschichtung von Kapital zwischen Branchen und Anlagestilen. Ziel ist dabei nicht der Ausstieg aus Aktien, sondern eine veränderte Gewichtung innerhalb des Marktes.
Warum Sektorrotation 2026 an Bedeutung gewinnt
Dass sich Anleger Anfang 2026 verstärkt mit der Sektorallokation beschäftigen, hat konkrete, messbare Gründe. Einer der zentralen Faktoren ist die große Bewertungsdifferenz zwischen Growth- und Value-Segmenten, die sich über die vergangenen Jahre aufgebaut hat. Während viele große Technologiewerte mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von teils deutlich über 30 gehandelt werden, liegen klassische Value-Sektoren wie Basiskonsum, Industrie oder Healthcare häufig im Bereich niedriger bis mittlerer 20er-Multiples.
Hinzu kommt das Zinsumfeld, das sich nach den Zinssenkungen der US-Notenbank im Jahr 2025 zwar entspannt hat, im langfristigen Vergleich aber weiterhin erhöht ist. In einem solchen Umfeld verlieren weit in der Zukunft liegende Gewinnerwartungen an Attraktivität, während Unternehmen mit stabilen, kurzfristig verfügbaren Cashflows an relativer Stärke gewinnen. Für die Portfolioausrichtung bedeutet das: Bewertung, Bilanzqualität und Ertragsstabilität rücken stärker in den Vordergrund.
Entsprechend lässt sich beobachten, dass Kapital nicht aus dem Aktienmarkt insgesamt abgezogen wird, sondern innerhalb des Marktes umgeschichtet wird. Anleger reduzieren Klumpenrisiken in hoch bewerteten Wachstumstiteln und erhöhen die Gewichtung in Sektoren, die als robuster gegenüber konjunkturellen Schwankungen gelten oder von realwirtschaftlichen Investitionen profitieren.
Werde einer von uns:
Goldesel Premium
- Einblick in alle Premium Trades & Depots
- Baue dir finanziellen Wohlstand auf durch exklusive Lerninhalte, Guides & Video-Kurse
- Monatliches Premiumabo
Basiskonsumgüter
Basiskonsumgüter umfassen Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Haushaltswaren oder Körperpflege, deren Nachfrage weitgehend unabhängig von Konjunkturzyklen ist. Unternehmen in diesem Sektor verfügen häufig über starke Marken, stabile Absatzmengen und eine hohe Preissetzungsmacht.
Dadurch sind ihre Umsätze und Cashflows vergleichsweise planbar – auch in wirtschaftlich schwierigeren Phasen. In Zeiten erhöhter Unsicherheit gewinnen Basiskonsumgüter deshalb als defensiver Baustein in Aktienportfolios an Bedeutung.
Colgate-Palmolive: Stabilität statt Wachstum
Colgate-Palmolive ist ein klassischer Vertreter defensiver Basiskonsumgüter. Der Konzern vertreibt weltweit Produkte des täglichen Bedarfs, vor allem in der Mund-, Körper- und Haushaltspflege. Starke Marken wie Colgate oder elmex sorgen für eine hohe Wiederkaufrate und eine vergleichsweise konstante Nachfrage, unabhängig vom Konjunkturverlauf. Rund 50 % des Umsatzes erzielt das Unternehmen in Schwellenländern, was langfristig strukturellen Rückenwind liefert.
Operativ zeigt sich das Geschäft stabil, aber wenig dynamisch. Für 2026 wird ein Umsatz von rund 21 Milliarden USD erwartet, das operative Ergebnis (EBIT) soll auf etwa 4,5 Milliarden USD steigen. Der Free Cashflow bleibt solide und bildet die Grundlage für verlässliche Dividendenzahlungen; die Dividendenrendite liegt aktuell bei rund 2,5 %. Colgate profitiert dabei von seiner Preissetzungsmacht, mit der Kostensteigerungen zumindest teilweise weitergegeben werden können.
Die Bewertung ist jedoch anspruchsvoll. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 24 auf TTM-Basis und einem EV/EBITDA von knapp 16 ist Colgate kein günstiger Value-Titel, sondern eher ein defensiver Qualitätswert. Risiken bestehen vor allem bei möglichen Volumenrückgängen durch Preiserhöhungen sowie bei steigenden Rohstoff- und Verpackungskosten.
Chart
Die Colgate-Aktie hat bei rund 75 USD einen schönen Boden gebildet und zuletzt den Widerstand zwischen 85 und 87 USD hinter sich gelassen. Nun ist die Aktie auf dem Weg in die nächste Widerstandszone bei knapp 93 USD. Die gleitenden Durchschnitte SMA 200 und 50 liegen ebenfalls unter dem Kurs und das Volumen über dem zuletzt überwundenen Widerstand ist eher gering. Mittlerweile ist der RSI allerdings deutlich angestiegen. Bei einem Rücksetzer in Richtung 87 USD oder zur 50-Tagelinie könnte man die Aktie aufsammeln.
Trading-Szenario
Long bei Rücksetzer in Richtung 87 USD mit Stop unter 84,50 USD – Ziel zunächst bei etwa 100 USD und anschließend das ATH knapp unter 110 USD. Das vorgestellte Szenario könnte auch mit einem K.O.-Zertifikat der HSBC, WKN: HG5V46 (2,54er Hebel) umgesetzt werden.
PepsiCo: Defensive Breite mit Markenmacht
PepsiCo ist einer der weltweit größten Konsumgüterkonzerne und vereint ein breit diversifiziertes Portfolio aus Getränken und Snacks. Marken wie Pepsi, Lay’s, Gatorade oder Quaker sorgen für eine starke Marktposition und hohe Wiedererkennungswerte. Gerade diese Kombination aus Getränken und margenstarken Snacks macht das Geschäftsmodell widerstandsfähig gegenüber konjunkturellen Schwankungen und verleiht dem Konzern eine ausgeprägte Preissetzungsmacht.
Operativ zeigt sich PepsiCo weiterhin solide. Für 2026 wird ein Umsatz von rund 97 Milliarden USD erwartet, das operative Ergebnis (EBIT) soll auf etwa 16 Milliarden USD steigen. Der Cashflow bleibt stabil und ermöglicht eine verlässliche Dividendenpolitik; die Dividendenrendite liegt aktuell bei rund 3,8 %. Gleichzeitig investiert PepsiCo gezielt in Zukunftsthemen, etwa durch die Elektrifizierung der Logistikflotte in Nordamerika oder den Ausbau sogenannter „Better-for-you“-Produkte, um auf veränderte Konsumgewohnheiten zu reagieren.
Auf der Bewertungsseite ist die Aktie allerdings kein Schnäppchen. Mit einem KGV von rund 29 auf TTM-Basis und einem EV/EBITDA von knapp 18 ist ein Großteil der defensiven Qualität bereits eingepreist. Risiken ergeben sich vor allem aus einer nachlassenden Preisdynamik und möglichen Volumenrückgängen bei schwächerer Konsumstimmung sowie aus regulatorischen Eingriffen wie Zucker- oder Fettsteuern.
Chart
Die Aktie von Pepsi hat Mitte 2025 einen Boden im Bereich um 130 USD gebildet und ist von hier aus wieder nach Norden gedreht. Der Widerstandsbereich zwischen 158 und 168 USD bildete zuletzt aber eine Deckel. Zumindest konnte sich die Aktie über der 50-Wochenlinie etablieren. Auf Tagesbasis handelt die Aktie über beiden gleitenden Durchschnitten. Ein Ausbruch auf Schlusskursbasis über 158 USD könnte der Aktie den nächsten Schub verleihen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte wartet auf Kurse über 168 USD – hier liegt allerdings auch viel Volumen, das weitere Anstiege erschwert.
Healthcare
Warum ausgerechnet Healthcare wieder Kapital anziehen könnte? In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und hoher Volatilität im Tech-Sektor fungiert das Gesundheitswesen als defensiver Anker im Depot.
- Unabhängigkeit von der Konjunktur: Menschen werden krank, unabhängig davon, ob die Wirtschaft boomt oder rezessiert. Die Nachfrage nach Medikamenten, Behandlungen und Versicherungen ist unelastisch.
- Stabile Erträge: Healthcare-Unternehmen zeichnen sich oft durch starke Bilanzen und verlässliche Dividendenhistorien aus.
- Demografischer Rückenwind: Die alternde Weltbevölkerung sorgt für einen organischen, langfristigen Wachstumstrend, ganz ohne KI-Hype.
CVS Health: Zurück zum Wachstumspfad?
Bei CVS Health steht der operative Turnaround im Mittelpunkt. Nach der komplexen Integration der Versicherungstochter Aetna fokussiert sich das Management nun strikt auf Kostendisziplin und die Marge der bestehenden Verträge, statt teure Zukäufe zu tätigen.
Da die zuletzt hohen medizinischen Kostenbelastungen abflachen, kehrt operative Ruhe ein und die Preissetzungsmacht stärkt sich. Finanziell ist der Konzern eine Cashflow-Maschine mit über 372 Milliarden USD Jahresumsatz. Die Aktie handelt bewertungstechnisch auf einem historisch günstigen Niveau mit einem KGV im niedrigen Bereich, während die starken freien Mittel konsequent für Schuldenabbau und eine Dividendenrendite von über 4 Prozent genutzt werden.
Chart
CVS Health macht im Wochenchart ebenfalls einen guten Eindruck. Die Aktie ist aber mit dem gesamten Healthcare-Sektor nach den Zahlen von United Health unter Druck geraten. Der Abverkauf wurde knapp über der Unterstützung zwischen 68 und 70,30 USD auf höhe der 50-Wochenlinie gebremst. Auf Schlusskursbasis konnte die Aktie sogar die 200-Wochenlinie verteidigen. Der Ausbruch über das letzte Hoch bei 85,40 USD ist damit aber erstmal vom Tisch. Mit engem Stop unter der 200-Wochenlinie könnte man jedoch auf einen erneuten Anstieg an den Widerstand bzw. einen Ausbruch darüber hinaus spekulieren.
HBM Healthcare: Der Dauerläufer aus der Schweiz
Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investements ist ein direkter Profiteur der aktuellen Übernahmewelle im Pharmasektor. Da Großkonzerne dringend neue Innovationen brauchen, kaufen sie aggressiv Biotech-Firmen, die HBM bereits frühzeitig identifiziert hat.
- Portfolio & Exits: HBM hält eine starke Mischung aus börsennotierten Titeln und reifen privaten Unternehmen. Viele dieser Firmen stehen kurz vor einem Börsengang oder einer Übernahme, was stille Reserven hebt und den inneren Wert der Aktie organisch steigert.
- Bewertung & Substanz: Das zentrale Argument ist der Abschlag zum Nettoinventarwert (NAV). Anleger kaufen das Portfolio aktuell deutlich günstiger ein, als die Summe der Einzelteile wert ist. Ergänzt wird dies durch eine solide Bilanz und eine attraktive Ausschüttungspolitik, die Anlegern regelmäßige Erträge sichert.
Chart
HBM ist ein echter Dauerläufer. Die Aktie hat keine relevanten Unterstützungsbereiche ausgebildet und kleinere Korrekturen werden immer wieder gekauft. Der RSI ist schon länger auf höherem Niveau aber eine wirkliche Korrektur lässt die Aktie nicht zu.
Industrials/Zykliker
Industriewerte und zyklische Unternehmen stehen oft am Anfang eines neuen Konjunkturaufschwungs, wenn Investitionen in Infrastruktur, Produktion und Automatisierung wieder anziehen. Sie profitieren von realwirtschaftlicher Nachfrage, die sich in konkreten Aufträgen und planbaren Umsätzen niederschlägt.
Gleichzeitig handelt es sich bei vielen dieser Unternehmen um etablierte Konzerne mit starken Bilanzen und soliden Dividendenhistorien. In einem Umfeld, in dem Anleger stabile Cashflows gegenüber spekulativen Wachstumsfantasien bevorzugen, gewinnen sie als Value-Alternative an Attraktivität.
Honeywell: Industriekonglomerat mit Rekord-Auftragsbestand
Honeywell ist ein breit diversifizierter Industriekonzern mit Aktivitäten in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Gebäudeautomation, Prozessautomatisierung und industrielle Lösungen. Diese Diversifikation macht das Unternehmen weniger anf��llig für konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Sektoren und sorgt für eine relativ gleichmäßige Ertragsentwicklung über Zyklen hinweg.
Im vierten Quartal 2025 übertraf Honeywell die eigenen Prognosen: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,59 USD, der Auftragseingang stieg organisch um 23 %. Besonders bemerkenswert ist der Rekord-Auftragsbestand von über 37 Milliarden USD, der dem Unternehmen eine hohe Planungssicherheit für 2026 gibt. Der Free Cashflow wuchs im Gesamtjahr 2025 um 20 % auf 5,1 Milliarden USD.
Strategisch treibt Honeywell eine Portfolio-Transformation voran: Die Aerospace-Sparte soll im dritten Quartal 2026 als eigenständiges Unternehmen abgespalten werden. Für 2026 erwartet das Management ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 6 % und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 10,35 bis 10,65 USD – ein Plus von 6 bis 9 %.
Chart
Honeywell testet aktuell den Widerstand zwischen 229 und 231 USD – darüber würde die Aktie in das Gap aus dem Juli 2025 laufen. Ein Rücksetzer in Richtung der Unterstützung bei 223,50 USD wäre spannend und durchaus denkbar, denn der RSI ist bereits deutlich überkauft.
Waste Management: Defensive Qualität mit Wachstumsprofil
Waste Management ist der größte Abfallentsorger Nordamerikas und betreibt ein Netzwerk aus Deponien, Recyclinganlagen und Sammelrouten, das kaum replizierbar ist. Das Geschäftsmodell ist weitgehend konjunkturunabhängig: Müll fällt immer an, unabhängig davon, ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft. Diese Stabilität macht WM zu einem klassischen defensiven Value-Titel.
Operativ lieferte das Unternehmen 2025 Rekordzahlen: Die bereinigte EBITDA-Marge überschritt erstmals die Marke von 30 %, der Free Cashflow stieg um knapp 27 % auf 2,94 Milliarden USD. Trotz niedrigerer Rohstoffpreise im Recycling-Segment konnte WM durch Automatisierung und Effizienzsteigerungen die Margen weiter ausbauen.
Die Kapitalallokation ist aktionärsfreundlich: Der Vorstand hat eine Dividendenerhöhung um 14,5 % für 2026 angekündigt – das 23. Jahr in Folge mit steigender Ausschüttung. Zusätzlich wurde ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden USD autorisiert, von denen rund 2 Milliarden bereits 2026 umgesetzt werden sollen. Insgesamt plant WM, etwa 90 % des Free Cashflows an die Aktionäre zurückzugeben.
Langfristig investiert WM gezielt in Nachhaltigkeit: Sieben neue Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarem Erdgas (RNG) wurden 2025 fertiggestellt, sechs weitere sollen 2026 folgen. Zusammen mit dem Ausbau der Recycling-Infrastruktur schafft das Unternehmen damit zusätzliche Ertragspotenziale jenseits des klassischen Entsorgungsgeschäfts.
Chart
Waste Managment gibt das schönste Bild im Wochenchart ab. Die Aktie hat Anfang November wunderschön auf die Unterstützung zwischen 194 und 200 USD reagiert und kämpft aktuell mit der 50-Wochenlinie bei etwa 224,50 USD. Auf Tagesbasis wurde die 200-Tagelinie zuletzt unterschritten und die Aktie hat auf die 50-Tagelinie reagiert. Bei einem Ausbruch über die 50-Wochenlinie könnte die Aktie Angriff auf die Widerstandszone um die Allzeithochs zwischen 237,40 und 242,60 USD nehmen.
Werde einer von uns:
Goldesel Premium
- Einblick in alle Premium Trades & Depots
- Baue dir finanziellen Wohlstand auf durch exklusive Lerninhalte, Guides & Video-Kurse
- Monatliches Premiumabo
Fazit
Die aktuelle Sektorrotation ist keine kurzfristige Modeerscheinung, sondern Ausdruck eines veränderten Marktumfelds. Nach Jahren, in denen Wachstumserwartungen und KI-Fantasien die Bewertungen vieler Tech-Titel in die Höhe getrieben haben, rücken nun Fundamentaldaten wieder stärker in den Fokus. Unternehmen mit stabilen Cashflows, soliden Bilanzen und moderaten Bewertungen gewinnen an relativer Attraktivität – nicht weil Technologie an Bedeutung verliert, sondern weil das Verhältnis von Rendite zu Risiko in anderen Sektoren derzeit günstiger erscheint.
- Bewertungsdifferenz nutzen: Value-Sektoren wie Basiskonsum, Industrie und Healthcare handeln mit deutlich niedrigeren Multiples als der Tech-Bereich – bei oft stabileren Erträgen.
- Cashflow statt Hoffnung: In einem Umfeld erhöhter Zinsen werden naheliegende, planbare Erträge gegenüber weit in der Zukunft liegenden Gewinnen bevorzugt.
- Diversifikation als Schutz: Eine breitere Sektorallokation reduziert Klumpenrisiken und macht Portfolios robuster gegenüber Korrekturen in einzelnen Segmenten.
Was Anleger mitnehmen sollten
Sektorrotation bedeutet nicht, Tech vollständig zu meiden, sondern die Gewichtung anzupassen. Anleger, die in den vergangenen Jahren stark auf Wachstumswerte gesetzt haben, sollten prüfen, ob ihr Portfolio ausreichend diversifiziert ist. Unternehmen wie Colgate-Palmolive, CVS, Honeywell oder Waste Management bieten keine spektakulären Kursgewinne, dafür aber Verlässlichkeit in einem unsicheren Umfeld.
Die vorgestellten Titel stehen exemplarisch für unterschiedliche Ausprägungen des Value-Ansatzes: defensive Konsumwerte mit hoher Preissetzungsmacht, Healthcare-Unternehmen mit konjunkturunabhängiger Nachfrage und Industriekonzerne mit starkem Auftragsbestand. Gemeinsam haben sie, dass sie weniger von Hoffnungen und mehr von Substanz getragen werden – ein Profil, das im aktuellen Marktumfeld wieder gefragt ist.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.
Transparenzhinweis: Die im Artikel vorgestellten Derivate werden durch die Redaktion ausgesucht. Wir arbeiten aber mit ausgewählten Emittenten zusammen, die mit der Goldesel Trading & Investing GmbH in einer Geschäftsbeziehung stehen. Bitte beachten Sie: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.
